Juni 30, 2024

Klartext zur Floh-, Zecken- und Wurm-Behandlung


Was hilft „wirklich“ gegen Zecken und Flöhe?

Im Gegensatz zu allen „alternativen“ Präparaten sind verschreibungspflichtige Tierarzneimittel auf „Herz & Nieren“ geprüft und müssen sowohl ihre Wirksamkeit als auch ihre Ungefährlichkeit in vielen Versuchen und Studien belegen. Erst dann dürfen sie angewendet werden.

Auch erfolgt eine lückenlose Meldepflicht der Tierärzte gegenüber den Aufsichtsbehörden über Probleme, die zeitnah nach dem Verabreichen einer Floh/Zecken- oder Wurm-Kur aufgetreten sind.

Immer wieder werden wir in der Kleintierpraxis mit den verschiedensten „Wundermitteln“ gegen Flöhe und Zecken konfrontiert.

Wir selbst unterstützen gerne natürliche und alternative Methoden und haben bei unseren Katzen bzw. bei ausgewählten Tieren aus der Klientel auch schon so einiges ausprobiert.

Leider fällt das eindeutige Fazit folgendermaßen aus:

1. Wenn es wirklich Probleme mit vielen Zecken und Flöhen gibt, dann hilft tatsächlich nur das entsprechende rezeptpflichtige Medikament vom Tierarzt.

2. Bei Tieren, die von „Natur aus“ nicht so anfällig (lecker?) für Flöhe und Zecken sind, und zu Zeiten wo es von Natur aus weniger Zecken und Flöhe gibt, mögen auch „natürlich“ Mittel eine gewisse Wirkung haben.

Doch bei einem richtigen Befall ist alles, was freiverkäuflich auf dem Markt ist, nicht wirksam. Weder die Medikamente aus dem Internet (bis auf ganz wenige Ausnahmen s.u.), und schon gar nicht Mittel aus dem Baumarkt, der Drogerie, dem Futtershop oder aus anderen Quellen.

Zum Beispiel:
  • Kurzwirksame „natürliche“ Mittel wie „Chrysanthemen Extrakt“ sind letztlich nichts anderes als Pyrethroide, eine Stoffgruppe zu der auch Permethrin gehört, ein bekanntes rezeptpflichtiges SpotOn-Präparat.
  • Durchaus wirksame Umgebungsmittel auf Kokosölbasis haben nichts auf dem Tier zu suchen.
  • Schwarzkümmelöl ist stark lebertoxisch, besonders bei Katzen. Zudem wird es meistens im Hochsommer in der Werbung angepriesen, wenn es sowieso kaum Zecken gibt. Deren massenhaftes Auftreten ist vor allem im Frühling und Herbst.
  • Ich habe noch keine Zecke gesehen, die sich von einem Bernstein aufhalten lässt
  • Homöopathie ist für das Tier durchaus wirksam und steigert die Abwehrkraft, verhindert jedoch nicht den Befall mit Flöhen oder Zecken. Ähnlich verhält es sich bei unseren eigenen Versuchen mit der Bioresonanz.
  • Ausführlichere Beschreibungen s. unten

Folgende z.T. lebensgefährliche Erkrankungen können durch Zecken übertragen werden:
  • Borreliose
  • Babesiose
  • Anaplasmose
  • Ehrlichiose
  • FSME


Weitere Fachinfos hier: ESCCAP

Hier direkt den Flyer zu Flöhen und Zecken herunterladen: https://money-wave.de/dl/187

Somit ist unser Rat folgender:

Wenn Ihr Tier (Hund oder Katze) weniger als 10 Zecken / Jahr hat, kann es ausreichend sein, diese einzeln mit einer Zeckenzange zu entfernen.
Das Risiko eine durch Zecken übertragbare Erkrankung zu bekommen ist dabei nicht ausgeschlossen, doch relativ gering

Bei allen Tieren, die „empfänglich“ für Zecken (und/oder Flöhe) sind, helfen tatsächlich letztlich nur die „guten“ verschreibungspflichtigen Medikamente vom Tierarzt
Diese dürfen nur nach einer klinischen Untersuchung des Tieres abgegeben werden.

Die Floh- und Zeckensaison beginnt im Februar und endet, wenn es mehrere Tage hintereinander wirklich Frost mit deutlichen Minusgraden gegeben hat.

Wenn Sie keine Beratung vom Tierarzt wollen, finden Sie hier wirksame Medikamente gegen Flöhe und Zecken für Hunde im Internet:




Advantage


Ein wirksames und „natürliches“ Umgebungsspray ist folgendes:

Wenn gar nichts mehr geht und bevor der Kammerjäger kommen muss, hilft nur noch das hier: Der Fogger

Weitere Produkte hier bei Tierarzt 24 oder bei ZooPlus:

Was empfehlen wir in unserer Kleintierpraxis?


Wir empfehlen unseren Kunden je nach Belastung und Tierart, je nach Alter und Haltungsweise bzw. je nach Herkunft und Rasse des Tieres oder ob ein Urlaub in südlichen Ländern geplant ist unterschiedliche Präparate.

Wie oft sollte ich mein Tier entwurmen?

Eine Wurmkur bekämpft nur die Darmpa­rasiten mit denen Ihr Tier derzeit infiziert ist. Eine tägliche Neuinfektion ist möglich.

Um den Wurmbefall möglichst gering zu halten, empfehlen wir folgendes Entwurrmungs-Schema:

Hunde- & Katzenwelpen:

  • 2. / 4. / 6. / 8. / 12. Lebenswoche und dann bis zum 1. Lebensjahr alle 1 – 3 Monate

Hunde & Katzen ab dem 1. Lebensjahr:

  • Stubenkatzen: 1 – 2 mal jährlich
  • Hunde nur an der Leine: 1 – 2 mal jährlich
  • Freigänger: mind. alle 3 Mo., besser mtl.
  • mit kleinen Kindern im Haushalt: monatlich

Zusätzlich sollte einmal im Jahr eine Kot­untersuchung auf besondere Darmpara­siten erfolgen.


Was kann ich gegen Flöhe und Zecken machen?


Wir raten zu einer kontinuierlichen Floh- und Zecken-Be­handlung durch Aufträufeln oder Tabletten von wirksamen Flohmitteln vom Tierarzt auf das Tier. Diese bekämpfen erwach­sene Flöhe, Zecken, Milben und verhindern auch die Vermehrung und Entwicklung der Flöhe in der Wohnung.

Wenn Sie ins wärmere Ausland fahren (Mittelmeer) und Hund oder Katze mitnehmen, empfehlen wir zusätzlich ein „Repellent“ (natürlich vom Tierarzt), welches auch Mücken, Fliegen und anderes Ungeziefer fernhält / abschreckt, welche Krankheiten übertragen könnten.

Bei bestehendem Flohbefall sollte auch die Umgebung durch Staubsaugen, Wischen, Waschen und mit Floh-Spray behandelt werden.

Flohmittel wirken 1 bis 3 Monate lang.

NEU: Es gibt jetzt auch eine „Flohspritze“ für Hunde, die 12 Monate wirkt!


Lassen Sie sich von uns beraten! (–> Hier ein Blogartikel dazu)
Diese wirkt natürlich auch gegen Zecken und Milben!


Natürliche Mittel gegen Flöhe, Würmer und Zecken

 
Tatsächlich sind ausschließlich die Medikamente vom Tierarzt nachweislich wirksam, geprüft und getestet.

Wir wären selbst froh, wenn wir ihnen etwas anderes anbieten könnten und wir haben bei uns in der Praxis in den letzten 30 Jahren auch schon vieles ausprobiert bzw. von unseren Kunden ausprobieren lassen. 

Das Fazit ist leider immer das selbe:
Wenn ein Hund oder eine Katze von Natur aus nicht „lecker“ / „empfänglich“ für Flöhe und Zecken ist, hat er/sie auch selten welche. Egal, was sie ihm in den Nacken reiben oder zu Fressen geben. Wenn Tiere empfänglich für Flöhe und Zecken sind, hilft nichts außer den Mitteln vom Tierarzt.

Angeregt durch die Vortragsankündigung zu einem Vortag über angebliche „natürliche Mitterl gegen Flöhe, Zecken und Würmer“ habe ich mir wie folgt einige Gedanken zu dem Thema gemacht und hier einmal aufgeschrieben:

1) Schwarzkümmel für Katzen

Schwarzkümmelöl bei Katzen kann schlimme Folgen haben:
Katzen fehlt ein Enzym, welches die im Schwarzkümmelöl enthaltenen Stoffe umfassend abbauen kann. Deswegen gibt es Vergiftungserscheinungen und Leberschäden treten auf.
Egal, ob Sie das Öl über das Futter geben oder ins Fell schmieren.

Schwarzkümmel kann ab dem ersten Tropfen für Ihre Katze tödlich sein.

Anzeichen für eine Schwarzkümmelöl-Vergiftung von Katzen sind Atemwegsprobleme, Schwellungen, Krämpfe, Erbrechen und Durchfall sowie Appetitverlust und Gewichtsabnahme.
Sollte Ihre Katze aus Versehen mit Öl in Berührung gekommen sein, sollten Sie umgehend einen Tierarzt aufsuchen.

Grundsätzlich: Bevor Sie Ihrer Katze irgendwelche Nahrungsergänzungsmittel oder Öle verabreichen, sollten Sie immer zuerst den Tierarzt konsultieren. Ein Tierarzt kann Ihnen basierend auf den spezifischen Bedürfnissen Ihrer Katze die besten Empfehlungen geben. Selbst wenn ein bestimmtes Produkt für Menschen als sicher gilt, bedeutet das nicht unbedingt, dass es auch für Tiere geeignet ist.

2) Ätherische Öle auf die Haut auftragen

Lavendel, Zitronenmelisse, Basilikum, Pfefferminze, Rosengeranie, Rosmarin, Zitronengras Teebaumöl, Citronella, Anis, Eucalyptus, Neem etc.

Der Geruchssinn von Hunden ist extrem gut entwickelt und übertrifft den menschlichen Geruchssinn bei weitem. Hunde haben etwa 220 Millionen Riechzellen in ihren Nasen, im Vergleich zu etwa 5 Millionen beim Menschen. Darüber hinaus haben Hunde eine Riechschleimhaut, die viel größer ist als die des Menschen.

Die olfaktorische Fähigkeit von Hunden ermöglicht es ihnen, eine Vielzahl von Gerüchen zu erkennen, sie zu verfolgen und zu unterscheiden. Hunde können nicht nur bestimmte Gerüche identifizieren, sondern auch die Richtung, Entfernung und sogar den Verlauf eines Duftes verfolgen. Diese Fähigkeiten machen Hunde in verschiedenen Bereichen nützlich, wie beispielsweise bei der Suche und Rettung, Drogenerkennung, Sprengstoffaufspürung und in der Jagd.

Es wird geschätzt, dass der Geruchssinn von Hunden bis zu 10.000-mal empfindlicher ist als der des Menschen. Dies macht Hunde zu äußerst effektiven und zuverlässigen Helfern in vielen Aufgaben, die auf ihrem ausgeprägten Geruchssinn basieren.

Jetzt überlegen Sie einmal, was Sie dem Hund antun, wenn sie ihm diese stark riechende ätherische Öle ins Fell reiben. Das grenzt an Tierquälerei!

Teebaumöl für Katzen giftig –> Tierpunkt-Blogartikel

3) Kokosöl / Kokosflocken

Beim direkten besprühen mit Kokosöl auf Flöhe oder Zecken verkleben deren Atemöffnungen und die Tiere sterben. Für die Umgebungsbehandlung ist Kokosöl also durchaus geeignet zur Floh- und Zeckenbekämpfung (–> FLEE)

Bei der Anwendung auf dem Tier kann (hochwertiges und reines) Kokosöl in geringen Mengen positiv sein, da es bei Hautreizungen und Entzündungen beruhigend wirkt.
Eine großflächige Anwendung am Tier führt zur Verstopfung der Poren und hat damit eher einen negativen Einfluss auf die Hautgesundheit.
Eine ausreichende vorbeugende Wirkung gegen Flöhe und Zecken bietet es in keinem Fall.

Wir haben immer wieder junge Welpen in der Praxis, die als „geimpft und gegen Würmer behandelt“ verkauft werden, dann aber mit starkem (sogar sichtbarem) Wurmbefall oder Giardiose zu uns kommen. Auf nachfrage hat der Züchter dann „Kokosflocken“ als Wurmprophylaxe genutzt. Das grenzt schon an Betrug, denn es ist keine tiermedizinische Entwurmung und offensichtlich nicht wirksam.

4) Bernsteinketten 

Die sind ein hübsches modisches Accessoir, mehr jedoch nicht.
Weiterer Artikel zu diesem Thema bei ESCCAP: Hier klicken

5) Zistrose

Cistus ist eine durchaus gesundheitsfördernde Heilpflanze und wirkt in der richtigen Dosierung unter das Futter gemischt steigernd auf die Abwehrkräfte von Hunden und Katzen. Das ist dem Floh und der Zecke jedoch egal. Die lassen sich nicht davon abschrecken.

6) Homöopathie / Bachblüten / Schüsslersalze

Wir setzen Homöopathie / Homotoxikologie und Ähnliches gerne und erfolgreich in unserer Praxis ein. Sie wirkt alleine oder in Kombination mit anderen Medikamenten regulierend, selbstheilungsfördernd und bringt die Tiere wieder ins Gleichgewicht.

Auf Flöhe und Zecken hat dieses jedoch keine abschreckende Wirkung.

7) Bioresonanz

Ähnlich verhält es sich mit der von uns so gerne und erfolgreich eingesetzten Bioresonanz.
Diese wirkt hervorragend bei Allergien und vielen anderen Erkrankungen.
Eine abschreckenden Einfluss auf Floh- oder Zeckenbefall bzw. Wurmbefall konnten wir in vielen eigenen Versuchen jedoch leider nicht bemerken.


Gerade jedoch bei der Bioresonanz gibt es Kolleginnen und Kollegen, die gute Erfolge damit haben.
Für eine eigene Erfahrungsstudie suchen wir noch Teilnehmer – Hunde oder Katzen.
Wenn Sie das mit uns zusammen ausprobieren möchten, melden Sie sich bitte bei uns.
Hier der Artikel vom verletzen Jahr dazu: https://tierarzt-gusborn.blogspot.com/2022/07/test-tiere-gesucht-fur-neuen.html

8) Pyrethrum

Das einzige wirksame pflanzliche Mittel bei Hunden gegen Flöhe und Zecken ist Chrysanthemen Extrakt. (Pyrethrum / Pyrethroide)
Dieses muss jedoch wegen der sich schnell verflüchtigenden Wirkung täglich aufgesprüht werden um auf Flöhe und Zecken abschreckend zu wirken. Dadurch wird bei langfristiger Anwendung die Leber stark belastet.

Um die Wirkungsdauer zu verbessern wurde das Molekül verändert.
Und genau das sind die modernen Floh- und Zeckenmittel für Hunde auf Basis von Pyrethroiden.
Diese sind für die Daueranwendung entwickelt und getestet und haben deswegen eine deutlich geringere Leberbelastung als tägliches Einsprühen mit dem Naturprodukt.

Katzen sind wegen der verminderten Aktivität ihrer Glucuronyltransferase besonders empfindlich gegenüber Pyrethroiden und dürfen deshalb auf keinen Fall mit pyrethroidhaltigen Spot-on Präparaten behandelt werden.

Pyrethrum und Pyrethroide führen bei Katzen zu lebensbedrohlichen Vergiftungen!

9) Puder oder Waschen der Tiere oder Absammeln der Flöhe und Zecken

Erstens gibt es keine wirklich wirksamen pulverförmigen Medikamente gegen Flöhe und Zecken und zweitens verteilen Sie das Pulver in der ganzen Umgebung, der Wohnungsluft und atmen dieses dann auch selbst ein.

Ähnlich verhält es sich mit Waschungen. Nur 5% der Flohpopulation lebt auf dem Hund oder der Katze. Durch Waschen erhalten sie saubere Flöhe und der eine oder andere ertrinkt vielleicht; das war´s dann auch schon.

Wenn Sie Flöhe auskämmen und einen fangen, kommen 100 neue Flöhe zur Beerdigung! Flohkämme sind nur wichtig zur Diagnose, ob überhaut Flöhe da sind, helfen aber nicht bei der Bekämpfung.
Zeckenzangen sind gut, kommen aber eigentlich zu spät, da der Biss schon stattgefunden hat und ggf. die Übertragung von Erregern auch.

10) Warum Wurmkur?

Eine regelmäßige Entwurmung von Hunden und Katzen ist zum einen natürlich gut für das Tier, zum anderen und vor allem aber als Gesundheitsvorsorge für uns Menschen wichtig.
Werden Wurmeier von Hunden und Katzen durch uns Menschen aufgenommen, sitzen diese bei uns NICHT im Darm. 

Wir sind nur der Zwischenwirt für die Entwicklung der Würmer. Diese als Zoonose (von Tier auf Mensch übertragbare Erkrankung) kann zu lebensbedrohlichen Zuständen führen.
Besonders in Haushalten mit kleinen Kindern sollte eine regelmäßige Entwurmung von Hunden und Katzen stattfinden.

Beispiel Toxokarose – Die Larven beginnen im Menschen eine Wanderung vom Darm durch verschiedene Organe – ernsthafte Schäden an Nervenbahnen, Augen und/oder dem Gehirn sind dann die möglichen Folgen eines Spulwurmbefalls.

Beispiel Echinokokkus (Fuchsbandwurm):



Wurmkuren sind eher „Menschenschutz“ als „Tierschutz“. Der Hund kann tatsächlich mit einer gewissen sog. „Wurmlast“ gut leben. Doch durch die enge Beziehung zum Menschen in der heutigen Zeit kommt es vermehrt zu Infektionen von Herrchen und Frauchen oder besonders Kindern, welche dann als „Fehlwirt“ schwere Krankheiten entwickeln können.
Bei Katzen gilt das besonders für den Bandwurm.

Rohe Wurzeln oder andere faserhaltige Nahrungsmittel sind zwar gut für die Verdauung von Hund und Katze, helfen aber nicht gegen Würmer. Diese beißen sich in der Darmschleimhaut fest und es interessiert sie nicht, wie der Nahrungsbrei zusammengesetzt ist.
Nur, wenn so viele Würmer im Darm sind, dass nicht alle einen Platz zum festbeißen finden, dann können gelegentlich Würmer im Kot gefunden werden.

Ansonsten werden nur Eier ausgeschieden, die man nur im Mikroskop nach spezieller Aufbereitung findet.

Bandwurmglieder kann man hingegen im Fell von Katzen ab und an finden. Das sind Abgeschnürte Eipakete, die aktiv aus dem Anus herausklettern, dann eintrocknen und tatsächlich gefährlich für den Menschen sind (s. Bild oben).

Übrigens – eine Wurmkur ist gegen Würmer und lässt das übrige Mikrobiom in Ruhe. Sie zerstört keine Darmflora und führt zu keiner Dysbiose.

11) Kot einsenden – Wurmtest

Das Einsenden von Kotproben bzw. die Kotuntersuchung durch den Haustierarzt ist durchaus sinnvoll, um einen hochgradigen akuten Wurmbefall zu bestätigen.
Ein negativer Test hat jedoch keinerlei medizinische Aussage. Dieser besagt nur, dass in dem kleinen bisschen Kot, welches gerade untersucht wurde keine Wurmeier gefunden wurden. Da Wurmeier jedoch nicht regelmäßig ausgeschieden werden, ist nur ein positiver Wurmtest ein aussagekräftiges Ergebnis.

Übrigens kostet eine wirksame Wurmkur beim Tierarzt (jedenfalls bei uns) für eine Katze bis 8 kg oder einen Hund bis 25 kg bei uns nur ca.  3,- €uro.

Und noch eine wichtige Bemerkung zu Würmern und Kot. Sie sehen auch bei einem Wurmbefall normalerweise keine Würmer im Kot. Man kann höchstens auf Eier untersuchen und das geht nur nach einer speziellen Aufbereitung und mit einem Mikroskop im Labor.
Sollten Sie Würmer im Kot oder im Erbrochenen finden, dann ist ihr Tier soooo voll Parasiten, dass diese sich nicht mehr an der Darmschleimhaut festbeißen können und ausgeschieden werden.
Übrigens, die kleinen weißen und reiskornförmigen Teile bei der Katze im Fell oder auf der Katzendecke sind keine Wurmeier, sondern komplette Bandwurmabschnitte

12) Gefahr durch Flöhe und Zecken

Flöhe und Zecken bei Hunden und Katzen führen nicht nur zu Hautproblemen und Juckreiz. Die eigentliche Gefahr besteht in den übertragbaren Krankheiten, die durch Flöhe und Zecken in den Hund gelangen.
Das sind u.a. die Babesiose (hier im Landkreis Lüchow-Dannenberg schon nachgewiesen!), Ehrlichiose, Anaplasmose, Borreliose, Leishmaniose, Dirofilariose, andere Filarien-Infektionen und die Bartonellose

13) Wildtiere haben doch auch Würmer und Flöhe

Ja, Wildtiere sind natürlich voll von Milben, Läusen, Flöhen, Zecken, Würmern und allen anderen Parasiten. Das mag vielleicht natürlich sein, doch gesund oder „glücklich“ sind die sicherlich auch nicht damit. Zum Glück leben diese Tiere aber nicht so eng beieinander, sodass die Ansteckung und Konzentration nicht so hoch ist wie auf der Hundewiese in der Stadt. 

Zudem leben diese Tiere auch nicht in unseren Wohnungen und können uns Menschen anstecken und wir als Tierbesitzer haben auch keine direkte Verantwortung für Wildtiere in diesem Bereich. Für unsere eigenen Haustiere jedoch schon.
Eine regelmäßige Floh-, Zecken- und Wurmbehandlung mit wirksamen Medikamenten vom Tierarzt ist Tierschutz und Menschenschutz.

14) Mittel aus dem Internet

Es gibt tatsächlich ein oder zwei gute, verträgliche und wirksame Mittel besonders für Hunde im Internet frei zu kaufen (z.B. über DocMorrisScalibor oder Seresto) –> KEINE Flohhalsbänder für Katzen mit Freigang!!!

Aber ACHTUNG! 
Gerade bei Scalibor und Seresto gibt es Fläschungen im Internet. Entweder sind es Produkte, die ähnlich aussehen, aber nicht die wirksamen Wirkstoffe enthalten, oder es sind tatsächlich nachgemachte gefälschte Produkte.
Wie können Sie das verhindern, dass Sie auf Fälschungen hereinfallen?
–> Bestellen Sie Ihre Produkte direkt bei ihrem Tierarzt des Vertrauens, auf DocMorris oder alles andere auf Tierarzt24.

Doch der Rest ist raus geschmissenes Geld.

Alles im Zoofachhandel, oder aus sonstigen nicht tierärztlichen Quellen wirkt einfach nicht. Ganz besonders alle Mittel mit dem ehemals guten Wirkstoff „Fipronil“ so wie das Medikament, das mit „Front“ anfängt und mit „line“ aufhört, hat kaum noch Wirkung gegen Flöhe – das sagt ihnen nur kein Apotheker, die das Zeug verkaufen wie geschnitten Brot…. 
Davon gibt es jetzt viele „Generika“ = nachgemachte Präparate, weil das Patent auf den Wirkstoff abgelaufen ist. doch was solls, wenn schon das „Original“ nicht mehr wirksam ist, hilft auf das günstige Präparat vom Billiganbieter nicht besser!

Wirksame Floh- Zecken-, Milben- und Wurmmittel sind aufgrund ihrer guten Wirksamkeit verschreibungspflichtig und nicht frei verkäuflich. 
Der Tierarzt vor Ort beurteilt die Gefährdungslage, die Gegebenheiten, den Gesundheitszustand des Tiere und die Applikationsform und findet das individuell passende Medikament für jedes in der Tierarztpraxis vorgestellte Tier.

Weitere Artikel & Quellen zu dem Thema Parasitenbekämpfung bei Hunden und Katzen:


Tags

Bandwurm, Borreliose, DocGoy, Floh, Flöhe, Flohmittel, Kleintierpraxis Gusborn, Milben, Milbenmittel, Parasiten, SpotOn, Stechmücken, Würmer, Wurmmittel, Zecke, Zecken, Zeckenmittel


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