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Chloralose Vergiftung Katze April 2022


α Chloralose Vergiftung Katze April 2022

    
Wahrscheinlich hatten wir in der Zwischenzeit weitere Fälle auch bei den Kolleg/in/en hier im Landkreis bzw. die Tiere sind in die Klinik geschickt worden.

Inzwischen hatte ich einen weiteren Verdachts-Fall, jedoch mit Fieber. Alle anderen Vergiftungserscheinungen deuteten aber auch auf Alpha-Chloralose hin.    

Der Besitzer hat morgens die Katze apathisch, kalt und zuckend vor seiner Haustür gefunden. Da er sich sicher war, dass die Katze innerhalb der nächsten Minuten versterben würde, hat er sie zugedeckt und sich zur Arbeit begeben.
Am Nachmittag riefen uns die Nachbarn an, sie hätten eine torkelnde und schreiende Katze mitten auf der Straße gefunden.
Das Video zeigt den Zustand schon etwa eine halbe Stunde NACH der ersten Behandlung, da wir erst behandelt haben und dann ein Video machen wollten …


Deutlich ist zu sehen, wie die Katze (trotz „Valium“) unkontrolliert am Zucken ist. Sie kann nicht koordiniert Stehen oder Laufen, oder sich aufrecht halten. Besonders die Ohren sind permanent am Zucken. die unkontrollierten jaulenden Lautäußerungen sind auch deutlich zu hören.

In diesem Fall hatte das Tier jedoch Fieber, was uns erst stutzig gemacht hatte, da Untertemperatur sonst das eindeutigste Symptom ist. Wahrscheinlich weil Sie lange Zeit in der Sonne unter der Decke lag und viel gezuckt (Muskelkontraktion = Wärmeerzeugung) hat oder zusätzlich auch eine Infektion hatte.

Alle anderen Anzeichen sprachen auch hier wieder für die Vergiftung mit α-Chloralose!

Nach 2 Tagen konnte der Besitzer endlich gefunden werden, der sich dann doch sehr gefreut hat, dass seine Katze doch nicht gestorben, sondern wieder völlig gesund ist.

Somit ist unsere Erfolgsserie bei der Rettung von schweren Chloralosevergiftungen bisher immer noch nicht gestoppt und wir konnte alle Tiere als geheilt und ohne sichtbare Folgeschäden wieder nach Hause entlassen.

HINWEIS 1: Natürlich hätte der Besitzer das Tier sofort zum Tierarzt bringen müssen, egal, ob die Katze nur krank (Behandlung), oder am sterben (dann tierärztliche Erlösung von der Qual) ist, doch so ist dank der aufmerksamen Nachbarn noch einmal alles gut gegangen.

HINWEIS 2: Wenn Sie umziehen, oder eine andere Telefonnummer haben, teilen Sie das unbedingt auch TASSO, FINDEFIX oder anderen Registrierungsstellen mit, wenn die Katze schon gechippt ist. Ansonsten kann es immer noch schwierig sein, Sie als Besitzer ausfindig zu machen.

Artikel in „Hunderunden“: https://hunderunden.de/artikel/vergiftungen-2
Download vom BPT zur Chloralose-Vergiftung: Hier klicken
Weitere Links und Artikel zu diesem Thema s.u.

HINWEIS 3: Die Vergiftungserscheinungen sind komplett andere, als bei den Mäuse- und Rattengiften, die auf „Cumarin“ basieren. Dort kommt es zur zeitverzögerten Zerstörung der Blutgerinnung und die Tiere werden einfach nur schlapp, blass und müde.

HINWEIS 4: Aufgrund der bisherigen engen Zeitfenstern bis zum Erkennen von ersten Symptomen nehmen wir an, dass die Vergiftung durch direktes Aufnehmen der Köder entsteht und nicht nur über die Kumulation von vergifteten Nagern.

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Eine Zusammenfassung der Therapie sowie eine Übersicht der Symptome finden Sie hier in den folgenden „alten“ Artikeln:

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Erste Chloralose Vergiftung 2021


Noch einmal kurz die Hauptmerkmale, die, wenn man es einmal gesehen hat (s. Video), wirklich eindeutig sind.

Das werden Sie sehen (s. Videos):
1. Katze zuckt einfach so und besonders dann, wenn man sie leicht berührt
2. Katze liegt auf der Seite und kann nicht aufstehen, ist „weggetreten“, gibt jedoch Laute von sich
3. Katze fühlt sich kalt an

Sofortmaßnahme:
1. Wärmflasche 
2. Sofort zum Tierarzt (Notfall – auch Nachts!)

Vorbeugung – was können Sie machen:

1. Reden Sie mit Ihren Nachbarn und mit Verkaufsstellen, überall, wo Sie das Produkt (s.u.) sehen und bitten Sie darum das Produkt entweder aus dem Handel zu nehmen, oder nur nach ausführlicher Einweisung zu verkaufen. Sie können dabei gerne auf diesen Artikel verweisen.
2. Achten Sie auf die Anzeichen bei Ihrem Tier
3. Teilen Sie diesen Artikel, damit möglichst viele Katzenhalter / Tierhalter / Anwender / Verkaufsstellen darauf aufmerksam werden.

Nachdem wir im letzten und vorletzten Jahr einige Fälle mit einer Vergiftung durch das Rattengift „alpha Chloralose – α-Chloralose“ hatten, war es seit Mai 2020 ruhig in unserer Praxis.
Nach Rücksprache mit einigen Verkaufsstellen bes. der „Saatbau“, die hier im Landkreis dieses frei verkäufliche hochtoxische Gift verkaufen, haben diese dankenswerter weise beschlossen, das Mittel nur noch nach Aufklärung abzugeben und es in einem verschlossenen „Gift-Schrank“ zu lagern, wozu sie eigentlich nicht verpflichtet wären.

Doch jetzt ist wieder eine Katze mit dieser Vergiftung aufgetaucht. Sogar die selbe Katze wie vor einem Jahr. Sie scheint also nicht daraus gelernt zu haben. Ich nehme einmal an, der Benutzer hatte noch Reste vom letzten Jahr, die er (oder sie) jetzt verbraucht hat. 
Obwohl laut Anweisung dieses Mittel nur in geschlossenen Räumen eingesetzt werden darf, wo andere Tiere und Menschen keinen einfachen Zugang haben, wird dieses augenscheinlich nicht beachtet.

α-Chloralose (https://www.vetpharm.uzh.ch/clinitox/toxdb/KLT_016.htm) ist chemisch verwand mit Chloralhydrat (https://de.wikipedia.org/wiki/Chloralhydrat) und Chloroform (https://de.wikipedia.org/wiki/Chloroform) welches als Schlafmittel bzw. als Betäubungsmittel beim Menschen eingesetzt wurde. Sie kennen das vielleicht aus älteren Krimis, wenn der Täter dem Opfer einen Wattebausch oder ein Tuch für Mund und Nase hält. Da soll dann immer Chloroform drin sein.

Bisher konnten bei uns alle Patienten gerettet werden, doch nur mit aufwändiger Therapie, Überwachung und Betreuung. Ohne Behandlung sterben die Tiere.

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Vergiftung mit Chloralose bei einer Katze

Artikel vom 17.05.2020
Lange hatten wir Ruhe, doch jetzt ist schon wieder ein Fall aufgetreten


War jedoch zum Glück nicht ein so ganz schwerer Fall.
Leichte Untertemperatur, Miosis, Zuckungen und Apathie in Seitenlage.
Zum Glück keine extreme Untertemperatur, und keine Lähmung von Schluck- und Blasenreflex. 
Kann heute schon wieder nach Hause nach stationärer Aufnahme und symptomatischer Behandlung.

Hinweis: Auch beim Hund gibt es natürlich Vergiftungserscheinungen, die jedoch nicht so ausgeprägt sind und vor allem muss – besonders bei großen Hunden – die Menge an Gift deutlich höher sein, als bei Katzen. In unserer Praxis hatten wir selbst noch keine Vergiftungen durch alpha Chloralose beim Hund.
Hier (hier klicken) gibt es einen Bericht von 2009 mit einer Vergiftung bei sehr kleinen und leichten Hunden. Die Befürchtung ist, dass demnächst auch für „Mini-Hunde“ deutlich mehr Vergiftungsfälle auftreten werden.

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Artikel vom 30.01.2020

Schon wieder …

Immer mehr Fälle von Vergiftungen bei Katzen durch einen neuen Mäuse- & Rattenköder.
Wahrscheinlich nehmen die Katzen den Giftstoff sogar direkt auf und nicht nur indirekt über Mäuse.
Wir haben jetzt Fälle aus Hitzacker, Damnatz, Siemen, Zadrau, Streetz und Quickborn.

Wie sehen die Vergiftungserscheinungen aus?


Das erste, was man sieht ist „Ataxie“.

Die Katze torkelt, kann nicht mehr Stehen oder Laufen, fällt wieder um.
Man könnte an Schwäche, Lähmungen oder einen Autounfall denken.
Das tritt plötzlich auf und dann sollte auch schon der Tierarzt angerufen werden.


Auch die „Vokalisation“, ist ein häufiges Merkmal.
Die Katze gibt permanent Töne / Geräusche / Schreie von sich ab. Das sind keine Schmerzen, sondern unkontrollierte unbewusste Lautäußerungen.

Danach folgt die „Hypothermie“:
Die Körpertemperatur sinkt ab – bis auf Werte von unter 32°C. Die Katze wird kalt und stirbt, wenn nichts gemacht wird.
Zudem können „Miosis“ (kleine, starre Pupillen, die sich auch bei Dunkelheit nicht erweitern) und spontane Harnblasenentleerung am Anfang festgestellt werden.

Zusätzlich noch „Hyperästhesie“:
Das ist eine Übererregbarkeit der Sinne besonders der Haut. Also ein Zusammenzucken bei Berührung. Das ist ein ziemlich typisches Anzeichen, welches bei einem Schädel-Hirn-Trauma sehr selten auftritt. Aber auch auf Geräusche reagieren diese Tiere mit verstärkter Krampfneigung / Zittern.

Das endet dann in allgemeinen „Konvulsionen“:
Also generalisierten Krampfanfällen.

Als Letztes kommt „Apathie“, „Stupor“ und „Koma“:
Das bedeutet nicht ansprechbar auf Reize, Bewegungslosigkeit bis hin zur Bewusstlosigkeit und dem Erliegen kommen des Schluckreflexes und der Blasenfunktion.

Die Zeit vom Aufnehmen des Giftes bis zum Auftreten erster Vergiftungserscheinungen scheint bei 15 – 30 Minuten zu liegen, es geht als ziemlich schnell.


Je früher das Tier vom Tierarzt behandelt wird, desto besser sind die Überlebensaussichten und kürzer die Behandlungszeit.

1. Wärme (Sofort Wärmflasche selbst machen!)

Ab hier nur vom Tierarzt:
1. Evtl. ein Erbrechen durch Medikamente auslösen
2. Förderung der Giftausscheidung (Nierenanregung / Bindung der Giftstoffe im Darm)
3. Flüssigkeitsinfusionen (DTI)
4. Behandlung der Krämpfe
5. Zwangsfütterung und manuelle Blasenentleerung
6. Ruhe, dunkel, reizarm und mit Wärmedecke
7. Weitere symptomatische Behandlung und Überwachung bis zur vollständigen Besserung

Sollten Sie direkt gesehen haben, wie Ihre Katze die schwarze Paste aufleckt, kann auch noch das Auslösen von Erbrechen zum Ziel führen.
–> KEIN Salzwasser oder sonst. Hausmittel, sondern vom Tierarzt mit einem speziellen Medikament!

Meistens kommt man jedoch zu spät, denn wenn die Katze schon Symptome zeigt, also Verhaltensänderungen aufweist, wirkt das Gift schon.

Es gibt kein gezieltes Gegenmittel. Man kann nur symptomatisch behandeln. Meistens verschlechtert sich der Zustand trotz Behandlung erst noch bis zur „Koma-Stufe“.
Die Tiere müssen in ruhiger Umgebung beobachtet und vom Tierarzt gezielt behandelt werden. Dann haben sie nach unseren bisherige Erfahrungen eine gute Überlebenschance. 

Nach 2 bis 3 Tagen intensiver Behandlung (s.o.), wenn das Gift den Körper wieder verlassen hat, oder vom Körper abgebaut worden ist, geht es den Tieren meistens wieder gut und es scheint bisher keine Folgeschäden zu geben.

Wie sieht das Gift aus?


Es scheint eine schwarze wohlschmeckende Paste zu sein.
Der Gift-Wirkstoff heißt „α-Chloralose“ (alpha-Chloralose).

Die Verpackung s. Bild: (gibt es z.B. bei der Saatbau in Dannenberg -dort werden die Produkte nach meinem Eingreifen nur noch nach Beratung herausgegeben und sind in einem verschlossenen „Gift-Schrank. Was „eigentlich“ noch nicht einmal verpflichtend ist. Vielen Dank dafür!)


Raus die Maus …
und Aus die Katze!
sicher – sauber – zuverlässig –
und bringt Katzen um!

Auch dieses Mittel enthält Chloralose!

Was können Sie machen?

1. Verwenden Sie selbst nicht dieses Gift oder wenn, dann nur in geschlossenen Räumen, so wie es in der Beschreibung auch steht.

2. Wenn Sie ein Tier mit den oben genannten Symptomen finden, sofort Wärmflasche machen und ab mit Tier und Wärmflasche zum Tierarzt

3. Sprechen Sie Freunde, Nachbarn und alle in der Umgebung darauf an, damit die Giftquelle gefunden und beseitigt werden kann und evtl. weitere Vergiftungen von Katzen (und Hunden) vermieden bzw. wenigstens schnell erkannt werden.

4. Sammeln Sie alle verendeten Kleinnager ein, die in der Nähe des Köders liegen bzw. hindern Sie die Mäuse & Ratten daran, aus dem Raum zu flüchten.

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Nach Rücksprache mit dem Unternehmen wurde darauf hingewiesen, dass sich alle Vergiftungen nur durch unsachgemäßen Gebrauch der Köder ereignet haben. Was wohl auch stimmt. Dennoch wäre meines Erachtens ein deutlicherer Warnhinweis über die schwere Giftwirkung auf Hunde und Katzen angebracht.

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Ergänzungen:


1) Facebook-Artikel einer Tierklink genau zu diesem Thema:
https://www.facebook.com/tierklinik.im.tierzentrum/posts/2567635470117728

2) Wie die Herstellerfirma Neudorff zu diesem Thema Stellung nimmt, lesen Sie hier:
https://www.neudorff.de/rat-service/forum/indoor-archiv/ungeziefer/betreff-ihrer-auskunft-ungiftigkeit-von-alpha-chloralose-fuer-katzen-und-hunde-31953/thema.html?fbclid=IwAR2JA9bzVjdHf3FoyYpxiuObbLGsQMaNuzpdDgOzeyvrgLV8G9T7R9wfDtY

3) letale (tödliche) Dosis: 
100 g Köder 4,4% = 4,4 g α-Chloralose –> 4400 mg
Die minimale letale Dosis für die Katze: ca. 100 mg/kg
–> für eine 4 kg Katze ist die minimale (kleinste) letale ( = tödliche) Dosis: 400 mg / Tier
–> das sind nur etwa 10 g Giftköder
–> das bedeutet etwa einen Teelöffel voll oder ein bis Mäuse mit der Köderpaste im Magen


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Vorheriger Artikel 12/2019:


(https://tierarzt-gusborn.blogspot.com/2019/12/achtung-gift-gefahrlich.html)

Wir haben im letzten Monat 3 Katzen mit schweren Vergiftungen durch dieses neue Mäuse- und Rattengift in der Praxis gehabt.

Das GIFT ist frei verkäuflich praktisch ohne deutlich sichtbare Warnhinweise.


Anscheinend wird der Giftstoff – eine schwarze Paste – sogar direkt von den Katzen aufgenommen und nicht nur indirekt über vergiftete Mäuse oder Ratten.

Die Katzen kommen zu uns mit schwerer Untertemperatur (normal 38,5°C – ein Patient lag sogar nur bei 32° C), Apathie bis hin zur Bewusstlosigkeit und gleichzeitigen peripheren Krampfanfällen.
Eine gezielte Behandlung oder ein Gegenmittel gegen den Wirkstoff „α-Chloralose“ gibt es nicht.

Die Therapie ist langwierig und ungewiss. Bisher haben wir zum Glück alle Patienten durchbekommen. Man kann nur versuchen die Tiere symptomatisch zu behandeln und sie so lange am Leben zu erhalten, bis das Gift wieder aus dem Körper ist.

Das bedeutet vor allem Wärme, etwas gegen die Krämpfe geben künstliche Ernährung / Infusion und Anregung der Ausscheidung über die Niere.


Sollten Sie ein Tier in diesem Zustand vorfinden, dann ist die 1. Maßnahme eine Wärmflasche und und dann zum Tierarzt.


Hinweis zu dem Giftstoff: https://www.vetpharm.uzh.ch/clinitox/toxdb/KLT_016.htm

Hinweise zu dem Produkt: https://www.neudorff.de/produkte/sugan-maeusekoeder-korn.html

Weitere Artikel und Quellenangaben:

Der Tierarzt zwischen Tierschutz und Selbstschutz


Zwischen Tierschutz und Selbstschutz


Tierarzt zu sein ist für jede/n praktizierenden Tierarzt nicht nur ein Beruf, sondern immer auch eine Berufung.

Jeder Tierarzt engagiert sich für das Tierwohl – bis zu gewissen Grenzen.

Diese Grenzen legt zum Einen der Gesetzgeber fest:

Auch als Tierarzt kann ich nicht mehr verlangen, als es im Gesetz steht, auch, wenn es für das Tierwohl besser wäre.

Als Tierarzt kann ich z.B. nicht die Qual-Zucht von bestimmten Rassen unterbinden, solange der Gesetzgeber das zulässt.

Als Tierarzt kann ich niemanden dazu zwingen z.B. seinem Hund die dringend benötigten Herzmedikamente zu verabreichen oder die eigenen freilaufenden Katzen zu kastrieren und chippen zu lassen.

Diese Grenzen legt das Arbeitsrecht fest:

Immer mehr  Kleintier-Kliniken geben ihre Klinikzulassung zurück, da sie den verpflichtenden 24 Std. Notdienst nicht aufrecht erhalten können, ohne gegen arbeitsrechtliche Vorschriften zu verstoßen. Eine Ausnahmeregelung wird von der Politik bisher abgelehnt.

Die einzige Person, für die die Arbeitszeitgesetze nicht gelten, sind die selbstständigen Tierärzte in eigener Praxis, so wie ich. Während also große Tierkliniken mit über 30 angestellten Tierärzten keinen 24-Stunden-Notdienst mehr machen, muss ich das als „Einzelkämpfer“ sehr wohl.

Eine weitere Grenze ist das finanziell und medizinisch Machbare:

Die meisten Menschen, die eine gesetzliche Krankenversicherung haben, wissen gar nicht, wie teuer „Medizin“ eigentlich ist. Oft genug wird beim „Land“-Tierarzt eine 5-Sterne Ausstattung erwartet und eine 5-Sterne Behandlung verlangt, aber man ist nur bereit Jugendherbergspreise dafür zu zahlen. 

Auch die Behandlung von Fundtieren, verletzten Wildtieren und ähnlichem wird natürlich gerne von einer Tierarztpraxis übernommen, doch nicht umsonst. Wenn kein Halter oder keine staatliche Stelle dafür aufkommt, steht der Finder/Bringer in der Pflicht.

Nicht jede ländliche Tierarztpraxis ist ausgestattet wie eine Tierklinik. Einige Dingen können einfach nicht geleistet werden, selbst wenn es ein lebensbedrohlicher Notfall ist. Andere Wünsche könnten vielleicht erfüllt werden, doch ist das wirklich für das Tier sinnvoll und Lebensqualität steigernd, oder ist das nur für den Tierbesitzer wichtig?

Die letzte Grenze ist die körperliche und mentale Belastungsgrenze der Tierärzte:

Die bürokratischen Auflagen werden immer irrsinniger, das Anspruchsdenken einiger Tierbesitzer immer anstrengender, die Anzahl der Haustiere immer mehr, die Beratungstätigkeit für völlig unbedarfte Neu-Tierhalter immer aufwendiger und die diagnostischen bzw. therapeutischen Möglichkeiten immer komplizierter. 

Das völlig falsche Einschätzen einer Notsituation, bzw. der irrationale Egoismus führt vermehrt dazu, dass Tierärzte mitten in der Nacht wegen eines Wurmbefalls aus dem Bett geklingelt werden.

Es häufen sich sogar Fälle von tätlichen Angriffen auf Tierärzte und tierärztliches Personal.

Die Folge:

Alle diese Gründe führen immer mehr dazu, dass die Belastungsgrenze von vielen Tierärzten längst überschritten ist, von einer wirklichen Work-Life-Balance einmal ganz zu schweigen. 

Und bevor der Tierarzt komplett aus den Latschen kippt, einen Burnout bekommt, krank wird, oder Selbstmord (s. Artikel) begeht, ist oft die einzige Lösung, zumindest einen Aufnahme-stopp für Neukunden zu verhängen.

Das macht der Tierarzt nicht, weil er plötzlich nicht mehr den kranken Tieren helfen will, sondern weil er sich selbst schützen muss, denn wenn er komplett ausfällt, ist keinem Tier geholfen.

Auch hier bei uns im Landkreis Lüchow-Dannenberg scheinen einige Tierarztpraxis ihr arbeitstechnisches, organisatorisches und persönliche Limit erreicht zu haben und die Corona-Schutz-Maßnahmen machen es auch nicht einfacher.

Kleintierpraxis Gusborn – https://DocGoy.de:

Bei uns haben wir noch ein kleines Kontingent an freien Kapazitäten auch für Neukunden. Schauen Sie gerne in unsere Online-Terminverwaltung und buchen Sie einen Termin zu den üblichen Sprechzeiten.
Für OP´s und Termine außerhalb der Sprechzeiten sowie für (echte) Notfälle sind wir meistens telefonisch zu erreichen

Links:

Frohe Weihnachten!


Frohe Weihnachten!

  
Wir wünschen allen unseren tierischen Patienten und unseren menschlichen Kunden frohe, erholsame, ruhige und gesunde Weihnachtstage zusammen mit Ihren Tieren und der Familie!

Wir haben von Freitag, dem 24.12. bis Sonntag, dem 26.12. keine Sprechstunde und keinen Notdienst!

„Zwischen den Feiertagen“ sowie Silvester, Neujahr und am Sonntag, dem 2.1.22 sind wir wie gewohnt bzw. im Notdienst für Sie da.


🎄 Tierisch schöne Weihnachten wünscht Ihnen Tierarzt24



Das gesamte Team vom Haustier-Experten-PortalDocGoy und Tierarzt24.de wünscht Ihnen und Ihren liebsten Zwei- und Vierbeinern frohe Weihnachten!

Genießen Sie die Momente des Beisammenseins, welche leider auch in diesem Jahr viel zu kurz kamen. Lassen Sie die vergangenen Monate gemütlich ausklingen und für 2022 wünschen wir Ihnen viel Glück, Erfolg und vor allem Gesundheit.

Für unsere Haustiere ist das Weihnachtsfest jedes Jahr eine Zeit voller spannender und teilweise beängstigender Eindrücke. Schenken Sie Ihrem Liebling heute deshalb besonders viel Aufmerksamkeit – für ein erholsames und ruhiges Fest für alle.

Was ist wirklich ein Notfall und wann zum Notdienst?



Was ist „wirklich“ ein Notfall? 


Grundsätzliches für en Landkreis Lüchow-Dannenberg und unsere eigenen Patienten


1. Rufen Sie in jedem Fall vor einem Tierarztbesuch diesen an und melden den Notfall! 
Wenn Sie einen tierischen Notfall haben und zu unseren Kunden gehören, melden Sie sich bitte in jedem Fall immer erst bei uns: https://DocGoy.de

2. Am Wochenende (freitags ab 18:00 Uhr bis montags 8:00 Uhr) gibt es einen geregelten Notdienst für Kleintiere im Landkreis Lüchow-Dannenberg und Dömitz –> Hier die Termine herunterladen
Dieser Notdienst gilt streng genommen nur für die Patienten der 5 Tierarztpraxen, die sich gegenseitig vertreten. Alle anderen Tierärzte sollten für Ihre eigenen Kunden selbst da sein.

3. An Wochentagen gibt es keinen geregelten Notdienst. Jeder Tierarzt sollte dann für seine eigenen Patienten erreichbar sein, oder für eine Vertretung sorgen.
Sollte ihr Haustierarzt im Notfall nach Feierabend nicht für Sie da sein und nicht für Vertretung gesorgt haben, sollten Sie sich grundsätzlich überlegen einen Haustierarzt zu wählen, der Sie nicht im Stich lässt.

Das ist KEIN Notfall
(beispielhafte echte Anfragen am Wochenende z.T. sogar nachts)


  • Mein Hund hat Flöhe
    • Mein Hund kratzt sich so, dass ich nicht schlafen kann
  • Meine Katze hat Würmer erbrochen
  • Mein Meerschweinchen hat da seit Wochen so einen „Gnubbel“
  • Mein Kaninchen humpelt seit 4 Tagen
  • Mein Sittich hat seit 2 Wochen Durchfall
  • Mein Tier schaut mich so komisch an
  • Meine Katze hebt das Hinterteil hoch und gibt komische Laute von sich


Was ist ein „echter“ Notfall?


  • Atemnot – schnelles Atmen – Atmen mit Bauchpresse
  • Akuter Unfall (Verkehrsunfall / Kippfenster / Sturz aus größerer Höhe etc.)
  • plötzliche starke Lahmheit / Lähmungen / Bewegungsstörungen
  • Offene Wunden / Blutungen / Abszesse
  • starker Durchfall oder schweres Erbrechen (mehrfach, ggf. mit Blut, gestörtes Allgemeinbefinden)
  • Verbrennungen / Verätzungen
  • Vergiftungen (Sie haben tatsächlich beobachtet, dass Ihr Tier etwas gefressen hat, was es nicht fressen sollte)
  • Abgebrochener Zahn / abgerissene Kralle
  • „Akutes Abdomen“ („praller“ Bauch, „schweres“ Atmen, ggf. Stöhnen)
  • Deutlich gestörtes Allgemeinbefinden* – besonders:
    • Bewusstsein eingeschränkt / Apathie oder Übererregbarkeit
    • Atmung schwächer oder schneller oder mit Bauchpresse
    • Temperatur hoch (über 39°C) oder runter (unter 37°C)
    • Schleimhäute blass oder blau statt rosig
    • Kein Fressen besonders bei Pflanzenfressern
    • Bewegungseinschränkung, Torkeln, im Kreis gehen oder Krämpfe
  • Kein Kot- oder Urinabsatz trotz „drücken“
  • Alles, was plötzlich kommt und Ihnen wirklich Angst macht …



Was kostet der Notdienst?


Sie müssen damit rechnen, dass der Notdienst mit deutlich erhöhten Kosten verbunden ist.
  • Bei einem tierärztlichen Notfall wird immer eine Grundgebühr von 50,- €uro (netto) zusätzlich erhoben.
  • Der Tierarzt darf nicht mehr zum 1-fachen GOT-Satz abrechnen. Er muss mindestens den 2-fachen Satz berechnen.
  • Bislang war die Berechnung der Kosten bis zum 3-fachen Satz möglich. Ab 2020 dürfen Tierärzte in besonderen Fällen auch den 4-fachen Satz berechnen.
Rechnen Sie also damit, dass jedweder Besuch in der Notfallsprechstunde mindestens 100,- € kosten wird. Die Bezahlung erfolgt bei uns sofort in bar oder per EC-Karte. Eine Behandlung auf Rechnung ist im Notdienst nicht möglich.

Hygienekonzept aufgrund von Corona beachten


  • Vereinbaren Sie möglichst telefonisch einen Termin.
  • Kommen Sie mit nicht mehr als einer Person und dem Tier in die Sprechstunde.
  • Tragen Sie einen Mund-Nasen-Schutz (FFP2-Maske).
  • Halten Sie auch im Sprech- und Behandlungszimmer sowie im Wartezimmer mindestens 2 Meter Abstand zu allen anwesenden Personen, soweit möglich.
  • Wenn Sie selbst krank sind, kommen Sie bitte NICHT in die Praxis, sondern schicken jemanden anderen mit Ihrem Tier zum Tierarzt.
  • Berühren Sie so wenig Oberflächen wie möglich.
  • Waschen Sie sich vor und nach dem Tierarztbesuch sorgfältig die Hände.
  • Rezept- und apothekenpflichtige Medikamente dürfen, wenn überhaupt, nur an bereits in der Kundendatei vorhandene Tiere auch ohne Untersuchung abgegeben werden.

Weiterer Artikel und Hinweise zu diesem Thema:



Tierarzt Notdienst am Wochenende und Feiertagen Lüchow-Dannenberg – 4. Quartal 2021

 

Notdienste an Wochenenden und Feiertagen (Weihnachten – Silvester) der Klein-Tierärzte in Lüchow-Dannenberg für das 4. Quartal 2021


Für die nächsten 3 Monate, also das 4. Quartal 2021 incl. Weihnachten und Silvester, haben 5 Tierarztpraxen diesen Vertretungsplan (s.o.) aufgestellt.


Unsere eigenen Sprechzeiten sind wie folgt:


Kleintierpraxis Gusborn – Dr. Reinhard Goy – DocGoy

Am Durlei 19
29476 Gusborn
Telefon: 05865-355
Internet: DocGoy.de


Sprechzeiten (normal):
Montag – Samstag: 09:00 – 11:00 Uhr
Montag – Freitag: 15:00 – 18:00 Uhr


Hier der Notdienstplan zum Download als PDF


  • Neu 1: Die Webseite ist aktualisiert worden –> https://docgoy.de
  • Neu 2: Sie können jetzt für Routine-Besuche Ihren Termin im Onlinekalender selbst wählen  –> https://docgoy.de   (Nicht für eilige Behandlung oder Notfälle, nicht für OP-Termine und nicht außerhalb der Sprechzeiten.)
  • Neu 3: Bitte schauen Sie auf der Webseite auchimmer auf den Punkt „Aktuelles“.
  • Denken Sie immer noch an die Corona-Regeln (AHALA):

    1. Immer vorher einen Termin vereinbaren
    2. Nur mit Maske ins Wartezimmer / Sprechzimmer
    3. Nicht mehr als eine Begleitperson mit dem Tier
    4. Hygiene: Hände vor und nach dem Tierarztbesuch desinfizieren
    5. Nicht kommen, wenn sie selbst krank sind
    6. Nach Möglichkeit mindestens 1,50 m Abstand zu allen anderen im Wartebereich und Sprechzimmer halten
    7. Wenn im Wartezimmer schon jemand ist, bitte draußen oder im Auto warten

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