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Manchmal möchte man als Tierarzt einfach nur noch Kotzen


Manchmal möchte man als Tierarzt einfach nur noch Kotzen


Aus dem Alltag eine Tierarztes:


Fall 1: Telefonterror ohne Untersuchung


Stellen Sie sich einmal vor, Sie haben ein „schwierigen“ Patientenbesitzer.

Das bedeutet er/sie ruft regelmäßig an, erzählt minutenlang was jetzt wieder mit dem lieben kleinen Tierchen nicht stimmt.

Als Tierarzt hört man sich das mehr oder weniger geduldig an und erteilt, soweit telefonisch möglich, Ratschläge.

Zum Beispie, dass man doch in die Tierarztpraxis kommen möge, weil nur mit einer telefonischen Beschreibung keine klare Aussage getroffen werden kann und das Tier zumindest einmal allgemein untersucht werden sollte.

    – Das wird abgelehnt, da der Liebling ja so sensibel ist und sich immer so aufregt, wenn er Auto fahren muss.

Dann empfiehlt man ein entsprechendes Spezialfutter für das geschilderte Problem.

    – Auch das wird abgelehnt, da das Tierchen ja einen empfindlichen Magen hat und nicht alles verträgt.

Soweit so gut. Dann sollte es doch zumindest möglich sein, eine Urinprobe vorbei zu bringen, vielleicht hilft das weiter.

Viele weitere Telefonate später steht dann der/die Tierhalter/in vor der Tür mit einem Marmeladenglas und einigen Tropfen Urin.

Zumindest einen Urinstick kann man ja mal reinhalten, welcher leicht veränderte Werte aufweist. Das spricht für eine Reizung (meistens durch Kristalle ausgelöst) jedoch noch keinen Hinweise auf eine bakterielle Entzündung. Wobei „Reizung“ eigentlich nur ein anderer Ausdruck für „Entzündung“ ist, aber eben kein Hinweis auf Eiter und somit Bakterien.

Wieder der Hinweis, dass eine klinische Untersuchung (Fieber, Abtasten, sterile Urinentnahme, die man dann ggf. auch ans Labor einschicken kann etc. pp.).

    – Nein, will der Kunde nicht.

Dann doch wenigstens ein Entzündungshemmer.

    – Nein, das ist ja nur Chemie.

OK, dann zumindest ein Nahrungsergänzungsmittel, welches den pH-Wert senkt, der deutlich zu alkalisch ist und dadurch auch zur Auflösung von Urinkristallen beitragen kann.

So etwas ist keine Diagnose und keine Therapie, sondern gerade einmal eine einzige Befundinterpretation einer Probe, die nicht sachgerecht entnommen wurde.

Über einen Monat ziehen sich dann weitere Telefonate mit genauester Berichterstattung, wie oft wann und wo gepinkelt wurde und was das „ansonsten total gesunde“ Tier sonst noch alles so tut, hin. Dazu vom Tierhalter selbst im „Internet“ gefundene „Diagnosen“ und „Therapien“.

Die Nahrungsergänzung hat dann zumindest erst geholfen und wurde aber, entgegen unseres Rates, einfach abgesetzt, war ja besser jetzt.

Das gipfelte dann in unserer Aussage: „Es ist doch egal, was ich Ihnen rate, Sie machen ja doch das, was Sie für richtig halten…!“ Notabene!

Alles bisher, ohne dass ich als Tierarzt den Patienten auch nur einmal gesehen, geschweige denn untersucht hätte, trotz mehrfacher Aufforderung.
Als Tierarzt kann ich leider niemanden dazu zwingen, meinen Empfehlungen zu folgen, oder das Tier untersuchen zu lassen.

Nach über einem Monat „herumgeeiere“ kommt das Tier endlich zum ersten mal in die Praxis weil, „aber wirklich auch nur“, eine Blutprobe genommen werden soll.

Die hygienische Vorbereitung mit Rasur und Desinfektion beginnt …

    – „Muss das rasiert werden, mein armes Tier, wenn ich das gewusst hätte, wäre ich gar nicht gekommen…!“ und schwupps direkt nachdem wenigstens die beiden Röhrchen voll Blut sind, ist das Tier wieder aus der Praxis raus.

Ich hab mich nicht einmal getraut eine „Allgemeinuntersuchung“ abzurechnen, denn dazu war gar keine Zeit, so schnell wurde das Tier wieder ins Auto verfrachtet.

Da die Urin- und Blutwerte teilweise deutlich verändert waren, haben wir, nicht zum ersten mal, ihr/ihm dringend geraten bitte, bitte in eine Klinik zu fahren.
Zum einen haben Kliniken eine größere Ausstattung an Diagnostik und zum anderen oft eine „bessere Autorität“ gegenüber dem Patientenbesitzer.

Denn solche Patientenbesitzer bezeichnen wir als „schwierig“. Es fehlt komplett an „Compliance“ (= Bereitschaft eines Patienten zur aktiven Mitwirkung an therapeutischen Maßnahmen).

    – Die/der Tierhalter/in möchte jedoch erst einmal abwarten.

Erst 10 Tage später wird der Patient dann endlich, hoffentlich in einer Klinik, das erste mal angeblich richtig untersucht und hat jetzt natürlich mittlerweile eine bakterielle Infektion sowie weitere Folgeprobleme, genau wie von uns vorhergesagt…

Nachdem wir also fast 2 Monate stundenlang am Telefon jedes für und wider besprochen hatten, zumindest wenigstens 2 klinisch relevante Befunde zur Verfügung hatten, Laborkosten, Nerven und viel Zeit zu allen möglichen Tageszeiten, bevorzugt außerhalb der Sprechzeiten, investiert hatten und mit Engelsgeduld und Engelszungen dazu geraten haben eine Klinik aufzusuchen, weigert sich jetzt der/die Patientenbesitzer/in unsere Rechnung zu zahlen.

Für alle noch einmal zum mitschreiben:
Ohne Untersuchung keine Diagnose, ohne Diagnose keine Therapie und ohne Therapie keine Heilung! 

Aber „Schuld“ hat natürlich nur der Tierarzt und die Rechnung wird nicht bezahlt!

Besser noch, denn der unbelehrbare Tierhalter, der weder das gemacht hat, was wir gesagt haben, noch das Tier von uns richtig hat untersuchen lassen, bezichtigt mich jetzt nicht nur eine Fehldiagnose gestellt zu haben, was ich 1. nicht habe und 2. eigentlich auch gar nicht konnte, da ich das Tier nie untersuchen konnte, sondern möchte am liebsten noch, dass ich die Rechnung übernehme, die jetzt angefallen ist.

Witzigerweise ist dort jetzt genau die Diagnose gestellt worden, die ich auch vermutet hatte, nur mit erheblich mehr Aufwand und viel, viel Zeitverlust.

Manchmal möchte man als Tierarzt einfach nur noch Kotzen!!!

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Fall 2: Umbringen, weil „alt“!


Telefonanruf: „Können Sie unsere alte Katze einschläfern“?

Auf Nachfrage warum, kam dann (sinngemäß), dass sie seit über einer Woche nichts mehr fräße, Sie wäre ja auch schon 20 Jahre alt, putze sich nicht und wäre eben einfach alt.

„Ist sie denn bei einem Kollegen oder Kollegin in tierärztlicher Behandlung deswegen?“

„Nein, warum denn, das sind doch einfach nur Alterserscheinungen. Sie war mal zur Kastration vor 20 Jahren.“

„Ich soll also eine Katze einschläfern, ohne vorherige Untersuchung, ob ihr vielleicht geholfen werden kann?“

„Wieso das denn, die ist doch schon 20!“

Fazit: Die arme Katze ist seit Wochen, wahrscheinlich Monaten oder schon Jahre krank, verhungert jetzt seit Tagen, war so gut wie nie beim Tierarzt und jetzt zum Wochenende soll ich sie noch mal schnell umbringen!

„Nein! Dieses Tier werde ich nicht ohne vorherige Untersuchung einschläfern!“

Auch als Tierarzt muss man mal „NEIN“ sagen dürfen!

Manchmal möchte man als Tierarzt einfach nur noch Kotzen!!!


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PS: Jedwede Ähnlichkeit mit lebenden oder verstorbenen Patienten oder Personen wäre rein zufällig.

PPS: 99,999% unserer Kunden sind liebe, nette, verständnisvolle und kooperative Menschen. Doch leider gibt es eben auch solche s.o., die einem die Lust, die Energie, die Zeit und den Spaß nehmen. Auch Tierärzte sind „nur“ Menschen und muss auch der Frust einfach mal abgelassen werden. Vielen Dank, wenn Sie diesen Artikel gelesen und ggf. auch kommentiert haben, doch vor allem hat es mir schon mal geholfen, das jetzt aufgeschrieben zu haben 😉 ! 

Einschläfern Ja oder Nein? Tierkommunikation kann helfen!


Euthanasie Einschläfern Ja oder Nein?

Die Tierkommunikation – Geschichte von Benny 
 
Ab und zu teile ich ja mal einen Kundenbericht mit Euch. Die Geschichte von Benny zeigt es wieder deutlich auf, wie wichtig es ist, unsere Tiere mit entscheiden zu lassen.
Sein Gesundheitszustand hat sich von einem Tag auf den anderen erheblich verschlechtert, sodass ich seine Tierkommunikation vorgezogen habe.
Ich wusste nicht, dass er auch genau an diesem Tag beim Tierarzt war….
Die Frage war unter anderem auch, wenn es so weit ist, ob er die Hilfe vom Tierarzt in Anspruch nehmen wolle….
Es ist eine Frage, die mir sehr häufig gestellt wird, Einschläfern (Euthanasie) oder lieber dem natürlichen Sterbeprozess seinen Lauf lassen.
Keine einfache Frage – auch keine einfache Antwort.
Dies muss von Fall zu Fall und auch von Mensch zu Mensch ganz individuell gesehen und beantwortet werden.
Im Moment der Kommunikation sagte er mir er will alleine gehen – wichtig war ihm nur, dass Julia bei ihm ist.
Als ich Julia die Kommunikation als Sprachnachricht übermittelte kurz darauf ihr Feedback… und es sah so aus, als wäre Benny zum Zeitpunkt der Kommunikation gerade beim Tierarzt gewesen….
 
Aber lest gerne selbst:
 

Kundenbericht:

„Liebe Andrea,
vielen Dank für die schöne Kommunikation und dass du Benny vorgezogen hast. Mir kamen auch an einigen Stellen die Tränen, das ist schon sehr emotional alles. Bei Benny liefen vorhin auch zwei Tränen – das habe ich vorher noch nicht bei ihm gesehen. Ich versuche, stark zu sein und schöne Erinnerungen aufleben zu lassen.
Vieles spiegelt auch meine Eindrücke wider. Ich bin dann entgegen meiner sonstigen Meinung heute Morgen zur Tierärztin gefahren. Das sah echt richtig schlecht aus. Sie hat Benny an den Tropf gelegt und zumindest Novalgin und Cortison gegeben. Wenn ich mein OK gegeben hätte, hätte sie ihm gerade die Spritze gesetzt. Auf einmal stellte er sein Ohr auf und hat sogar auf dem Tisch ein Leckerchen genommen. Ich vermute, da hast du gerade mit ihm gesprochen. Er schläft nun viel, ggf.. bekommt er noch mal Novalgin später. Eigentlich bin ich gegen sowas und vertraue lieber der Natur, wusste mir aber nicht mehr zu helfen, weil er heute Nacht so schlimm geweint hat. Ich habe mich diese Woche krankschreiben lassen, damit ich ganz viel bei ihm sein kann. Deine Tondatei gibt mir Sicherheit und ich fühle mich besser vorbereitet, das Ganze durchzustehen. Ich danke dir sehr dafür!
 
Wir genießen jede Sekunde!
 
Ja klar, gerne kannst du meine Antwort auf deiner Seite teilen. Die Erfahrung kann man auf jeden Fall verbreiten. Ich glaube, wenn mehr Menschen überhaupt davon wüssten, dass man mit Tieren sprechen und sie fragen kann, würden nicht so viele Tiere eingeschläfert, sondern dürften den natürlichen, wichtigen Sterbeprozess erleben. Eben, als Benny am Tropf hing, wurde im Nachbarraum ein Hund eingeschläfert und hinterher an uns vorbei getragen. Der Blick von Benny zu mir war Wahnsinn! Ich habe ihm versprochen, so auf keinen Fall, er darf zu Hause (oder vielleicht sogar in der Natur) gehen. Ich glaube, unsere Bindung ist noch mal stärker geworden nach deinem Gespräch gestern.
Ganz lieben Dank noch mal!
Liebe Grüße
Juliane“
 
Herzlichen Dank liebe Juliane, dass ich Bennys Geschichte und dein Feedback veröffentlichen darf.
Ich wünsche Euch von Herzen noch viele schöne Momente und Wochen/Tage/Stunden. Jeder einzelne soll einzigartig für Euch sein.
 
Sein Tier während des Sterbeprozesses zu begleiten ist alles andere als leicht.
Wir sind es unseren Tieren aber schuldig auch diese Zeit mit Ihnen zu verbringen und Ihnen zur Seite zu stehen.

Gastartikel: Weitere Informationen zum Thema „Sterbebegleitung für dein Tier“ findet hier bei © Andrea-Schaedel

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