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Akuter und kritischer Mangel bei Katzen-Impfstoffen in der Tierarztpraxis


Akuter und kritischer Mangel bei Katzen-Impfstoffen


Seit geraumer Zeit sind auch in der Tiermedizin einige Medikamente schwer, gar nicht oder nicht in allen Größen mehr zu bekommen. So besteht seit längerer Zeit ein Engpass bei Schmerzmitteln oder auch einigen Antibiotika und Betäubungsmitteln.

Dieses konnte weitestgehendes in der Praxis aufgefangen werden, indem alle Firmen regelmäßig abgefragt wurden, wer gerade was auf Lager hat und lieferfähig ist. Somit ist es, zumindest bei uns den Kunden / Patientenbesitzern, so gut wie nicht aufgefallen.
Auch wenn es für die Tierärzte ein immenser zusätzlicher Zeitaufwand war, immer das Unternehmen zu suchen, welches lieferfähig ist, so sind auch diese Mühen jetzt vergeblich.


Engpässe bei Katzenimpfstoffen

Wir hatten uns vor einigen Jahren für die Purevax-Katzen-Impfstoffe der Firma Boehringer entschieden, da diese ohne Adjuvantien (Hilfsstoffe) auskommen. Leider sind die (und auch alle anderen von diversen Firmen) zur Zeit nicht lieferbar.
Daher sind wir gezwungen, vorübergehend auf einen anderen Impfstoff auszuweichen, sofern dieser denn lieferbar ist. 
Das sieht zur Zeit jedoch wirklich schlecht aus.
Kein einziger Katzenimpfsoff von keiner der 4 verbliebenen Pharmafirmen (MSD / Boehringer / Zoetis / Virbac) ist zur Zeit noch lieferbar.


Wenn Sie zur Zeit mit Ihrer Katze zur Impfung kommen wollen, fragen Sie bitte vorher kurz nach, ob überhaupt noch Katzenimpfstoff vorrätig ist.

Wir werden schon sehr bald alle Impfungen von Katzen auf eine Warteliste setzen müssen und auf einen späteren Zeitpunkt verschieben müssen.
Viele Firmen können noch nicht einmal ein Datum nennen, wann überhaupt wieder Impfstoffe zur Verfügung stehen werden. 
Ein Unternehmen hat uns immer wieder von Monat zu Monat vertröstet und spricht jetzt von Anfang 2022.
Unsere letzte Information ist, dass Ende September ein Unternehmen neuen Impfstoff liefern kann – vielleicht – mal sehen – und dann nach Reihenfolge der Bestellungen …
Bis dahin wird unser Vorrat wahrscheinlich nicht reichen!

Jede Katze, die ihre ersten 3 – 4 Impfungen (Grundimmunisierung in der 8. und 12. Woche und evtl. 16. Woche, sowie der Abschluss der Grundimmunisierung nach 12 Monaten) bekommen hat, kann ab dem 2. Jahr bei gutem Impfschutz einige Zeit nach hinten verschoben werden.
Dieses werden wir in den nächsten Tagen anfangen müssen, wenn nicht noch ein Wunder geschieht.

Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten.


PS: Natürlich geht es den Nachbarkolleginnen und Kollegen ähnlich und jeder „hortet“ seine Restbestände, sodass auch ein kollegialer Austausch / Ausleihen von Medikamenten, wie es ab und an durchaus üblich ist, nicht möglich ist.

Was kostet die Impfung meines Hundes?


Was kostet eine Impfung?


Diese Frage bekomme ich im Internet oder telefonisch oder per Mail immer einmal wieder gestellt.
Und die Antwort lautet immer: 
„Das, was dafür in der Gebührenordnung für Tierärzte vorgesehen ist.“

Eine Wegbeschreibung und unsere Sprechzeiten finden Sie hier: https://docgoy.de

Als Tierärzte müssen wir uns an Bundesgesetze halten, die uns genau vorschreiben, was wir mit wie viel berechnen dürfen. Auch für Medikamente gilt das.
Dann gibt es noch Gesetze, die uns vorschreiben was wir machen müssen. So ist eine Behandlung ohne Untersuchung grundsätzlich verboten.

Eine Impfung bedeutet eben nicht „Spritze rein“ und fertig


Als Erstes muss die Identität des Tieres überprüft werden. Ist ein internationaler Impfpass vorhanden, welche Impfung ist dran, wann war die letzte Impfung, ist das Tier geschippt und wie lautet die Nummer.

Danach muss die Impffähigkeit des Tieres untersucht werden. Also ob der Hund auch gesund ist, um die nötige Immunität nach der Impfung auszubilden, oder ob er gerade krank ist und eine Impfung nicht angebracht ist, da das Immunsystem gerade mit etwas anderem beschäftigt ist. Sollte bei dieser „Allgemeinuntersuchung“ etwas auffällig sein, so wird dann eine eingehende Untersuchung erfolgen.


Dann muss der jeweilige Impfstoff vorrätig sein, wird durch eine subcutane Injektion verabreicht und dieses wird dann z.T. fälschungssicher und amtlich in den Impfpass eingetragen.

Zudem wird meistens parallel dazu ein Beratungsgepräch geführt über die letzte Entwurmung, chronische Erkrankungen, vorbeugende Untersuchungen und die letzte Floh- bzw. Zeckenbehandlung. Oftmals auch noch über allgemeine Themen wie Haltung, Verhaltung, Fütterung und was der Tierbesitzer sonst noch gerade auf dem Herzen hat.

Folgendes Impfschema hat sich bei uns hier auf dem Land für Hunde bewährt:

Grundimmunisierung
Als Grundimmunisierung der Welpen gelten alle Impfungen in den ersten beiden Lebensjahren.
Im Alter von
08 Lebenswochen: Parvovirose, Staupe, Leptospirose, HCC, CIRD
12 Lebenswochen: Parvovirose, Staupe, Leptospirose, HCC, CIRD, Tollwut
16 Lebenswochen: Parvovirose, Staupe, Leptospirose, HCC, CIRD

15 Lebensmonaten: Parvovirose, Staupe, Leptospirose, HCC, CIRD, Tollwut

Wiederholungsimpfungen
Jährlich: Parvovirose, Staupe, Leptospirose, HCC, CIRD
alle 2 oder 3 Jahre: Tollwut

Je regelmäßiger und gewissenhafter die Tiere in jungen Jahren geimpft wurden, desto eher kann man im mittleren und höheren Alter die Abstände der Wiederholungsimpfungen verlängern.

Gibt es noch weitere Impfungen?
Ja, zusätzlich kann der Hund z.B. auch noch gegen Borreliose geimpft werden. Das empfehlen wir z.B. für jagdlich genutzte Hunde, die täglich im Wald sind.

Wenn Sie vorhaben „in den Süden“ zu fahren un den Hund mitnehmen, ist auch noch eine spezielle Impfung gegen Leishmaniose möglich.

Für Züchter empfehlen wir eine erweiterte Impfung nicht nur gegen die Viruskomponente von CIRD sondern auch gegen die Bordetellen (früher „Zwingerhusten“).

Was kostet das nun?
§20 f) Allgemeine Untersuchung mit Beratung Hund: 13,47 € bis 40,41 €
§101 Impfbescheinigung: 3,85 € bis 11,55 €
§505 d) Ablesen Mikrochip: 3,21 € bis 9,63 €
§602 g) Schutzimpfung Hund: 4,49 € bis 13,47 €

Somit liegt der Netto-Preis für die reine Tätigkeit zwischen
25,02 € (einfacher Satz) und 75,06 € (dreifacher Satz)

Dazu kommt dann noch:
  • die Mehrwertsteuer (z.Zt. + 16% später wieder 19%)
  • die Medikamentenkosten für die Impfstoffe
  • ggf. Verbrauchsmaterial
  • ggf. zusätzliche Untersuchungen
  • ggf. zusätzlicher Zeitaufwand
  • ggf. weitere Behandlungen
  • ggf. weitere Medikamente zur Abgabe

Somit ist klar, dass es bei den „Impfpreisen“ zu Unterschieden kommen kann, vor allem wahrscheinlich regional zwischen Stadt und Land oder „Allgemeintierarzt“ und „Klink“.
Alles zwischen 60,- € und 120,- € für eine Standard-Impfung eines Hundes liegt durchaus im Rahmen.

Es sollte jedoch nicht nur auf den reinen Preis ankommen.

Für mich steht viel mehr im Vordergrund, dass wir u.a. durch die regelmäßigen jährlichen Impfungen einen Einblick in den Gesundheitsverlauf des Tieres haben, eine Beziehung zum Besitzer aufbauen und dafür dann auch beinahe 24 Std. täglich und 7 Tage die Woche im Notfall für sie und ihre Tiere zur Verfügung stehen.

Das selbe gilt sinngemäß auch für Medikamente, die teilweise heutzutage im Internet preislich günstiger zu bekommen sind. Jedoch komplett ohne Untersuchung und Diagnose bzw. ohne jedwede individuelle Beratung.


Quellen: