„Hohe Leberwerte“ zeigen an, dass die Leber belastet ist oder geschädigt sein könnte.
Die tatsächliche Ursache sollte deshalb immer tierärztlich abgeklärt werden, denn die Behandlung richtet sich nach dem Auslöser.
Mögliche Ursachen erhöhter Leberwerte:
- Entzündungen der Leber (Hepatitis)
- Bei Katzen „Fettleber“ durch Hungern
- Infektionen der Leber (z. B. bakterielle, parasitäre oder virale Erkrankungen)
- Aufnahme von Giftstoffen (z. B. bestimmte Pflanzen, Schimmelpilze, Medikamente)
- Überlastung durch Anfall von vielen körpereigenen Giftstoffen (z.B. nach Blutungen, Verletzungen etc.)
- Belastung durch Fieber und Infektionen von anderen Organen
- Mangelernährung durch falsche Fütterung oder chronische Darmprobleme
- Nebenwirkungen von Medikamenten
- Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder das Cushing-Syndrom
- Gallenblasen- oder Gallengangs Erkrankungen
- Tumoren der Leber
- Angeborene Lebererkrankungen wie ein portosystemischer Shunt
- Altersbedingte Veränderungen
Diese Werte gehören zu den „Leberwerten“ die sog. „Leberenzyme“:
- ALT (Alanin-Aminotransferase)
- AST (Aspartat-Aminotransferase)
- ALP (Alkalische Phosphatase)
- GGT (Gamma-Glutamyltransferase)
- Bilirubin
- Gallensäuren
Die Kombination der Werte gibt Hinweise darauf, ob eher Leberzellen geschädigt sind oder ein Problem im Bereich der Gallenwege vorliegt.Die Höhe der Werte bzw. die Abweichung vom oberen oder unteren Normalwert können ein Hinweis auf die schwere der Krankheit sein. Allerdings steigen einige Werte schnell uns stark an, andere eher zeitlich verzögert und langsamer.
Pi mal Daumen kann man sagen, dass eine Verdopplung der Werte schon ein deutlicher Leberschaden ist.
Was sollten Sie tun?
Tierärztliche Abklärung:
- Blutwerte kontrollieren und ggf. wiederholen
- Urinuntersuchung
- Ultraschall der Leber und Gallenblase
- Bei Bedarf weitere Untersuchungen wie Gallensäuretest oder Leberbiopsie
Worauf Sie achten können:
- Keine Medikamente eigenmächtig geben (grundsätzlich, nie!)
- Schmerzmittel sollten nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt eingesetzt werden
Leberfreundliche Ernährung (s.u.):- Hochwertiges, leicht verdauliches Eiweiß
- Angepasster Fettgehalt (je nach Ursache)
- Ausreichend Energie, damit keine Muskelmasse abgebaut wird
- Eventuell spezielles Diätfutter für Leberpatienten
Je nach Diagnose können folgende leberunterstützende Ergänzungen sinnvoll sein (s.u.):
- S-Adenosylmethionin (SAMe)
- Mariendistel (Silymarin)
- Vitamin E
- Omega-3-Fettsäuren
- Ursodeoxycholsäure (nur bei bestimmten Erkrankungen und tierärztlicher Verordnung)
Regelmäßige Kontrollen:
- Verlauf der Blutwerte alle Wochen bis Monate kontrollieren
- Bei chronischen Erkrankungen dauerhafte Überwachung
Warnzeichen, bei denen Sie sofort zum Tierarzt sollten:
- Gelbliche Schleimhäute oder Augen (Gelbsucht)
- Starkes Erbrechen
- Appetitlosigkeit über mehr als 24 Stunden
- Ausgeprägte Mattigkeit („Der Schmerz der Leber ist die Müdigkeit„)
- Krampfanfälle oder Verhaltensänderungen
- Starker Durst und häufiges Wasserlassen
- Blutungen oder schwarzer Kot
- Aufgeblähter Bauch
Was ist eine „Leberschutz-Therapie“?
Die Leber kann auf vier Wegen geschützt, bzw. entlastet werden.
1. Durch Nahrungsergänzungen werden der Leber hochwertige „Bauteile“ zur Verfügung gestellt, die die Leber für Ihre Stoffwechselfunktionen braucht. So muss sie die nicht selbst herstellen, sondern kann gleich auf die Enzyme / Vitamine / Mineralstoffe / Spurenelemente / Aminosäuren zugreifen.
2. Durch spezielle Adsorbentien (Adsorptionsmittel) werden schädigende Stoffe aus dem Darm aufgenommen und mit dem Kot ausgeschieden, bevor sie in die Leber gelangen und dort mit hohem Energieaufwand abgebaut werden müssen.
Das bekannteste Mittel ist hier die Aktivkohle, welche vor allem im sauren pH-Bereich gut wirkt und die „Heilerde“ (wie z.B. Bentonit), welche besser im alkalischen Spektrum wirkt.
3. Durch pflanzliche Mittel, welche die Eigenschaft haben, dass vermehrt Gallensäuren ausgeschieden werden, was letztlich eine Entgiftung der Leber bedeutet.
Zu den bekanntesten Pflanzen hier gehören z.B. die Artischocke und die Mariendistel.
4. Durch spezielle leberschonende Diätnahrung, wo die Verstoffwechselung einfach ist, da die Inhaltsstoffe hochverdaulich sind.
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Alle vier Methoden können parallel eingesetzt werden, jedoch nicht gleichzeitig, da z.B. die Adsorbentien die Aufnahme von Vitaminen behindern könnten.
Kann sich die Leber erholen?
Ja. Die Leber besitzt eine außergewöhnliche Regenerationsfähigkeit. Wird die Ursache früh erkannt und behandelt, normalisieren sich die Leberwerte bei vielen Hunden innerhalb von Wochen bis Monaten.
Bei chronischen Erkrankungen lässt sich die Leberfunktion häufig langfristig stabilisieren, auch wenn die Werte nicht immer vollständig in den Normalbereich zurückkehren.
Fazit
Erhöhte Leberwerte sind ein wichtiges Warnsignal, aber noch keine Diagnose.
Entscheidend ist, die Ursache zu finden und gezielt zu behandeln, oder zumindest die Symptome zu lindern und die Blutwerte in den Normalbereich zu bekommen.
Mit einer frühzeitigen tierärztlichen Abklärung, einer angepassten Ernährung und – falls angezeigt – leberunterstützenden Maßnahmen haben viele Hunde eine gute Prognose.
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