Kleintierexperte DocGoy - Hohe Leberwerte
Was kann ich machen, wenn mein Hund erhöhte Leberwerte in der Blutprobe hat?
Was hohe Leberwerte aussagen:
Erhöhte Leberwerte im Blut bedeuten zunächst nicht automatisch, dass der Hund eine schwere Lebererkrankung hat.Die Werte hängen u.a. ab vom Zeitpunkt der Entnahme, ob der Hund vorher getrunken oder gefressen hat, wie schnell die Blutprobenentnahme gemacht wurde, wie aufgeregt das Tier war (Stress), wie die Probe aufbereitet wurde, wie der Transport war, wie die Außentemperatur war, wie und wann und von welchem Labor untersucht wurde etc.
Mögliche Ursachen erhöhter Leberwerte:
- Entzündungen der Leber (Hepatitis)
- Bei Katzen "Fettleber" durch Hungern
- Infektionen der Leber (z. B. bakterielle, parasitäre oder virale Erkrankungen)
- Aufnahme von Giftstoffen (z. B. bestimmte Pflanzen, Schimmelpilze, Medikamente)
- Überlastung durch Anfall von vielen körpereigenen Giftstoffen (z.B. nach Blutungen, Verletzungen etc.)
- Belastung durch Fieber und Infektionen von anderen Organen
- Mangelernährung durch falsche Fütterung oder chronische Darmprobleme
- Nebenwirkungen von Medikamenten
- Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder das Cushing-Syndrom
- Gallenblasen- oder Gallengangs Erkrankungen
- Tumoren der Leber
- Angeborene Lebererkrankungen wie ein portosystemischer Shunt
- Altersbedingte Veränderungen
Diese Werte gehören zu den "Leberwerten" die sog. "Leberenzyme":
- ALT (Alanin-Aminotransferase)
- AST (Aspartat-Aminotransferase)
- ALP (Alkalische Phosphatase)
- GGT (Gamma-Glutamyltransferase)
- Bilirubin
- Gallensäuren
Die Kombination der Werte gibt Hinweise darauf, ob eher Leberzellen geschädigt sind oder ein Problem im Bereich der Gallenwege vorliegt.
Was sollten Sie tun?
Tierärztliche Abklärung:- Blutwerte kontrollieren und ggf. wiederholen
- Urinuntersuchung
- Ultraschall der Leber und Gallenblase
- Bei Bedarf weitere Untersuchungen wie Gallensäuretest oder Leberbiopsie
Worauf Sie achten können:
- Keine Medikamente eigenmächtig geben (grundsätzlich, nie!)
- Schmerzmittel sollten nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt eingesetzt werden
Leberfreundliche Ernährung (s.u.):
- Hochwertiges, leicht verdauliches Eiweiß
- Angepasster Fettgehalt (je nach Ursache)
- Ausreichend Energie, damit keine Muskelmasse abgebaut wird
- Eventuell spezielles Diätfutter für Leberpatienten
Je nach Diagnose können folgende leberunterstützende Ergänzungen sinnvoll sein (s.u.):
- S-Adenosylmethionin (SAMe)
- Mariendistel (Silymarin)
- Vitamin E
- Omega-3-Fettsäuren
- Ursodeoxycholsäure (nur bei bestimmten Erkrankungen und tierärztlicher Verordnung)
Regelmäßige Kontrollen:
- Verlauf der Blutwerte alle Wochen bis Monate kontrollieren
- Bei chronischen Erkrankungen dauerhafte Überwachung
Warnzeichen, bei denen Sie sofort zum Tierarzt sollten:
- Gelbliche Schleimhäute oder Augen (Gelbsucht)
- Starkes Erbrechen
- Appetitlosigkeit über mehr als 24 Stunden
- Ausgeprägte Mattigkeit ("Der Schmerz der Leber ist die Müdigkeit")
- Krampfanfälle oder Verhaltensänderungen
- Starker Durst und häufiges Wasserlassen
- Blutungen oder schwarzer Kot
- Aufgeblähter Bauch
Was ist eine "Leberschutz-Therapie"?
Kann sich die Leber erholen?
Ja. Die Leber besitzt eine außergewöhnliche Regenerationsfähigkeit.
Fazit
Erhöhte Leberwerte sind ein wichtiges Warnsignal, aber noch keine Diagnose.
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