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Ein ganz normaler Notdienst am Wochenende


Ein ganz normaler Notdienst am Wochenende


Dieses Wochenende war mal wieder so ein ganz besonderer Notdienst.

OK, es kam ein ausgesetztes und verletztes Kitten, ein sabbernder Hund, eine kotzende Katze und weitere Haustiere, die tatsächlich teilweise auch Notfälle waren.

Doch es kamen auch Anrufe zu einem Igel, der im Garten herumliegt, einem Storch, der auf dem Dorfplatz spazieren geht, einem Reiher oder Kranich, der auf einer Wiese steht, einem Spatz, den die Katze nur teilweise kaputt gespielt hat und einer Schleiereule, die sich kaum mehr bewegt.

Da wird es dann kompliziert, denn nicht alles kann jeder Tierarzt in seiner Praxis lege artis versorgen.
Ein kompliziert gebrochener Flügel eines Vogels ist etwas für Spezialisten und die sind in der ländlichen Gegend rar.
Und falls behandelt werden kann, wer bezahlt den Tierarzt für seine Arbeit?

„Eigentlich“ ist ja der Auftraggeber der Bringer der verletzten Tiere. 
Also jene freundlichen Menschen, die sich aus echtem oder unwissendem Tierschutz der tatsächlich oder vermeintlich kranken Tiere angenommen hat. 
Die sind dann aber auch entgeistert, wenn sie dann über 100,- € zahlen sollen für einen Igel, der sich vielleicht nur für einen Mittagsschläfchen zusammengerollt hatte.
Eine Kostenübernahmestelle seitens der Behörden gibt es nicht.
Zumal verschiedene Ämter ggf. involviert sein können. Da gibt es die untere Naturschutzbehörde, das Veterinäramt, das Ordnungsamt, die verschiedenen z.T. ehrenamtlichen „Beauftragten“ für bestimmte Tierarten usw. usf.
Manchmal ist auch der Jagdpächter verantwortlich, wenn es sich um jagdbare Wildtiere handelt.


Selbst wenn nur noch die Möglichkeit besteht ein Tier von seinem Leid zu erlösen, darf man das nicht immer. Entweder das Tier steht unter Artenschutz und es muss nachfragt werden (wo und vor allem bei wem besonders am Wochenende?) oder das Tier gehört rechtlich dem Jagdpächter und auch dann darf nicht einfach sein „Wild“ erlöst werden. Nur, auch da weiß oft niemand, wer der aktuelle Jagdpächter ist, geschweige denn wie man ihn am Wochenende erreichen kann.

Häufig läuft es dann darauf hinaus, das der Finder verärgert ist, wenn er für seine (manchmal vermeintlich) gute Tat auch noch bezahlen soll, der Tierarzt dann ohne Möglichkeit der Rücksprache eine Entscheidung treffen muss und oft auch noch auf zumindest einem Teil der Kosten sitzen bleibt.

Grundsätzlich weise ich hier auch noch einmal auf 2 Tatsachen hin, die ich auch schon in diesem ausführlichen Artikel über Fundtiere / Wildtiere beschrieben habe:

  1. Nicht jedes Tier, auch wenn es für den Laien vielleicht so aussieht, muss „gerettet“ werden. Manchmal ist es nur ein ganz normales Verhalten bzw. die „Natur“ regelt vieles selbst. Auch Frau Fuchs oder Herr Bussard haben Kinder, die etwas fressen möchten…
  2. Wer ein Tier zum Tierarzt bringt, hat damit erst einmal die Verantwortung dafür übernommen und ist ggf. auch für die entstehenden Kosten zuständig.

Achtung – Notdienst und Änderung Sprechzeiten

 

Achtung – Notdienst und Änderung Sprechzeiten


Von Freitag, dem 28.7.23 ab 18:00 Uhr bis Montag, dem 31.7.23 um 8:00 Uhr übernimmt die Kleintierpraxis Gusborn – Dr. Reinhard Goy den Notdienst für die 6 angeschlossenen Tierarztpraxis im Bereich Kleintiere und Heimtiere.

Wir sind dann für Notfälle 24/7 unter 05865-355 für Sie zu erreichen.

Alle weiteren Infos finden Sie wie immer auf unserer Homepage: https://DocGoy.de

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Außer der Reihe schließen wir am Mittwoch, dem 2.8.23 schon um 10:00 Uhr und sind dann am Donnerstag, dem 3.8.23 wieder für Sie da!

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Ansonsten gelten die normalen (neuen) Sprechzeiten:

Mo – Fr von 9:00 Uhr bis 11:00 Uhr
und von 15:00 Uhr bis 18:00 Uhr


In Notfällen außerhalb der Sprechzeiten sind wir unter der Notfallrufnummer zu erreichen, die am Ende der Bandansage durchgegeben wird.

Weitere Artikel zu dem Thema Notdienst / Notfall:


  • – Hier alle Infos auf der Homepage: https://DocGoy.de
  • – Hier die Notdienste für das 3. Quartal 2023 in Lüchow-Dannenberg und Dömitz als PDF: Hier klicken und herunterladen
  • – Was bedeutet „Notdienst“ und was nicht? –> Blogartikel
  • – Was ist wirklich ein Notfall? –> Blogartikel
  • – 24/7 Erreichbarkeit wird eingestellt –> Blogartikel
  • – Unfall / Wildtiere / Wer / Wohin? –> Blogartikel
  • – Vermisste Katze – Was tun? –> Bogartikel
  • – Neue Sprechzeiten – Notdienst 3. Quartal – Video-Sprechstunden –> Blogartikel
  • – VideoCall im Notfall & spezielle Sprechzeiten für Telemedizin –> Blogartikel

Bisswunde – Wundversorgung – Erste Hilfe


Bisswunde – Wundversorgung – Erste Hilfe


Viele Tiere kommen mit Biss-, Riss- oder sonstigen Wunden und Verletzungen in die Praxis.
Oftmals ist es jedoch zu spät, um einen Wundverschluss machen zu können.
Dann muss die Wunde eben „unter Schorf“ (= Sekundärheilung – per secundam) heilen.


Worauf ist zu achten? Wie schnell sollten Sie zum Tierarzt fahren?


  • Wie ist das Allgemeinbefinden des Tieres?
    • –> Je stärker das Allgemeinbefinden des Tieres gestört ist (schnelle Atmung / Benommenheit / Erbrechen etc.  desto eher / schneller zum Tierarzt
  • Wie „alt“ ist die Wunde? Haben Sie gesehen, wie es passiert ist?
    • –> Je frischer die Wunde, desto besser ist sie vom Tierarzt zu versorgen.
    • –> Je mehr die Wunde schon verschorft ist, oder unangenehm riecht, desto dringender sollten Sie zum Tierarzt. Dann ist jedoch oft kein Wundverschluss mehr möglich. Doch die Wunde muss gereinigt und ggf. unter Vollnarkose versorgt werden
  • Wie großflächig ist die Wunde?
    • –> Je größer die Wunde, desto eher / schneller zum Tierarzt
  • Wie tief ist die Wunde?
    • –> Je tiefer die Wunde, also bis in den Muskel z.B., desto eher / schneller zum Tierarzt.
  • Wie stark blutet die Wunde?
    • –> Je stärker die Blutung, desto eher / schneller zum Tierarzt.
  • Ist die Wunde von einem Tier oder z.B. einer scharfen Kante (Schnittverletzung)
    • –> Wenn es eine Biss, oder Kratzverletzung von einem anderen Tier ist, dann ist die Wunde sicherlich stärker infiziert und dann eher / schneller zum Tierarzt.



Was können Sie tun? Welche erste Hilfe Maßnahmen können sie selbst machen?


  • Die Wunde anschauen und „begutachten“ ggf. ein Foto machen und Tierarzt schicken
  • Die Wunde unter fließendem Wasser reinigen und abtupfen
  • Die Wunde mit Wundspray etc. desinfizieren
  • Die Wunde abdecken / schützen mit Wund Gaze oder auch nur einem Lappen oder Taschentuch
  • Möglichst sofort jedoch spätestens innerhalb der ersten 12 Stunden zum Tierarzt fahren
  • KEINE Medikamente von Menschen einfach dem Tier geben, auch und ganz besonders keine „Schmerztablette“, die für Tiere wirklich giftig sein  können.
  • Homöopathische Mittel wie „Arnica“ oder „Traumeel“ können Sie jederzeit zusätzlich verabreichen. Diese fördern in jedem Fall die Heilung, sind jedoch nicht immer alleine ausreichend.


Was macht der Tierarzt?


Je nach Größe, Tiefe und Schweregrad der Verletzung kann die Wunde einfach gesäubert, gespült und verbunden werden, oder sie muss genäht bzw. geklammert werden.
Manchmal muss das in Vollnarkose geschehen, manchmal unter Sedation und manchmal auch „einfach so“.

Je nach den weiteren Befunden muss das Tier versorgt werden, ggf. der Schock oder weitere Verletzungen versorgt werden. Manchmal mit Antibiose, manchmal ist eine Antibiose nicht nötig. Zumindest sollte immer eine Schmerzbehandlung erfolgen.

Auch hier sind natürlich weitere komplementäre Behandlungsmöglichkeiten zur besseren Heilung je nach Lage des Falls möglich, wie z.B. die Bioresonanz, Laserbehandlung oder homöopathische Mittel.
Besprechen Sie diese unterstützenden Maßnahmen bitte mit ihrem modernen und aufgeschlossenem Tierarzt.

Was kommt danach?


Auch wieder je nach Beschaffenheit der Verletzung bekommt das Tier einen Verband, der regelmäßig gewechselt werden muss, oder es sind tägliche weitere Injektionen nötig, oder der Tierhalter kann die Weiterversorgung mit Säuberung und Tabletteneingabe selbst übernehmen.

Auf jeden Fall ist es für eine gute Wundheilung unerlässlich, dass das Tier (Hund oder Katze) sich NICHT an der Wunde leckt. Im Maul sind viele Bakterien und das Belecken fördert die Entzündung und verhindert eine Heilung.
Ein „Halskragen“ bei Hunden ist also in den meisten Fällen nötig, auch wenn die Hunde das gar nicht lieben, ist das einer der wichtigsten Maßnahmen zur Wundheilung!


Welche Hilfsmittel sollten Sie zu Hause haben?


Oft reicht das Erste-Hilfe-Material aus dem Erste-Hilfe-Kasten im Auto aus.
Zusätzlich ist eine Haftbinde sinnvoll, da diese schnell angebracht werden kann.

Wundgele, Wundsalben, Wundsprays gibt es viele. Hier unsere Empfehlungen:

Bei solchen Gelegenheiten ist man froh, wenn man eine Tierversicherung abgeschlossen hat. Hier finden Sie drei Empfehlungen für Tierversicherungen.

Weitere Artikel zu dem Thema:


Spannende Fälle im Juni 2023 – Grannen

 

Spannende Fälle im Juni 2023


Dieses Jahr scheint wieder ein ganz besonderes „Grannen-Jahr“ zu sein.
Es vergeht kaum eine Woche in der ich nicht aus irgend einem Tier irgendwo solche Teile entfernen müsste.
Beliebt sind Augen und Ohren sowie Pfoten. Doch letztlich können sich diese Teile von Gräsern überall hineinbohren.
Von einer Kollegin habe ich den Fall gehört, dass Grannen eingeatmet wurden und das Tier sogar daran verstorben ist.


Achten Sie bitte bei jedem Spaziergang mit dem Hund, oder jedes Mal, wenn die Katze nach Hause kommt, ob Sie Grannen im Fell, an den Pfoten, im Ohr (s. Bild unten) oder im Auge entdecken. 

Wenn um diese Jahreszeit und besonders dann, wenn es so trocken ist, ihr Tier irgendwo eine Entzündung, Verdickung oder Schwellung aufweist, kann es sich um eine Granne handeln, die sich wegen der Widerhaken immer weiter nach innen bohrt.


Manchmal lassen sich die Grannen vorsichtig mit einer Pinzette entfernen, solange das Tier „kooperativ“ ist. Ansonsten ist in solchen Fällen oft eine Sedation oder eine Vollnarkose notwendig, damit sich der Patient wirklich nicht bewegen kann, solange der Tierarzt mit einer spitzen Pinzette am Auge oder am Ohr hantiert.

Aber auch andere Fremdkörper könne zu Abszessen unter der Haut führen. Sei es der entzündete und infizierte Zeckenbiss, die vereiterte Kampfverletzung oder ein 3 cm langes Stück vom Ast, dass sich unter die Haut gebohrt hat, als der Hund in den Busch gerannt ist.

Solange der Abszess „offen“ ist und der Eiter abfließen kann, kann man den Hohlraum auch ausspülen und das Tier antibiotisch versorgen. Manchmal muss aber auch hier erst die Wundhöhle chirurgisch eröffnet werden. Solange es ein kleiner Einstich ist, geht das bei Tieren, die still sitzen auch ohne Betäubung.

Umfangsvermehrungen können aber auch unschöne weitere Ursachen haben, wie z.B. Tumore.

Und wenn diese an einer besonders ungünstigen Stelle sitzen, wie z.B. direkt am Darmausgang, so ist es mit der Hygiene natürlich auch nicht so weit.

Die beste Option ist immer noch die chirurgische Entfernung. Gerade beim Hund reicht das in den meisten Fällen aus. Doch manchmal kommen die Geschwulste nach kurzer Zeit schon wieder. Dann kann man nur versuchen die akuten Wachstumsschübe zu verlangsamen und die zusätzlichen Entzündungserscheinungen zu lindern.

Oft ist auch eine homöopathische zusätzliche Behandlung (s. HIER) sinnvoll. Diese verlangsamt den Prozess und kann die Demarkierung (Abgrenzung) zum gesunden Gewebe verstärken (Beispiel s. HIER). 

In jedem Einzelfall ist immer abzuwägen, wieviel Aufwand notwendig ist, wieviel Medikamente (Entzündungshemmer und/oder Antibiotikum) eingesetzt werden müssen, welche zusätzlichen (ggf. alternative) Maßnahmen sinnvoll sind und wie lange man abwarten kann, bevor eine Narkose und eine OP notwendig sind.

Was können Sie selbst vorbeugend machen?

  1. Untersuchen Sie besonders bei trockenem Wetter das Fell Ihres Tieres (Hund oder Katze) täglich bzw. nach jedem Spaziergang auf Fremdkörper, Verletzungen und/oder Grannen.
  2. Wenn Sie etwas gefunden haben, verschaffen Sie sich Übersicht, indem Sie das Fell in der Umgebung kürzen oder wegschneiden oder zumindest wenigstens anfeuchten.
  3. Säubern (nur lauwarmes Wasser) und Desinfizieren Sie ggf. die Stelle mit einem milden, nicht reizendem Desinfektionsmittel.
  4. Versuchen Sie vielleicht selbst mit der Hand oder einer stumpfen Pinzette ggf. den Fremdkörper vorsichtig zu entfernen
  5. Setzen Sie grundsätzlich KEINE Medikamente ein, die nicht für Tiere zugelassen sind. Im Zweifel fragen Sie Ihren Tierarzt, ob Sie das verwenden können.
  6. Gehen Sie rechtzeitig zum Tierarzt, wenn es zu einer Entzündung (Rötung, Schwellung, Schmerz, Eiter, etc.) kommt.

Notdienst, geänderte Sprechzeiten & Telemedizin



Notdienste, geänderte Sprechzeiten & Telemedizin


Nach über 30 Jahren Tierarztpraxis in der wir fast täglich rund um die Uhr für Sie, unsere Kunden und Ihre Tiere da waren, 
haben wir uns entschieden, keine regelmäßigen Samstags-Sprechstunden mehr anzubieten. 

Auch wegen der aktuellen Diskussion in den Medien über die Einführen einer 4-Tage-Woche, wollen wir jetzt bei uns zumindest die 5-Tage-Woche einzuführen.

Man wird ja auch nicht jünger und muss mit seinen Kräften haushalten. Es hilft ja niemandem, wenn wir aus gesundheitlichen Gründen plötzlich gar nicht mehr für Sie und die Tiere da sein könnten…

Wir sind für Sie und Ihre Tiere jetzt regelmäßig nach Terminabsprache über Telefon oder durch Onlinebuchung zu folgenden Zeiten da:

MONTAG bis FREITAG
MORGENS von 9:00 – 11:00 Uhr und
NACHMITTAGS von 15:00 bis 18:00 Uhr


Diese neue Regelung tritt ab dem 3. Quartal 2023, also ab dem 1. Juli 2023 in Kraft.

Hier ist der Notdienstplan für das 3. Quartal 2023:



Für Notfälle an Wochentagen oder am Wochenende außerhalb der Sprechzeiten rufen Sie uns natürlich auch weiterhin jederzeit über unsere bekannte Telefonnummer: 05865-355 an. Sollte eine Bandansage laufen, hören Sie diese bitte bis zum Ende an. Dort ist dann eine spezielle Notrufnummer von uns angegeben.

Sollten wir wirklich einmal unterwegs sein, gibt es einen geregelten Notdienst, den Sie im Internet auf unserer Internet-Seite finden oder den Sie auf dem immer aktuellen 
Notdienstplan, den Sie sich HIER herunterladen können.

Kommen Sie bitte NIE einfach so mit einem Tier in die Praxis, sondern immer NUR nach Voranmeldung!

Video-Call bzw. Telemedizin-Sprechstunden



Wir gehen auch in der Kleintierpraxis Gusborn moderne Wege und führen spezielle Online-Sprechstunden ein.
Aber auch im Notfall kann Telemedizin gut eingesetzt werden.

Diese sind vor allem für die Nachsorge von Patienten gedacht, um sich möglicherweise den Weg für eine kurze Kontrolluntersuchung zu sparen, und zur Vorab-Analyse bzw. Bestandsaufnahme, ob ein Tierarztbesuch in diesem Fall unbedingt nötig ist.

Besonders für junge Menschen, die mit dem Internet, dem Handy und dem VideoChat aufgewachsen sind, bietet dieses eine einfach Möglichkeit Fragen zu stellen.

Mehr dazu können Sie auch schon auf unserer Webseite nachlesen.

Einen VideoCall können Sie außerhalb der normalen „vor Ort“-Sprechzeiten HIER täglich (Mo – Fr) zwischen 11:00 und 12:00 Uhr sowie zwischen 18:00 und 19:00 Uhr buchen.

Im Notfall natürlich auch nach telefonischer Absprache jederzeit.

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