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Chloralose Vergiftung Katze April 2022


α Chloralose Vergiftung Katze April 2022

    
Wahrscheinlich hatten wir in der Zwischenzeit weitere Fälle auch bei den Kolleg/in/en hier im Landkreis bzw. die Tiere sind in die Klinik geschickt worden.

Inzwischen hatte ich einen weiteren Verdachts-Fall, jedoch mit Fieber. Alle anderen Vergiftungserscheinungen deuteten aber auch auf Alpha-Chloralose hin.    

Der Besitzer hat morgens die Katze apathisch, kalt und zuckend vor seiner Haustür gefunden. Da er sich sicher war, dass die Katze innerhalb der nächsten Minuten versterben würde, hat er sie zugedeckt und sich zur Arbeit begeben.
Am Nachmittag riefen uns die Nachbarn an, sie hätten eine torkelnde und schreiende Katze mitten auf der Straße gefunden.
Das Video zeigt den Zustand schon etwa eine halbe Stunde NACH der ersten Behandlung, da wir erst behandelt haben und dann ein Video machen wollten …


Deutlich ist zu sehen, wie die Katze (trotz „Valium“) unkontrolliert am Zucken ist. Sie kann nicht koordiniert Stehen oder Laufen, oder sich aufrecht halten. Besonders die Ohren sind permanent am Zucken. die unkontrollierten jaulenden Lautäußerungen sind auch deutlich zu hören.

In diesem Fall hatte das Tier jedoch Fieber, was uns erst stutzig gemacht hatte, da Untertemperatur sonst das eindeutigste Symptom ist. Wahrscheinlich weil Sie lange Zeit in der Sonne unter der Decke lag und viel gezuckt (Muskelkontraktion = Wärmeerzeugung) hat oder zusätzlich auch eine Infektion hatte.

Alle anderen Anzeichen sprachen auch hier wieder für die Vergiftung mit α-Chloralose!

Nach 2 Tagen konnte der Besitzer endlich gefunden werden, der sich dann doch sehr gefreut hat, dass seine Katze doch nicht gestorben, sondern wieder völlig gesund ist.

Somit ist unsere Erfolgsserie bei der Rettung von schweren Chloralosevergiftungen bisher immer noch nicht gestoppt und wir konnte alle Tiere als geheilt und ohne sichtbare Folgeschäden wieder nach Hause entlassen.

HINWEIS 1: Natürlich hätte der Besitzer das Tier sofort zum Tierarzt bringen müssen, egal, ob die Katze nur krank (Behandlung), oder am sterben (dann tierärztliche Erlösung von der Qual) ist, doch so ist dank der aufmerksamen Nachbarn noch einmal alles gut gegangen.

HINWEIS 2: Wenn Sie umziehen, oder eine andere Telefonnummer haben, teilen Sie das unbedingt auch TASSO, FINDEFIX oder anderen Registrierungsstellen mit, wenn die Katze schon gechippt ist. Ansonsten kann es immer noch schwierig sein, Sie als Besitzer ausfindig zu machen.

Artikel in „Hunderunden“: https://hunderunden.de/artikel/vergiftungen-2
Download vom BPT zur Chloralose-Vergiftung: Hier klicken
Weitere Links und Artikel zu diesem Thema s.u.

HINWEIS 3: Die Vergiftungserscheinungen sind komplett andere, als bei den Mäuse- und Rattengiften, die auf „Cumarin“ basieren. Dort kommt es zur zeitverzögerten Zerstörung der Blutgerinnung und die Tiere werden einfach nur schlapp, blass und müde.

HINWEIS 4: Aufgrund der bisherigen engen Zeitfenstern bis zum Erkennen von ersten Symptomen nehmen wir an, dass die Vergiftung durch direktes Aufnehmen der Köder entsteht und nicht nur über die Kumulation von vergifteten Nagern.

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Eine Zusammenfassung der Therapie sowie eine Übersicht der Symptome finden Sie hier in den folgenden „alten“ Artikeln:

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Erste Chloralose Vergiftung 2021


Noch einmal kurz die Hauptmerkmale, die, wenn man es einmal gesehen hat (s. Video), wirklich eindeutig sind.

Das werden Sie sehen (s. Videos):
1. Katze zuckt einfach so und besonders dann, wenn man sie leicht berührt
2. Katze liegt auf der Seite und kann nicht aufstehen, ist „weggetreten“, gibt jedoch Laute von sich
3. Katze fühlt sich kalt an

Sofortmaßnahme:
1. Wärmflasche 
2. Sofort zum Tierarzt (Notfall – auch Nachts!)

Vorbeugung – was können Sie machen:

1. Reden Sie mit Ihren Nachbarn und mit Verkaufsstellen, überall, wo Sie das Produkt (s.u.) sehen und bitten Sie darum das Produkt entweder aus dem Handel zu nehmen, oder nur nach ausführlicher Einweisung zu verkaufen. Sie können dabei gerne auf diesen Artikel verweisen.
2. Achten Sie auf die Anzeichen bei Ihrem Tier
3. Teilen Sie diesen Artikel, damit möglichst viele Katzenhalter / Tierhalter / Anwender / Verkaufsstellen darauf aufmerksam werden.

Nachdem wir im letzten und vorletzten Jahr einige Fälle mit einer Vergiftung durch das Rattengift „alpha Chloralose – α-Chloralose“ hatten, war es seit Mai 2020 ruhig in unserer Praxis.
Nach Rücksprache mit einigen Verkaufsstellen bes. der „Saatbau“, die hier im Landkreis dieses frei verkäufliche hochtoxische Gift verkaufen, haben diese dankenswerter weise beschlossen, das Mittel nur noch nach Aufklärung abzugeben und es in einem verschlossenen „Gift-Schrank“ zu lagern, wozu sie eigentlich nicht verpflichtet wären.

Doch jetzt ist wieder eine Katze mit dieser Vergiftung aufgetaucht. Sogar die selbe Katze wie vor einem Jahr. Sie scheint also nicht daraus gelernt zu haben. Ich nehme einmal an, der Benutzer hatte noch Reste vom letzten Jahr, die er (oder sie) jetzt verbraucht hat. 
Obwohl laut Anweisung dieses Mittel nur in geschlossenen Räumen eingesetzt werden darf, wo andere Tiere und Menschen keinen einfachen Zugang haben, wird dieses augenscheinlich nicht beachtet.

α-Chloralose (https://www.vetpharm.uzh.ch/clinitox/toxdb/KLT_016.htm) ist chemisch verwand mit Chloralhydrat (https://de.wikipedia.org/wiki/Chloralhydrat) und Chloroform (https://de.wikipedia.org/wiki/Chloroform) welches als Schlafmittel bzw. als Betäubungsmittel beim Menschen eingesetzt wurde. Sie kennen das vielleicht aus älteren Krimis, wenn der Täter dem Opfer einen Wattebausch oder ein Tuch für Mund und Nase hält. Da soll dann immer Chloroform drin sein.

Bisher konnten bei uns alle Patienten gerettet werden, doch nur mit aufwändiger Therapie, Überwachung und Betreuung. Ohne Behandlung sterben die Tiere.

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Vergiftung mit Chloralose bei einer Katze

Artikel vom 17.05.2020
Lange hatten wir Ruhe, doch jetzt ist schon wieder ein Fall aufgetreten


War jedoch zum Glück nicht ein so ganz schwerer Fall.
Leichte Untertemperatur, Miosis, Zuckungen und Apathie in Seitenlage.
Zum Glück keine extreme Untertemperatur, und keine Lähmung von Schluck- und Blasenreflex. 
Kann heute schon wieder nach Hause nach stationärer Aufnahme und symptomatischer Behandlung.

Hinweis: Auch beim Hund gibt es natürlich Vergiftungserscheinungen, die jedoch nicht so ausgeprägt sind und vor allem muss – besonders bei großen Hunden – die Menge an Gift deutlich höher sein, als bei Katzen. In unserer Praxis hatten wir selbst noch keine Vergiftungen durch alpha Chloralose beim Hund.
Hier (hier klicken) gibt es einen Bericht von 2009 mit einer Vergiftung bei sehr kleinen und leichten Hunden. Die Befürchtung ist, dass demnächst auch für „Mini-Hunde“ deutlich mehr Vergiftungsfälle auftreten werden.

—————————————————————————

Artikel vom 30.01.2020

Schon wieder …

Immer mehr Fälle von Vergiftungen bei Katzen durch einen neuen Mäuse- & Rattenköder.
Wahrscheinlich nehmen die Katzen den Giftstoff sogar direkt auf und nicht nur indirekt über Mäuse.
Wir haben jetzt Fälle aus Hitzacker, Damnatz, Siemen, Zadrau, Streetz und Quickborn.

Wie sehen die Vergiftungserscheinungen aus?


Das erste, was man sieht ist „Ataxie“.

Die Katze torkelt, kann nicht mehr Stehen oder Laufen, fällt wieder um.
Man könnte an Schwäche, Lähmungen oder einen Autounfall denken.
Das tritt plötzlich auf und dann sollte auch schon der Tierarzt angerufen werden.


Auch die „Vokalisation“, ist ein häufiges Merkmal.
Die Katze gibt permanent Töne / Geräusche / Schreie von sich ab. Das sind keine Schmerzen, sondern unkontrollierte unbewusste Lautäußerungen.

Danach folgt die „Hypothermie“:
Die Körpertemperatur sinkt ab – bis auf Werte von unter 32°C. Die Katze wird kalt und stirbt, wenn nichts gemacht wird.
Zudem können „Miosis“ (kleine, starre Pupillen, die sich auch bei Dunkelheit nicht erweitern) und spontane Harnblasenentleerung am Anfang festgestellt werden.

Zusätzlich noch „Hyperästhesie“:
Das ist eine Übererregbarkeit der Sinne besonders der Haut. Also ein Zusammenzucken bei Berührung. Das ist ein ziemlich typisches Anzeichen, welches bei einem Schädel-Hirn-Trauma sehr selten auftritt. Aber auch auf Geräusche reagieren diese Tiere mit verstärkter Krampfneigung / Zittern.

Das endet dann in allgemeinen „Konvulsionen“:
Also generalisierten Krampfanfällen.

Als Letztes kommt „Apathie“, „Stupor“ und „Koma“:
Das bedeutet nicht ansprechbar auf Reize, Bewegungslosigkeit bis hin zur Bewusstlosigkeit und dem Erliegen kommen des Schluckreflexes und der Blasenfunktion.

Die Zeit vom Aufnehmen des Giftes bis zum Auftreten erster Vergiftungserscheinungen scheint bei 15 – 30 Minuten zu liegen, es geht als ziemlich schnell.


Je früher das Tier vom Tierarzt behandelt wird, desto besser sind die Überlebensaussichten und kürzer die Behandlungszeit.

1. Wärme (Sofort Wärmflasche selbst machen!)

Ab hier nur vom Tierarzt:
1. Evtl. ein Erbrechen durch Medikamente auslösen
2. Förderung der Giftausscheidung (Nierenanregung / Bindung der Giftstoffe im Darm)
3. Flüssigkeitsinfusionen (DTI)
4. Behandlung der Krämpfe
5. Zwangsfütterung und manuelle Blasenentleerung
6. Ruhe, dunkel, reizarm und mit Wärmedecke
7. Weitere symptomatische Behandlung und Überwachung bis zur vollständigen Besserung

Sollten Sie direkt gesehen haben, wie Ihre Katze die schwarze Paste aufleckt, kann auch noch das Auslösen von Erbrechen zum Ziel führen.
–> KEIN Salzwasser oder sonst. Hausmittel, sondern vom Tierarzt mit einem speziellen Medikament!

Meistens kommt man jedoch zu spät, denn wenn die Katze schon Symptome zeigt, also Verhaltensänderungen aufweist, wirkt das Gift schon.

Es gibt kein gezieltes Gegenmittel. Man kann nur symptomatisch behandeln. Meistens verschlechtert sich der Zustand trotz Behandlung erst noch bis zur „Koma-Stufe“.
Die Tiere müssen in ruhiger Umgebung beobachtet und vom Tierarzt gezielt behandelt werden. Dann haben sie nach unseren bisherige Erfahrungen eine gute Überlebenschance. 

Nach 2 bis 3 Tagen intensiver Behandlung (s.o.), wenn das Gift den Körper wieder verlassen hat, oder vom Körper abgebaut worden ist, geht es den Tieren meistens wieder gut und es scheint bisher keine Folgeschäden zu geben.

Wie sieht das Gift aus?


Es scheint eine schwarze wohlschmeckende Paste zu sein.
Der Gift-Wirkstoff heißt „α-Chloralose“ (alpha-Chloralose).

Die Verpackung s. Bild: (gibt es z.B. bei der Saatbau in Dannenberg -dort werden die Produkte nach meinem Eingreifen nur noch nach Beratung herausgegeben und sind in einem verschlossenen „Gift-Schrank. Was „eigentlich“ noch nicht einmal verpflichtend ist. Vielen Dank dafür!)


Raus die Maus …
und Aus die Katze!
sicher – sauber – zuverlässig –
und bringt Katzen um!

Auch dieses Mittel enthält Chloralose!

Was können Sie machen?

1. Verwenden Sie selbst nicht dieses Gift oder wenn, dann nur in geschlossenen Räumen, so wie es in der Beschreibung auch steht.

2. Wenn Sie ein Tier mit den oben genannten Symptomen finden, sofort Wärmflasche machen und ab mit Tier und Wärmflasche zum Tierarzt

3. Sprechen Sie Freunde, Nachbarn und alle in der Umgebung darauf an, damit die Giftquelle gefunden und beseitigt werden kann und evtl. weitere Vergiftungen von Katzen (und Hunden) vermieden bzw. wenigstens schnell erkannt werden.

4. Sammeln Sie alle verendeten Kleinnager ein, die in der Nähe des Köders liegen bzw. hindern Sie die Mäuse & Ratten daran, aus dem Raum zu flüchten.

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Nach Rücksprache mit dem Unternehmen wurde darauf hingewiesen, dass sich alle Vergiftungen nur durch unsachgemäßen Gebrauch der Köder ereignet haben. Was wohl auch stimmt. Dennoch wäre meines Erachtens ein deutlicherer Warnhinweis über die schwere Giftwirkung auf Hunde und Katzen angebracht.

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Ergänzungen:


1) Facebook-Artikel einer Tierklink genau zu diesem Thema:
https://www.facebook.com/tierklinik.im.tierzentrum/posts/2567635470117728

2) Wie die Herstellerfirma Neudorff zu diesem Thema Stellung nimmt, lesen Sie hier:
https://www.neudorff.de/rat-service/forum/indoor-archiv/ungeziefer/betreff-ihrer-auskunft-ungiftigkeit-von-alpha-chloralose-fuer-katzen-und-hunde-31953/thema.html?fbclid=IwAR2JA9bzVjdHf3FoyYpxiuObbLGsQMaNuzpdDgOzeyvrgLV8G9T7R9wfDtY

3) letale (tödliche) Dosis: 
100 g Köder 4,4% = 4,4 g α-Chloralose –> 4400 mg
Die minimale letale Dosis für die Katze: ca. 100 mg/kg
–> für eine 4 kg Katze ist die minimale (kleinste) letale ( = tödliche) Dosis: 400 mg / Tier
–> das sind nur etwa 10 g Giftköder
–> das bedeutet etwa einen Teelöffel voll oder ein bis Mäuse mit der Köderpaste im Magen


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Vorheriger Artikel 12/2019:


(https://tierarzt-gusborn.blogspot.com/2019/12/achtung-gift-gefahrlich.html)

Wir haben im letzten Monat 3 Katzen mit schweren Vergiftungen durch dieses neue Mäuse- und Rattengift in der Praxis gehabt.

Das GIFT ist frei verkäuflich praktisch ohne deutlich sichtbare Warnhinweise.


Anscheinend wird der Giftstoff – eine schwarze Paste – sogar direkt von den Katzen aufgenommen und nicht nur indirekt über vergiftete Mäuse oder Ratten.

Die Katzen kommen zu uns mit schwerer Untertemperatur (normal 38,5°C – ein Patient lag sogar nur bei 32° C), Apathie bis hin zur Bewusstlosigkeit und gleichzeitigen peripheren Krampfanfällen.
Eine gezielte Behandlung oder ein Gegenmittel gegen den Wirkstoff „α-Chloralose“ gibt es nicht.

Die Therapie ist langwierig und ungewiss. Bisher haben wir zum Glück alle Patienten durchbekommen. Man kann nur versuchen die Tiere symptomatisch zu behandeln und sie so lange am Leben zu erhalten, bis das Gift wieder aus dem Körper ist.

Das bedeutet vor allem Wärme, etwas gegen die Krämpfe geben künstliche Ernährung / Infusion und Anregung der Ausscheidung über die Niere.


Sollten Sie ein Tier in diesem Zustand vorfinden, dann ist die 1. Maßnahme eine Wärmflasche und und dann zum Tierarzt.


Hinweis zu dem Giftstoff: https://www.vetpharm.uzh.ch/clinitox/toxdb/KLT_016.htm

Hinweise zu dem Produkt: https://www.neudorff.de/produkte/sugan-maeusekoeder-korn.html

Weitere Artikel und Quellenangaben:

Was ist giftig für einen Hund?

Was dürfen Hunde essen_ - Liste

Was ist giftig für einen Hund?


Mit diesem Artikel möchten wir dich nicht beunruhigen, denn es geht nicht grundsätzlich, um „Gifte“ oder was wir häufig in den Medien zu hören bekommen, dass Personen „Giftköder“ auslegen.

Mit solchen Giften, und da sind wir uns hoffentlich einig, werden Hunde vergiftet und können daran sterben.

Eine Vergiftung muss nicht gleich zum Tode führen, es kann aber sehr unangenehm für deinen Hund werden.

Sollte dein Hund folgende Symptome vorweisen, solltest du unbedingt einen Tierarzt aufsuchen, der die Gewissheit und Klarheit gibt, was mit deinem lieben Vierbeiner nicht stimmt.

Folgende Symptome einer Vergiftung können sein:
  • Plötzlicher Durchfall
  • Erbrechen
  • Übermäßiger Speicherfluss
  • Krampfartiges zittern
  • Krampfen allgemein
  • und auch Fieber

Es kann sein das dein Hund punktweise Verfärbungen bekommt und kleine Blutungen auftauchen, dies kannst du nur erkennen, wenn dein Hund kein dichtes Fell hat.

Wenn die genannten Symptome nicht erkannt werden oder irgendwelche Anzeichen für eine Vergiftung nicht sichtbar sind, wirst du schnell merken, wenn etwas mit deinem Hund nicht stimmt.

In diesem Fall solltest du unbedingt einen Tierarzt kontaktieren, oder direkt in die Tierklinik fahren.

Was dürfen französische Bulldoggen nicht essen_

Außer den normalen Giften können folgende Lebensmittel für Hunde giftig sein.

Bevor wir zu der Liste kommen, soll vorab gesagt sein, dass jede Art von Lebensmittel unterschiedliche Auswirkungen auf deinen Hund haben kann.

Wir hatten in unserem Urlaub unsere Kimmy dabei, Kimmy war eine Shiba Inu Dame und hatte Diabetes, sie benötigte also Insulin und hat von uns nur Schonkost bekommen für ihren Blutzuckerspiegel.

Jedoch hat sie es eines Nachts geschafft eine Pralinenschachtel mit Alkohol zu finden und die ganze Packung gefressen, was demnach laut der Liste höchstgradig giftig und schädlich ist, wenn nicht tödlich enden sollte.

Nun ja, was soll ich sagen, außer dass sie einen Tag nur lustlos in der Ecke gelegen hat, ist nichts passiert und der Tierarzt hat auch nichts gravierendes beim Blutzucker feststellen können.

Aber nichtsdestotrotz solltest du diese Lebensmittel hier unten vermeiden.

Welche Sachen sind giftig für Hunde?


Alkohol

Vermutlich denkst du, ist doch klar, Alkohol ist nichts gut.

Es kann aber sein, dass dein Hund doch einmal in den Genuss von Alkohol, auf welchen Wegen auch immer.
Sollte dies der Fall sein, solltest du mit deinem Hund möglichst zügig zum Tierarzt gehen.

Es kann zum Beispiel sein, dass in der Weihnachtszeit oder auch sonst Pralinen mit Alkohol auf dem Tisch liegen und für den Hund sehr appetitlich aussehen, diese Packung solltest du auf jeden Fall mitnehmen.

Denn daran ist die Kombination Schokolade und Alkohol doch sehr schädlich.

Bei diesen Symptomen kann dein Hund davon betroffen sein: Atemnot, Durchfall, Erbrechen, Fieber, Koordinationsschwierigkeiten, Krampfanfälle

Avocados

Für uns Menschen ein gute Zutat in Salaten, auf Broten oder ins Müsli und ist für uns sehr gesund, aber für deinen Hund leider schädlich.

Nicht nur der hohe Fettgehalt spielt hier eine Rolle, sondern der große Kern der Avocado.

Wenn dein lieber Vierbeiner eine Avocado erwischt hat, kann es möglich sein, dass er sich an dem Kern verschlucken und daran ersticken kann.

Die Avocado enthält unter anderem den Giftstoff Persin dieser kann den Herzmuskel deines Hundes schädigen und zum Tod führen.

Einige Avocadosorten enthalten diesen Giftstoff nicht, aber als Laie können wir das nicht unterscheiden und deswegen ist es sehr ratsam auf jegliche Form von Avocados zu verzichten.

Bei diesen Symptomen kann dein Hund davon betroffen sein: Atemnot, Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle, Durchfall, Erbrechen, Husten.


Was dürfen Hunde nicht essen_

Knoblauch und Zwiebeln

Knoblauch und Zwiebeln treffen hier zusammen, da beide Lebensmittel Schwefelstoffe enthalten, die die roten Blutkörperchen deines Hundes zerstören.

Dadurch kommt es zur Blutarmut, die im schlimmsten Fall zum Tod führt.

Bei diesen Symptomen kann dein Hund davon betroffen sein: Blasse Schleimhäute, Blutarmut, Durchfall, Erbrechen, Vermeidung von Wasser und Futter.

Kakao und Schokolade

Die liebste Süßigkeit und sehr schnell gegessen. Die Schokolade, oder mal ein Kakaotrunk. Hmmm…. Lecker.

In größeren Mengen ist der enthaltene Stoff Theobromin für Hunde giftig.

Zartbitterschokolade enthält sogar mehr Theobromin als Vollmilchschokolade.

Das heißt, bereits eine kleine Menge kann bei Hunden zu Herz-Kreislaufversagen führen.
Dieser Stoff ist im Übrigen nicht nur in Kakao und Schokolade enthalten, sondern auch im handelsüblichen Tee.

Im Notfall raten wir immer wieder einen Tierarzt aufzusuchen oder direkt in eine Tierklinik zu fahren oder einen ambulanten Tierrettungsdienst anzurufen.

Sollte dein Hund irgendetwas gefressen haben, was er nicht fressen soll, nimm die Verpackung mit zum Arzt, falls du sie hast, und schätze ungefähr die Menge ab die dein Hund konsumiert hat.

Bei diesen Symptomen kann dein Hund davon betroffen sein: Atembeschwerden, Bewusstseinsstörungen, Durchfall, Erbrechen, Fieber, Krämpfe, Herzrhythmusstörungen.

Rohes Schweinefleisch

Schweinefleisch darf nur in gekochter Form dem Hund gegeben werden.

Ungekochtes Schweinefleisch kann für Hunde tödlich sein, denn Schweinefleisch kann ein Virus enthalten woran Hunde erkranken und dann ist keine Rettung mehr möglich.

Bei diesen Symptomen kann dein Hund davon betroffen sein: Appetitlosigkeit, Erbrechen, Fieber, Koordinationsprobleme, Speicheln, starker Juckreiz, Tobsuchtanfälle, Unruhe, Wesensveränderungen, zentrale Störungen (Pseudotollwut), Bewusstlosigkeit. Innerhalb von zwei Tagen nach Auftreten der Symptome führt die Krankheit zum Tod.
  

Rosinen und Weintrauben

Rosinen und Weintrauben stammen von der gleichen Traubenart ab und enthalten nachweislich den Giftstoff Oxalsäure. Dies kann bei einigen Hunderassen im schlimmsten Fall tödliches Nierenversagen auslösen.

Besonders betroffen sind die kleinen Hunderassen wie Malteser oder Yorkshire Terrier, diese beiden Rassen können bereits in geringen Mengen die ersten Symptome von sich geben.

Bei diesen Symptomen kann dein Hund davon betroffen sein: Durchfall, Erbrechen, Magenkrämpfe, Lethargie, Nierenversagen.

Steinobst

Mal einen Apfel teilen, oder eine Birne und im Sommer ein paar Kirschen und Pflaumen.
Grundsätzlich ist Obst unbedenklich für den Hund, jedoch solltest du unbedingt darauf achten, dass diese Art von Obst und Früchten entkernt und entsteint.

Kerne und Obststeine können sich negativ auf den Magen-Darm-Trakt des Hundes auswirken und schwere Magenbeschwerden wie auch Verstopfungen hervorrufen.

Im schlimmsten Fall, kann dein Hund Blausäure produzieren und innerlich ersticken.

Bei diesen Symptomen kann dein Hund davon betroffen sein: Atembeschwerden und Atemnot, Durchfall, Erbrechen, Fieber, Krämpfe, Speicheln


Was ist für Hunde giftig_

Fazit

Es kann immer mal vorkommen, dass man unachtsam ist und der Hund etwas gegessen hat, was er nicht essen soll.

Solltest du es mitbekommen, dann beobachte deinen Hund genau und rufe dir die
Symptome in deinen Kopf und schau was es hätte sein können.
Falls du dir unsicher bist, rufe immer einen Tierarzt an oder fahre direkt eine Tierklinik.
Bei wissentlichem Verzehre von Giftködern, solltest du sofort handeln und einen Notarzt kontaktieren oder direkt hinfahren.


Wir hoffen dir mit diesem Gast-Artikel einige Informationen gegeben zu haben, mit denen du deinem Vierbeiner vor schlimmeren bewahren kannst.

Wenn du gerne mehr erfahren, dann schau mal beim Blog von Tierliebe Hund vorbei, hier findest du noch weitere spannende Artikel.

Falls du einen kleinen Welpen besitzt und dich mit richtiger Ernährung für deinen Welpen beschäftigen willst, kann ich dir diesen Artikeln ans Herz legen: Welpen gesund ernähren

Erste Chloralose Vergiftung 2021

    

Erste Chloralose Vergiftung 2021

   
Ergänzungen 4/2022:


Wahrscheinlich hatten wir in der Zwischenzeit weitere Fälle auch bei den Kolleg/in/en hier im Landkreis.
Inzwischen hatte ich einen weiteren Verdachts-Fall, jedoch mit Fieber. Alle anderen Vergiftungserscheinungen deuteten aber auch Alpha-Chloralose hin.    


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Noch einmal kurz die Hauptmerkmale, die, wenn man es einmal gesehen hat (s. Video), wirklich eindeutig sind.

Das werden Sie sehen (s. Videos):
1. Katze zuckt einfach so und besonders dann, wenn man sie leicht berührt
2. Katze liegt auf der Seite und kann nicht aufstehen, ist „weggetreten“
3. Katze fühlt sich kalt an

Sofortmaßnahme:
1. Wärmflasche 
2. Sofort zum Tierarzt (Notfall – auch Nachts!)

Vorbeugung – was können Sie machen:
1. Reden Sie mit Ihren Nachbarn und mit Verkaufsstellen, überall, wo Sie das Produkt (s.u.) sehen und bitten Sie darum das Produkt entweder aus dem Handel zu nehmen, oder nur nach ausführlicher Einweisung zu verkaufen. Sie können dabei gerne auf diesen Artikel verweisen.
2. Achten Sie auf die Anzeichen bei Ihrem Tier
3. Teilen Sie diesen Artikel, damit möglichst viele Katzenhalter / Tierhalter / Anwender / Verkaufsstellen darauf aufmerksam werden.

Nachdem wir im letzten und vorletzten Jahr einige Fälle mit einer Vergiftung durch das Rattengift „alpha Chloralose – α-Chloralose“ hatten, war es seit Mai 2020 ruhig in unserer Praxis.
Nach Rücksprache mit einigen Verkaufsstellen bes. der „Saatbau“, die hier im Landkreis dieses frei verkäufliche hochtoxische Gift verkaufen, haben diese dankenswerter weise beschlossen, das Mittel nur noch nach Aufklärung abzugeben und es in einem verschlossenen „Gift-Schrank“ zu lagern, wozu sie eigentlich nicht verpflichtet wären.

Doch jetzt ist wieder eine Katze mit dieser Vergiftung aufgetaucht. Sogar die selbe Katze wie vor einem Jahr. Sie scheint also nicht daraus gelernt zu haben. Ich nehme einmal an, der Benutzer hatte noch Reste vom letzten Jahr, die er (oder sie) jetzt verbraucht hat. 
Obwohl laut Anweisung dieses Mittel nur in geschlossenen Räumen eingesetzt werden darf, wo andere Tiere und Menschen keinen einfachen Zugang haben, wird dieses augenscheinlich nicht beachtet.

α-Chloralose (https://www.vetpharm.uzh.ch/clinitox/toxdb/KLT_016.htm) ist chemisch verwand mit Chloralhydrat (https://de.wikipedia.org/wiki/Chloralhydrat) und Chloroform (https://de.wikipedia.org/wiki/Chloroform) welches als Schlafmittel bzw. als Betäubungsmittel beim Menschen eingesetzt wurde. Sie kennen das vielleicht aus älteren Krimis, wenn der Täter dem Opfer einen Wattebausch oder ein Tuch für Mund und Nase hält. Da soll dann immer Chloroform drin sein.

Bisher konnten bei uns alle Patienten gerettet werden, doch nur mit aufwändiger Therapie, Überwachung und Betreuung. Ohne Behandlung sterben die Tiere.

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Vergiftung mit Chloralose bei einer Katze

Artikel vom 17.05.2020
Lange hatten wir Ruhe, doch jetzt ist schon wieder ein Fall aufgetreten


War jedoch zum Glück nicht ein so ganz schwerer Fall.
Leichte Untertemperatur, Miosis, Zuckungen und Apathie in Seitenlage.
Zum Glück keine extreme Untertemperatur, und keine Lähmung von Schluck- und Blasenreflex. 
Kann heute schon wieder nach Hause nach stationärer Aufnahme und symptomatischer Behandlung.

Hinweis: Auch beim Hund gibt es natürlich Vergiftungserscheinungen, die jedoch nicht so ausgeprägt sind und vor allem muss – besonders bei großen Hunden – die Menge an Gift deutlich höher sein, als bei Katzen. In unserer Praxis hatten wir selbst noch keine Vergiftungen durch alpha Chloralose beim Hund.
Hier (hier klicken) gibt es einen Bericht von 2009 mit einer Vergiftung bei sehr kleinen und leichten Hunden. Die Befürchtung ist, dass demnächst auch für „Mini-Hunde“ deutlich mehr Vergiftungsfälle auftreten werden.

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Artikel vom 30.01.2020

Schon wieder …

Immer mehr Fälle von Vergiftungen bei Katzen durch einen neuen Mäuse- & Rattenköder.
Wahrscheinlich nehmen die Katzen den Giftstoff sogar direkt auf und nicht nur indirekt über Mäuse.
Wir haben jetzt Fälle aus Damnatz, Siemen, Zadrau, Streetz und Quickborn.

Wie sehen die Vergiftungserscheinungen aus?

Das erste, was man sieht ist „Ataxie“.
Die Katze torkelt, kann nicht mehr Stehen oder Laufen, fällt wieder um.
Man könnte an Schwäche, Lähmungen oder einen Autounfall denken.
Das tritt plötzlich auf und dann sollte auch schon der Tierarzt angerufen werden.


Danach folgt die „Hypothermie“:
Die Körpertemperatur sinkt ab – bis auf Werte von unter 32°C. Die Katze wird kalt und stirbt, wenn nichts gemacht wird.
Zudem können Miosis und spontane Hanrblasenentleerung am Anfang festgestellt werden.

Zusätzlich noch „Hyperästhesie“:
Das ist eine Übererregbarkeit der Sinne besonders der Haut. Also ein Zusammenzucken bei Berührung. Das ist ein ziemlich typisches Anzeichen, welches bei einem Schädel-Hirn-Trauma sehr selten auftritt. Aber auch auf Geräusche reagieren diese Tiere mit verstärkter Kranmpfneigung / Zittern.

Das endet dann in allgemeinen „Konvulsionen“:
Also generalisierten Krampfanfällen.

Als Letztes kommt „Apathie“, „Stupor“ und „Koma“:
Das bedeutet nicht ansprechbar auf Reize, Bewegungslosigkeit bis hin zur Bewusstlosigkeit und dem Erliegen kommen des Schluckreflexes und der Blasenfunktion.

Die Zeit vom Aufnehmen des Giftes bis zum Auftreten erster Vergiftungserscheinungen scheint bei 15 – 30 Minuten zu liegen, es geht als ziemlich schnell.


Je früher das Tier vom Tierarzt behandelt wird, desto besser sind die Überlebensaussichten.

1. Wärme (Sofort Wärmflasche selbst machen!)
Ab hier nur vom Tierarzt:
1. Evtl. ein Erbrechen durch Medikamente auslösen
2. Förderung der Giftausscheidung (Nierenanregung / Bindung der Giftstoffe im Darm)
3. Flüssigkeitsinfusionen (DTI)
4. Behandlung der Krämpfe
5. Zwangsfütterung und manuelle Blasenentleerung
6. Ruhe, dunkel, reizarm und mit Wärmedecke

Sollten Sie direkt gesehen haben, wie Ihre Katze die schwarze Paste aufleckt, kann auch noch das Auslösen von Erbrechen zum Ziel führen.
–> KEIN Salzwasser oder sonst. Hausmittel, sondern vom Tierarzt mit einem speziellen Medikament!

Meistens kommt man jedoch zu spät, denn wenn die Katze schon Symptome zeigt, also Verhaltensänderungen aufweist, wirkt das Gift schon.

Es gibt kein gezieltes Gegenmittel. Man kann nur symptomatisch behandeln. Meistens verschlechtert sich der Zustand trotz Behandlung erst noch bis zur „Koma-Stufe“.
Die Tiere müssen in ruhiger Umgebung beobachtet und vom Tierarzt gezielt behandelt werden. Dann haben sie nach unseren bisherige Erfahrungen eine gute Überlebenschance. 

Nach 2 bis 3 Tagen intensiver Behandlung (s.o.), wenn das Gift den Körper wieder verlassen hat, oder vom Körper abgebaut worden ist, geht es den Tieren meistens wieder gut und es scheint bisher keine Folgeschäden zu geben.

Wie sieht das Gift aus?


Es scheint eine schwarze wohlschmeckende Paste zu sein.
Der Gift-Wirkstoff heißt „α-Chloralose“ (alpha-Chloralose).

Die Verpackung s. Bild: (gibt es z.B. bei der Saatbau in Dannenberg -dort werden die Produkte nach meinem Eingreifen nur noch nach Beratung herausgegeben und sind in einem verschlossenen „Gift-Schrank. Was „eigentlich“ noch nicht einmal verpflichtend ist. Vielen Dank dafür!)


Raus die Maus …
und Aus die Katze!
sicher – sauber – zuverlässig –
und bringt Katzen um!

Auch dieses Mittel enthält Chloralose!


Was können Sie machen?

1. Verwenden Sie selbst nicht dieses Gift oder wenn, dann nur in geschlossenen Räumen, so wie es in der Beschreibung auch steht.

2. Wenn Sie ein Tier mit den oben genannten Symptomen finden, sofort Wärmflasche machen und ab mit Tier und Wärmflasche zum Tierarzt

3. Sprechen Sie Freunde, Nachbarn und alle in der Umgebung darauf an, damit die Giftquelle gefunden und beseitigt werden kann und evtl. weitere Vergiftungen von Katzen (und Hunden) vermieden bzw. wenigstens schnell erkannt werden.

4. Sammeln Sie alle verendeten Kleinnager ein, die in der Nähe des Köders liegen bzw. hindern Sie die Mäuse & Ratten daran, aus dem Raum zu flüchten.

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Nach Rücksprache mit dem Unternehmen wurde darauf hingewiesen, dass sich alle Vergiftungen nur durch unsachgemäßen Gebrauch der Köder ereignet haben. Was wohl auch stimmt. Dennoch wäre meines Erachtens ein deutlicherer Warnhinweis über die schwere Giftwirkung auf Hunde und Katzen angebracht.

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Ergänzungen:


1) Facebook-Artikel einer Tierklink genau zu diesem Thema:
https://www.facebook.com/tierklinik.im.tierzentrum/posts/2567635470117728

2) Wie die Herstellerfirma Neudorff zu diesem Thema Stellung nimmt, lesen Sie hier:
https://www.neudorff.de/rat-service/forum/indoor-archiv/ungeziefer/betreff-ihrer-auskunft-ungiftigkeit-von-alpha-chloralose-fuer-katzen-und-hunde-31953/thema.html?fbclid=IwAR2JA9bzVjdHf3FoyYpxiuObbLGsQMaNuzpdDgOzeyvrgLV8G9T7R9wfDtY

3) letale (tödliche) Dosis: 
100 g Köder 4,4% = 4,4 g α-Chloralose –> 4400 mg
Die minimale letale Dosis für die Katze: ca. 100 mg/kg
–> für eine 4 kg Katze ist die minimale (kleinste) letale ( = tödliche) Dosis: 400 mg / Tier
–> das sind nur etwa 10 g Giftköder
–> das bedeutet etwa einen Teelöffel voll oder ein bis Mäuse mit der Köderpaste im Magen


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Hinweis: Weitere Expertenvideos zu verschieden Katzen-Themen!


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Vorheriger Artikel:


(https://tierarzt-gusborn.blogspot.com/2019/12/achtung-gift-gefahrlich.html)

Wir haben im letzten Monat 3 Katzen mit schweren Vergiftungen durch dieses neue Mäuse- und Rattengift in der Praxis gehabt.

Das GIFT ist frei verkäuflich praktisch ohne deutlich sichtbare Warnhinweise.


Anscheinend wird der Giftstoff – eine schwarze Paste – sogar direkt von den Katzen aufgenommen und nicht nur indirekt über vergiftete Mäuse oder Ratten.

Die Katzen kommen zu uns mit schwerer Untertemperatur (normal 38,5°C – ein Patient lag sogar nur bei 32° C), Apathie bis hin zur Bewusstlosigkeit und gleichzeitigen peripheren Krampfanfällen.
Eine gezielte Behandlung oder ein Gegenmittel gegen den Wirkstoff „α-Chloralose“ gibt es nicht.

Die Therapie ist langwierig und ungewiss. Bisher haben wir zum Glück alle Patienten durchbekommen. Man kann nur versuchen die Tiere symptomatisch zu behandeln und sie so lange am Leben zu erhalten, bis das Gift wieder aus dem Körper ist.

Das bedeutet vor allem Wärme, etwas gegen die Krämpfe geben künstliche Ernährung / Infusion und Anregung der Ausscheidung über die Niere.


Sollten Sie ein Tier in diesem Zustand vorfinden, dann ist die 1. Maßnahme eine Wärmflasche und und dann zum Tierarzt.


Hinweis zu dem Giftstoff: https://www.vetpharm.uzh.ch/clinitox/toxdb/KLT_016.htm

Hinweise zu dem Produkt: https://www.neudorff.de/

Weitere Artikel:

Flöhe und Zecken – Ungeziefer bei Hund und Katze


Flöhe und Zecken bei Hunden und Katzen


Das Problem der Parasiten von Haustieren ist immer wieder eine Herausforderung für Tierbesitzer und oft auch den Tierarzt.
Viel wird beworben – wenig wirkt wirklich.
Zum einen muss zwischen einer Behandlung am bzw. auf dem Tier und einer Umgebungsbehandlung unterschieden werden.

Einige „pflanzliche“ Mittel (z.B. ätherische Öle), die auch noch frei verkäuflich sind, können schwere Vergiftungserscheinungen vor allem bei Katzen auslösen und grenzen für die empfindlicheren Nasen der Hunde an Körperverletzung.
Einige schulmedizinische Medikamente, die gerne von Apotheken empfohlen werden (z.B. mit dem Wirkstoff Fipronil), oder im Internet verkauft werden, haben keine Wirkung mehr.
Einige „alternative“ Mittel eignen sich gut für die Umgebungsbehandlung (z.B. Kokosöle), jedoch nicht am Tier.
Einige gute und wirksame Mittel für den Hund (z.B. mit dem Wirkstoff Permethrin), sind für die Katze tödlich.

Wir raten dringend dazu, sich von einem Tierarzt Ihres Vertrauens beraten zu lassen, der die lokale Resitenzlage kennt und weiß, welche Mittel für Hunde und welche für Katzen zugelassen, wirksam und ungefährlich sind.

Als „Zeckenzange“ empfehlen wir Ihnen dringend den Zeckenhaken von O´Tom. Die Anwendung ist denkbar einfach und die Zecke wird beim Entfernen nicht gequetscht.

Wenn Sie sich im Internet umschauen wollen, was es alles gegen Flöhe und Zecken gibt, dann klicken Sie hier:



Vergiftung einer Katze mit alpha #Chloralose (schon wieder)

Ergänzungen vom 17.05.2020

Vergiftung mit Chloralose bei einer Katze

Lange hatten wir Ruhe, doch jetzt ist schon wieder ein Fall aufgetreten


War jedoch zum Glück nicht ein so ganz schwerer Fall.
Leichte Untertemperatur, Miosis, Zuckungen und Apathie in Seitenlage.
Zum Glück keine extreme Untertemperatur, und keine Lähmung von Schluck- und Blasenreflex. 
Kann heute schon wieder nach Hause nach stationärer Aufnahme und symptomatischer Behandlung.

Hinweis: Auch beim Hund gibt es natürlich Vergiftungserscheinungen, die jedoch nicht so ausgeprägt sind und vor allem muss – besonders bei großen Hunden – die Menge an Gift deutlich höher sein, als bei Katzen. In unserer Praxis hatten wir selbst noch keine Vergiftungen durch alpha Chloralose beim Hund.
Hier (hier klicken) gibt es einen Bericht von 2009 mit einer Vergiftung bei sehr kleinen und leichten Hunden. Die Befürchtung ist, dass demnächst auch für „Mini-Hunde“ deutlich mehr Vergiftungsfälle auftreten werden.


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Ergänzungen vom 30.01.2020

Schon wieder …

Immer mehr Fälle von Vergiftungen bei Katzen durch einen neuen Mäuse- & Rattenköder.
Wahrscheinlich nehmen die Katzen den Giftstoff sogar direkt auf und nicht nur indirekt über Mäuse.
Wir haben jetzt Fälle aus Damnatz, Siemen, Zadrau, Streetz und Quickborn.

Wie sehen die Vergiftungserscheinungen aus?

Das erste, was man sieht ist „Ataxie“.
Die Katze torkelt, kann nicht mehr Stehen oder Laufen, fällt wieder um.
Man könnte an Schwäche, Lähmungen oder einen Autounfall denken.
Das tritt plötzlich auf und dann sollte auch schon der Tierarzt angerufen werden.



Danach folgt die „Hypothermie“:
Die Körpertemperatur sinkt ab – bis auf Werte von unter 32°C. Die Katze wird kalt und stirbt, wenn nichts gemacht wird.
Zudem können Miosis und spontane Hanrblasenentleerung am Anfang festgestellt werden.

Zusätzlich noch „Hyperästhesie“:
Das ist eine Übererregbarkeit der Sinne besonders der Haut. Also ein Zusammenzucken bei Berührung. Das ist ein ziemlich typisches Anzeichen, welches bei einem Schädel-Hirn-Trauma sehr selten auftritt. Aber auch auf Geräusche reagieren diese Tiere mit verstärkter Kranmpfneigung / Zittern.

Das endet dann in allgemeinen „Konvulsionen“:
Also generalisierten Krampfanfällen.

Als Letztes kommt „Apathie“, „Stupor“ und „Koma“:
Das bedeutet nicht ansprechbar auf Reize, Bewegungslosigkeit bis hin zur Bewusstlosigkeit und dem Erliegen kommen des Schluckreflexes und der Blasenfunktion.

Die Zeit vom Aufnehmen des Giftes bis zum Auftreten erster Vergiftungserscheinungen scheint bei 15 – 30 Minuten zu liegen, es geht als ziemlich schnell.


Je früher das Tier vom Tierarzt behandelt wird, desto besser sind die Überlebensaussichten.

1. Wärme (Sofort Wärmflasche selbst machen!)
Ab hier nur vom Tierarzt:
1. Evtl. ein Erbrechen durch Medikamente auslösen
2. Förderung der Giftausscheidung (Nierenanregung / Bindung der Giftstoffe im Darm)
3. Flüssigkeitsinfusionen (DTI)
4. Behandlung der Krämpfe
5. Zwangsfütterung und manuelle Blasenentleerung
6. Ruhe, dunkel, reizarm und mit Wärmedecke

Sollten Sie direkt gesehen haben, wie Ihre Katze die schwarze Paste aufleckt, kann auch noch das Auslösen von Erbrechen zum Ziel führen.
–> KEIN Salzwasser oder sonst. Hausmittel, sondern vom Tierarzt mit einem speziellen Medikament!

Meistens kommt man jedoch zu spät, denn wenn die Katze schon Symptome zeigt, also Verhaltensänderungen aufweist, wirkt das Gift schon.

Es gibt kein gezieltes Gegenmittel. Man kann nur symptomatisch behandeln. Meistens verschlechtert sich der Zustand trotz Behandlung erst noch bis zur „Koma-Stufe“.
Die Tiere müssen in ruhiger Umgebung beobachtet und vom Tierarzt gezielt behandelt werden. Dann haben sie nach unseren bisherige Erfahrungen eine gute Überlebenschance. 

Nach 2 bis 3 Tagen intensiver Behandlung (s.o.), wenn das Gift den Körper wieder verlassen hat, oder vom Körper abgebaut worden ist, geht es den Tieren meistens wieder gut und es scheint bisher keine Folgeschäden zu geben.

Wie sieht das Gift aus?

Es scheint eine schwarze wohlschmeckende Paste zu sein.
Der Gift-Wirkstoff heißt „α-Chloralose“ (alpha-Chloralose).

Die Verpackung s. Bild: (gibt es z.B. bei der Saatbau in Dannenberg)


Raus die Maus …
und Aus die Katze!
sicher – sauber – zuverlässig –
und bringt Katzen um!

Was können Sie machen?

1. Verwenden Sie selbst nicht dieses Gift oder wenn, dann nur in geschlossenen Räumen, so wie es in der Beschreibung auch steht.

2. Wenn Sie ein Tier mit den oben genannten Symptomen finden, sofort Wärmflasche machen und ab mit Tier und Wärmflasche zum Tierarzt

3. Sprechen Sie Freunde, Nachbarn und alle in der Umgebung darauf an, damit die Giftquelle gefunden und beseitigt werden kann und evtl. weitere Vergiftungen von Katzen (und Hunden) vermieden bzw. wenigstens schnell erkannt werden.

4. Sammeln Sie alle verendeten Kleinnager ein, die in der Nähe des Köders liegen bzw. hindern Sie die Mäuse & Ratten daran, aus dem Raum zu flüchten.

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Nach Rücksprache mit dem Unternehmen wurde darauf hingewiesen, dass sich alle Vergiftungen nur durch unsachgemäßen Gebrauch der Köder ereignet haben. Was wohl auch stimmt. Dennoch wäre meines Erachtens ein deutlicherer Warnhinweis über die schwere Giftwirkung auf Hunde und Katzen angebracht.

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Ergänzungen:


1) Facebook-Artikel einer Tierklink genau zu diesem Thema:
https://www.facebook.com/tierklinik.im.tierzentrum/posts/2567635470117728

2) Wie die Herstellerfirma Neudorff zu diesem Thema Stellung nimmt, lesen Sie hier:
https://www.neudorff.de/rat-service/forum/indoor-archiv/ungeziefer/betreff-ihrer-auskunft-ungiftigkeit-von-alpha-chloralose-fuer-katzen-und-hunde-31953/thema.html?fbclid=IwAR2JA9bzVjdHf3FoyYpxiuObbLGsQMaNuzpdDgOzeyvrgLV8G9T7R9wfDtY (Dieser Link führt auf eine Fehlerseite – Die Firma Neudorff hat gar keine Infos mehr zu a-Chloralose. Ich habe eine Alternativ-Seite verlinkt.))

3) letale (tödliche) Dosis: 
100 g Köder 4,4% = 4,4 g α-Chloralose –> 4400 mg
Die minimale letale Dosis für die Katze: ca. 100 mg/kg
–> für eine 4 kg Katze ist die minimale (kleinste) letale ( = tödliche) Dosis: 400 mg / Tier
–> das sind nur etwa 10 g Giftköder
–> das bedeutet etwa einen Teelöffel voll oder ein bis Mäuse mit der Köderpaste im Magen



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Hinweis: Weitere Expertenvideos zu verschieden Katzen-Themen!


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Vorheriger Artikel:


(https://tierarzt-gusborn.blogspot.com/2019/12/achtung-gift-gefahrlich.html)


Wir haben im letzten Monat 3 Katzen mit schweren Vergiftungen durch dieses neue Mäuse- und Rattengift in der Praxis gehabt.

Das GIFT ist frei verkäuflich praktisch ohne deutlich sichtbare Warnhinweise.


Anscheinend wird der Giftstoff – eine schwarze Paste – sogar direkt von den Katzen aufgenommen und nicht nur indirekt über vergiftete Mäuse oder Ratten.

Die Katzen kommen zu uns mit schwerer Untertemperatur (normal 38,5°C – ein Patient lag sogar nur bei 32° C), Apathie bis hin zur Bewusstlosigkeit und gleichzeitigen peripheren Krampfanfällen.
Eine gezielte Behandlung oder ein Gegenmittel gegen den Wirkstoff „α-Chloralose“ gibt es nicht.

Die Therapie ist langwierig und ungewiss. Bisher haben wir zum Glück alle Patienten durchbekommen. Man kann nur versuchen die Tiere symptomatisch zu behandeln und sie so lange am Leben zu erhalten, bis das Gift wieder aus dem Körper ist.

Das bedeutet vor allem Wärme, etwas gegen die Krämpfe geben künstliche Ernährung / Infusion und Anregung der Ausscheidung über die Niere.



Sollten Sie ein Tier in diesem Zustand vorfinden, dann ist die 1. Maßnahme eine Wärmflasche und und dann zum Tierarzt.


Hinweis zu dem Giftstoff: https://www.vetpharm.uzh.ch/clinitox/toxdb/KLT_016.htm