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Chloralose Vergiftung Katze April 2022


α Chloralose Vergiftung Katze April 2022

    
Wahrscheinlich hatten wir in der Zwischenzeit weitere Fälle auch bei den Kolleg/in/en hier im Landkreis bzw. die Tiere sind in die Klinik geschickt worden.

Inzwischen hatte ich einen weiteren Verdachts-Fall, jedoch mit Fieber. Alle anderen Vergiftungserscheinungen deuteten aber auch auf Alpha-Chloralose hin.    

Der Besitzer hat morgens die Katze apathisch, kalt und zuckend vor seiner Haustür gefunden. Da er sich sicher war, dass die Katze innerhalb der nächsten Minuten versterben würde, hat er sie zugedeckt und sich zur Arbeit begeben.
Am Nachmittag riefen uns die Nachbarn an, sie hätten eine torkelnde und schreiende Katze mitten auf der Straße gefunden.
Das Video zeigt den Zustand schon etwa eine halbe Stunde NACH der ersten Behandlung, da wir erst behandelt haben und dann ein Video machen wollten …


Deutlich ist zu sehen, wie die Katze (trotz „Valium“) unkontrolliert am Zucken ist. Sie kann nicht koordiniert Stehen oder Laufen, oder sich aufrecht halten. Besonders die Ohren sind permanent am Zucken. die unkontrollierten jaulenden Lautäußerungen sind auch deutlich zu hören.

In diesem Fall hatte das Tier jedoch Fieber, was uns erst stutzig gemacht hatte, da Untertemperatur sonst das eindeutigste Symptom ist. Wahrscheinlich weil Sie lange Zeit in der Sonne unter der Decke lag und viel gezuckt (Muskelkontraktion = Wärmeerzeugung) hat oder zusätzlich auch eine Infektion hatte.

Alle anderen Anzeichen sprachen auch hier wieder für die Vergiftung mit α-Chloralose!

Nach 2 Tagen konnte der Besitzer endlich gefunden werden, der sich dann doch sehr gefreut hat, dass seine Katze doch nicht gestorben, sondern wieder völlig gesund ist.

Somit ist unsere Erfolgsserie bei der Rettung von schweren Chloralosevergiftungen bisher immer noch nicht gestoppt und wir konnte alle Tiere als geheilt und ohne sichtbare Folgeschäden wieder nach Hause entlassen.

HINWEIS 1: Natürlich hätte der Besitzer das Tier sofort zum Tierarzt bringen müssen, egal, ob die Katze nur krank (Behandlung), oder am sterben (dann tierärztliche Erlösung von der Qual) ist, doch so ist dank der aufmerksamen Nachbarn noch einmal alles gut gegangen.

HINWEIS 2: Wenn Sie umziehen, oder eine andere Telefonnummer haben, teilen Sie das unbedingt auch TASSO, FINDEFIX oder anderen Registrierungsstellen mit, wenn die Katze schon gechippt ist. Ansonsten kann es immer noch schwierig sein, Sie als Besitzer ausfindig zu machen.

Artikel in „Hunderunden“: https://hunderunden.de/artikel/vergiftungen-2
Download vom BPT zur Chloralose-Vergiftung: Hier klicken
Weitere Links und Artikel zu diesem Thema s.u.

HINWEIS 3: Die Vergiftungserscheinungen sind komplett andere, als bei den Mäuse- und Rattengiften, die auf „Cumarin“ basieren. Dort kommt es zur zeitverzögerten Zerstörung der Blutgerinnung und die Tiere werden einfach nur schlapp, blass und müde.

HINWEIS 4: Aufgrund der bisherigen engen Zeitfenstern bis zum Erkennen von ersten Symptomen nehmen wir an, dass die Vergiftung durch direktes Aufnehmen der Köder entsteht und nicht nur über die Kumulation von vergifteten Nagern.

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Eine Zusammenfassung der Therapie sowie eine Übersicht der Symptome finden Sie hier in den folgenden „alten“ Artikeln:

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Erste Chloralose Vergiftung 2021


Noch einmal kurz die Hauptmerkmale, die, wenn man es einmal gesehen hat (s. Video), wirklich eindeutig sind.

Das werden Sie sehen (s. Videos):
1. Katze zuckt einfach so und besonders dann, wenn man sie leicht berührt
2. Katze liegt auf der Seite und kann nicht aufstehen, ist „weggetreten“, gibt jedoch Laute von sich
3. Katze fühlt sich kalt an

Sofortmaßnahme:
1. Wärmflasche 
2. Sofort zum Tierarzt (Notfall – auch Nachts!)

Vorbeugung – was können Sie machen:

1. Reden Sie mit Ihren Nachbarn und mit Verkaufsstellen, überall, wo Sie das Produkt (s.u.) sehen und bitten Sie darum das Produkt entweder aus dem Handel zu nehmen, oder nur nach ausführlicher Einweisung zu verkaufen. Sie können dabei gerne auf diesen Artikel verweisen.
2. Achten Sie auf die Anzeichen bei Ihrem Tier
3. Teilen Sie diesen Artikel, damit möglichst viele Katzenhalter / Tierhalter / Anwender / Verkaufsstellen darauf aufmerksam werden.

Nachdem wir im letzten und vorletzten Jahr einige Fälle mit einer Vergiftung durch das Rattengift „alpha Chloralose – α-Chloralose“ hatten, war es seit Mai 2020 ruhig in unserer Praxis.
Nach Rücksprache mit einigen Verkaufsstellen bes. der „Saatbau“, die hier im Landkreis dieses frei verkäufliche hochtoxische Gift verkaufen, haben diese dankenswerter weise beschlossen, das Mittel nur noch nach Aufklärung abzugeben und es in einem verschlossenen „Gift-Schrank“ zu lagern, wozu sie eigentlich nicht verpflichtet wären.

Doch jetzt ist wieder eine Katze mit dieser Vergiftung aufgetaucht. Sogar die selbe Katze wie vor einem Jahr. Sie scheint also nicht daraus gelernt zu haben. Ich nehme einmal an, der Benutzer hatte noch Reste vom letzten Jahr, die er (oder sie) jetzt verbraucht hat. 
Obwohl laut Anweisung dieses Mittel nur in geschlossenen Räumen eingesetzt werden darf, wo andere Tiere und Menschen keinen einfachen Zugang haben, wird dieses augenscheinlich nicht beachtet.

α-Chloralose (https://www.vetpharm.uzh.ch/clinitox/toxdb/KLT_016.htm) ist chemisch verwand mit Chloralhydrat (https://de.wikipedia.org/wiki/Chloralhydrat) und Chloroform (https://de.wikipedia.org/wiki/Chloroform) welches als Schlafmittel bzw. als Betäubungsmittel beim Menschen eingesetzt wurde. Sie kennen das vielleicht aus älteren Krimis, wenn der Täter dem Opfer einen Wattebausch oder ein Tuch für Mund und Nase hält. Da soll dann immer Chloroform drin sein.

Bisher konnten bei uns alle Patienten gerettet werden, doch nur mit aufwändiger Therapie, Überwachung und Betreuung. Ohne Behandlung sterben die Tiere.

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Vergiftung mit Chloralose bei einer Katze

Artikel vom 17.05.2020
Lange hatten wir Ruhe, doch jetzt ist schon wieder ein Fall aufgetreten


War jedoch zum Glück nicht ein so ganz schwerer Fall.
Leichte Untertemperatur, Miosis, Zuckungen und Apathie in Seitenlage.
Zum Glück keine extreme Untertemperatur, und keine Lähmung von Schluck- und Blasenreflex. 
Kann heute schon wieder nach Hause nach stationärer Aufnahme und symptomatischer Behandlung.

Hinweis: Auch beim Hund gibt es natürlich Vergiftungserscheinungen, die jedoch nicht so ausgeprägt sind und vor allem muss – besonders bei großen Hunden – die Menge an Gift deutlich höher sein, als bei Katzen. In unserer Praxis hatten wir selbst noch keine Vergiftungen durch alpha Chloralose beim Hund.
Hier (hier klicken) gibt es einen Bericht von 2009 mit einer Vergiftung bei sehr kleinen und leichten Hunden. Die Befürchtung ist, dass demnächst auch für „Mini-Hunde“ deutlich mehr Vergiftungsfälle auftreten werden.

—————————————————————————

Artikel vom 30.01.2020

Schon wieder …

Immer mehr Fälle von Vergiftungen bei Katzen durch einen neuen Mäuse- & Rattenköder.
Wahrscheinlich nehmen die Katzen den Giftstoff sogar direkt auf und nicht nur indirekt über Mäuse.
Wir haben jetzt Fälle aus Hitzacker, Damnatz, Siemen, Zadrau, Streetz und Quickborn.

Wie sehen die Vergiftungserscheinungen aus?


Das erste, was man sieht ist „Ataxie“.

Die Katze torkelt, kann nicht mehr Stehen oder Laufen, fällt wieder um.
Man könnte an Schwäche, Lähmungen oder einen Autounfall denken.
Das tritt plötzlich auf und dann sollte auch schon der Tierarzt angerufen werden.


Auch die „Vokalisation“, ist ein häufiges Merkmal.
Die Katze gibt permanent Töne / Geräusche / Schreie von sich ab. Das sind keine Schmerzen, sondern unkontrollierte unbewusste Lautäußerungen.

Danach folgt die „Hypothermie“:
Die Körpertemperatur sinkt ab – bis auf Werte von unter 32°C. Die Katze wird kalt und stirbt, wenn nichts gemacht wird.
Zudem können „Miosis“ (kleine, starre Pupillen, die sich auch bei Dunkelheit nicht erweitern) und spontane Harnblasenentleerung am Anfang festgestellt werden.

Zusätzlich noch „Hyperästhesie“:
Das ist eine Übererregbarkeit der Sinne besonders der Haut. Also ein Zusammenzucken bei Berührung. Das ist ein ziemlich typisches Anzeichen, welches bei einem Schädel-Hirn-Trauma sehr selten auftritt. Aber auch auf Geräusche reagieren diese Tiere mit verstärkter Krampfneigung / Zittern.

Das endet dann in allgemeinen „Konvulsionen“:
Also generalisierten Krampfanfällen.

Als Letztes kommt „Apathie“, „Stupor“ und „Koma“:
Das bedeutet nicht ansprechbar auf Reize, Bewegungslosigkeit bis hin zur Bewusstlosigkeit und dem Erliegen kommen des Schluckreflexes und der Blasenfunktion.

Die Zeit vom Aufnehmen des Giftes bis zum Auftreten erster Vergiftungserscheinungen scheint bei 15 – 30 Minuten zu liegen, es geht als ziemlich schnell.


Je früher das Tier vom Tierarzt behandelt wird, desto besser sind die Überlebensaussichten und kürzer die Behandlungszeit.

1. Wärme (Sofort Wärmflasche selbst machen!)

Ab hier nur vom Tierarzt:
1. Evtl. ein Erbrechen durch Medikamente auslösen
2. Förderung der Giftausscheidung (Nierenanregung / Bindung der Giftstoffe im Darm)
3. Flüssigkeitsinfusionen (DTI)
4. Behandlung der Krämpfe
5. Zwangsfütterung und manuelle Blasenentleerung
6. Ruhe, dunkel, reizarm und mit Wärmedecke
7. Weitere symptomatische Behandlung und Überwachung bis zur vollständigen Besserung

Sollten Sie direkt gesehen haben, wie Ihre Katze die schwarze Paste aufleckt, kann auch noch das Auslösen von Erbrechen zum Ziel führen.
–> KEIN Salzwasser oder sonst. Hausmittel, sondern vom Tierarzt mit einem speziellen Medikament!

Meistens kommt man jedoch zu spät, denn wenn die Katze schon Symptome zeigt, also Verhaltensänderungen aufweist, wirkt das Gift schon.

Es gibt kein gezieltes Gegenmittel. Man kann nur symptomatisch behandeln. Meistens verschlechtert sich der Zustand trotz Behandlung erst noch bis zur „Koma-Stufe“.
Die Tiere müssen in ruhiger Umgebung beobachtet und vom Tierarzt gezielt behandelt werden. Dann haben sie nach unseren bisherige Erfahrungen eine gute Überlebenschance. 

Nach 2 bis 3 Tagen intensiver Behandlung (s.o.), wenn das Gift den Körper wieder verlassen hat, oder vom Körper abgebaut worden ist, geht es den Tieren meistens wieder gut und es scheint bisher keine Folgeschäden zu geben.

Wie sieht das Gift aus?


Es scheint eine schwarze wohlschmeckende Paste zu sein.
Der Gift-Wirkstoff heißt „α-Chloralose“ (alpha-Chloralose).

Die Verpackung s. Bild: (gibt es z.B. bei der Saatbau in Dannenberg -dort werden die Produkte nach meinem Eingreifen nur noch nach Beratung herausgegeben und sind in einem verschlossenen „Gift-Schrank. Was „eigentlich“ noch nicht einmal verpflichtend ist. Vielen Dank dafür!)


Raus die Maus …
und Aus die Katze!
sicher – sauber – zuverlässig –
und bringt Katzen um!

Auch dieses Mittel enthält Chloralose!

Was können Sie machen?

1. Verwenden Sie selbst nicht dieses Gift oder wenn, dann nur in geschlossenen Räumen, so wie es in der Beschreibung auch steht.

2. Wenn Sie ein Tier mit den oben genannten Symptomen finden, sofort Wärmflasche machen und ab mit Tier und Wärmflasche zum Tierarzt

3. Sprechen Sie Freunde, Nachbarn und alle in der Umgebung darauf an, damit die Giftquelle gefunden und beseitigt werden kann und evtl. weitere Vergiftungen von Katzen (und Hunden) vermieden bzw. wenigstens schnell erkannt werden.

4. Sammeln Sie alle verendeten Kleinnager ein, die in der Nähe des Köders liegen bzw. hindern Sie die Mäuse & Ratten daran, aus dem Raum zu flüchten.

————————————————————————-

Nach Rücksprache mit dem Unternehmen wurde darauf hingewiesen, dass sich alle Vergiftungen nur durch unsachgemäßen Gebrauch der Köder ereignet haben. Was wohl auch stimmt. Dennoch wäre meines Erachtens ein deutlicherer Warnhinweis über die schwere Giftwirkung auf Hunde und Katzen angebracht.

—————————————————————————-

Ergänzungen:


1) Facebook-Artikel einer Tierklink genau zu diesem Thema:
https://www.facebook.com/tierklinik.im.tierzentrum/posts/2567635470117728

2) Wie die Herstellerfirma Neudorff zu diesem Thema Stellung nimmt, lesen Sie hier:
https://www.neudorff.de/rat-service/forum/indoor-archiv/ungeziefer/betreff-ihrer-auskunft-ungiftigkeit-von-alpha-chloralose-fuer-katzen-und-hunde-31953/thema.html?fbclid=IwAR2JA9bzVjdHf3FoyYpxiuObbLGsQMaNuzpdDgOzeyvrgLV8G9T7R9wfDtY

3) letale (tödliche) Dosis: 
100 g Köder 4,4% = 4,4 g α-Chloralose –> 4400 mg
Die minimale letale Dosis für die Katze: ca. 100 mg/kg
–> für eine 4 kg Katze ist die minimale (kleinste) letale ( = tödliche) Dosis: 400 mg / Tier
–> das sind nur etwa 10 g Giftköder
–> das bedeutet etwa einen Teelöffel voll oder ein bis Mäuse mit der Köderpaste im Magen


—————————————————————————-

Vorheriger Artikel 12/2019:


(https://tierarzt-gusborn.blogspot.com/2019/12/achtung-gift-gefahrlich.html)

Wir haben im letzten Monat 3 Katzen mit schweren Vergiftungen durch dieses neue Mäuse- und Rattengift in der Praxis gehabt.

Das GIFT ist frei verkäuflich praktisch ohne deutlich sichtbare Warnhinweise.


Anscheinend wird der Giftstoff – eine schwarze Paste – sogar direkt von den Katzen aufgenommen und nicht nur indirekt über vergiftete Mäuse oder Ratten.

Die Katzen kommen zu uns mit schwerer Untertemperatur (normal 38,5°C – ein Patient lag sogar nur bei 32° C), Apathie bis hin zur Bewusstlosigkeit und gleichzeitigen peripheren Krampfanfällen.
Eine gezielte Behandlung oder ein Gegenmittel gegen den Wirkstoff „α-Chloralose“ gibt es nicht.

Die Therapie ist langwierig und ungewiss. Bisher haben wir zum Glück alle Patienten durchbekommen. Man kann nur versuchen die Tiere symptomatisch zu behandeln und sie so lange am Leben zu erhalten, bis das Gift wieder aus dem Körper ist.

Das bedeutet vor allem Wärme, etwas gegen die Krämpfe geben künstliche Ernährung / Infusion und Anregung der Ausscheidung über die Niere.


Sollten Sie ein Tier in diesem Zustand vorfinden, dann ist die 1. Maßnahme eine Wärmflasche und und dann zum Tierarzt.


Hinweis zu dem Giftstoff: https://www.vetpharm.uzh.ch/clinitox/toxdb/KLT_016.htm

Hinweise zu dem Produkt: https://www.neudorff.de/produkte/sugan-maeusekoeder-korn.html

Weitere Artikel und Quellenangaben:

Erste Chloralose Vergiftung 2021

    

Erste Chloralose Vergiftung 2021

   
Ergänzungen 4/2022:


Wahrscheinlich hatten wir in der Zwischenzeit weitere Fälle auch bei den Kolleg/in/en hier im Landkreis.
Inzwischen hatte ich einen weiteren Verdachts-Fall, jedoch mit Fieber. Alle anderen Vergiftungserscheinungen deuteten aber auch Alpha-Chloralose hin.    


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Noch einmal kurz die Hauptmerkmale, die, wenn man es einmal gesehen hat (s. Video), wirklich eindeutig sind.

Das werden Sie sehen (s. Videos):
1. Katze zuckt einfach so und besonders dann, wenn man sie leicht berührt
2. Katze liegt auf der Seite und kann nicht aufstehen, ist „weggetreten“
3. Katze fühlt sich kalt an

Sofortmaßnahme:
1. Wärmflasche 
2. Sofort zum Tierarzt (Notfall – auch Nachts!)

Vorbeugung – was können Sie machen:
1. Reden Sie mit Ihren Nachbarn und mit Verkaufsstellen, überall, wo Sie das Produkt (s.u.) sehen und bitten Sie darum das Produkt entweder aus dem Handel zu nehmen, oder nur nach ausführlicher Einweisung zu verkaufen. Sie können dabei gerne auf diesen Artikel verweisen.
2. Achten Sie auf die Anzeichen bei Ihrem Tier
3. Teilen Sie diesen Artikel, damit möglichst viele Katzenhalter / Tierhalter / Anwender / Verkaufsstellen darauf aufmerksam werden.

Nachdem wir im letzten und vorletzten Jahr einige Fälle mit einer Vergiftung durch das Rattengift „alpha Chloralose – α-Chloralose“ hatten, war es seit Mai 2020 ruhig in unserer Praxis.
Nach Rücksprache mit einigen Verkaufsstellen bes. der „Saatbau“, die hier im Landkreis dieses frei verkäufliche hochtoxische Gift verkaufen, haben diese dankenswerter weise beschlossen, das Mittel nur noch nach Aufklärung abzugeben und es in einem verschlossenen „Gift-Schrank“ zu lagern, wozu sie eigentlich nicht verpflichtet wären.

Doch jetzt ist wieder eine Katze mit dieser Vergiftung aufgetaucht. Sogar die selbe Katze wie vor einem Jahr. Sie scheint also nicht daraus gelernt zu haben. Ich nehme einmal an, der Benutzer hatte noch Reste vom letzten Jahr, die er (oder sie) jetzt verbraucht hat. 
Obwohl laut Anweisung dieses Mittel nur in geschlossenen Räumen eingesetzt werden darf, wo andere Tiere und Menschen keinen einfachen Zugang haben, wird dieses augenscheinlich nicht beachtet.

α-Chloralose (https://www.vetpharm.uzh.ch/clinitox/toxdb/KLT_016.htm) ist chemisch verwand mit Chloralhydrat (https://de.wikipedia.org/wiki/Chloralhydrat) und Chloroform (https://de.wikipedia.org/wiki/Chloroform) welches als Schlafmittel bzw. als Betäubungsmittel beim Menschen eingesetzt wurde. Sie kennen das vielleicht aus älteren Krimis, wenn der Täter dem Opfer einen Wattebausch oder ein Tuch für Mund und Nase hält. Da soll dann immer Chloroform drin sein.

Bisher konnten bei uns alle Patienten gerettet werden, doch nur mit aufwändiger Therapie, Überwachung und Betreuung. Ohne Behandlung sterben die Tiere.

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Vergiftung mit Chloralose bei einer Katze

Artikel vom 17.05.2020
Lange hatten wir Ruhe, doch jetzt ist schon wieder ein Fall aufgetreten


War jedoch zum Glück nicht ein so ganz schwerer Fall.
Leichte Untertemperatur, Miosis, Zuckungen und Apathie in Seitenlage.
Zum Glück keine extreme Untertemperatur, und keine Lähmung von Schluck- und Blasenreflex. 
Kann heute schon wieder nach Hause nach stationärer Aufnahme und symptomatischer Behandlung.

Hinweis: Auch beim Hund gibt es natürlich Vergiftungserscheinungen, die jedoch nicht so ausgeprägt sind und vor allem muss – besonders bei großen Hunden – die Menge an Gift deutlich höher sein, als bei Katzen. In unserer Praxis hatten wir selbst noch keine Vergiftungen durch alpha Chloralose beim Hund.
Hier (hier klicken) gibt es einen Bericht von 2009 mit einer Vergiftung bei sehr kleinen und leichten Hunden. Die Befürchtung ist, dass demnächst auch für „Mini-Hunde“ deutlich mehr Vergiftungsfälle auftreten werden.

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Artikel vom 30.01.2020

Schon wieder …

Immer mehr Fälle von Vergiftungen bei Katzen durch einen neuen Mäuse- & Rattenköder.
Wahrscheinlich nehmen die Katzen den Giftstoff sogar direkt auf und nicht nur indirekt über Mäuse.
Wir haben jetzt Fälle aus Damnatz, Siemen, Zadrau, Streetz und Quickborn.

Wie sehen die Vergiftungserscheinungen aus?

Das erste, was man sieht ist „Ataxie“.
Die Katze torkelt, kann nicht mehr Stehen oder Laufen, fällt wieder um.
Man könnte an Schwäche, Lähmungen oder einen Autounfall denken.
Das tritt plötzlich auf und dann sollte auch schon der Tierarzt angerufen werden.


Danach folgt die „Hypothermie“:
Die Körpertemperatur sinkt ab – bis auf Werte von unter 32°C. Die Katze wird kalt und stirbt, wenn nichts gemacht wird.
Zudem können Miosis und spontane Hanrblasenentleerung am Anfang festgestellt werden.

Zusätzlich noch „Hyperästhesie“:
Das ist eine Übererregbarkeit der Sinne besonders der Haut. Also ein Zusammenzucken bei Berührung. Das ist ein ziemlich typisches Anzeichen, welches bei einem Schädel-Hirn-Trauma sehr selten auftritt. Aber auch auf Geräusche reagieren diese Tiere mit verstärkter Kranmpfneigung / Zittern.

Das endet dann in allgemeinen „Konvulsionen“:
Also generalisierten Krampfanfällen.

Als Letztes kommt „Apathie“, „Stupor“ und „Koma“:
Das bedeutet nicht ansprechbar auf Reize, Bewegungslosigkeit bis hin zur Bewusstlosigkeit und dem Erliegen kommen des Schluckreflexes und der Blasenfunktion.

Die Zeit vom Aufnehmen des Giftes bis zum Auftreten erster Vergiftungserscheinungen scheint bei 15 – 30 Minuten zu liegen, es geht als ziemlich schnell.


Je früher das Tier vom Tierarzt behandelt wird, desto besser sind die Überlebensaussichten.

1. Wärme (Sofort Wärmflasche selbst machen!)
Ab hier nur vom Tierarzt:
1. Evtl. ein Erbrechen durch Medikamente auslösen
2. Förderung der Giftausscheidung (Nierenanregung / Bindung der Giftstoffe im Darm)
3. Flüssigkeitsinfusionen (DTI)
4. Behandlung der Krämpfe
5. Zwangsfütterung und manuelle Blasenentleerung
6. Ruhe, dunkel, reizarm und mit Wärmedecke

Sollten Sie direkt gesehen haben, wie Ihre Katze die schwarze Paste aufleckt, kann auch noch das Auslösen von Erbrechen zum Ziel führen.
–> KEIN Salzwasser oder sonst. Hausmittel, sondern vom Tierarzt mit einem speziellen Medikament!

Meistens kommt man jedoch zu spät, denn wenn die Katze schon Symptome zeigt, also Verhaltensänderungen aufweist, wirkt das Gift schon.

Es gibt kein gezieltes Gegenmittel. Man kann nur symptomatisch behandeln. Meistens verschlechtert sich der Zustand trotz Behandlung erst noch bis zur „Koma-Stufe“.
Die Tiere müssen in ruhiger Umgebung beobachtet und vom Tierarzt gezielt behandelt werden. Dann haben sie nach unseren bisherige Erfahrungen eine gute Überlebenschance. 

Nach 2 bis 3 Tagen intensiver Behandlung (s.o.), wenn das Gift den Körper wieder verlassen hat, oder vom Körper abgebaut worden ist, geht es den Tieren meistens wieder gut und es scheint bisher keine Folgeschäden zu geben.

Wie sieht das Gift aus?


Es scheint eine schwarze wohlschmeckende Paste zu sein.
Der Gift-Wirkstoff heißt „α-Chloralose“ (alpha-Chloralose).

Die Verpackung s. Bild: (gibt es z.B. bei der Saatbau in Dannenberg -dort werden die Produkte nach meinem Eingreifen nur noch nach Beratung herausgegeben und sind in einem verschlossenen „Gift-Schrank. Was „eigentlich“ noch nicht einmal verpflichtend ist. Vielen Dank dafür!)


Raus die Maus …
und Aus die Katze!
sicher – sauber – zuverlässig –
und bringt Katzen um!

Auch dieses Mittel enthält Chloralose!


Was können Sie machen?

1. Verwenden Sie selbst nicht dieses Gift oder wenn, dann nur in geschlossenen Räumen, so wie es in der Beschreibung auch steht.

2. Wenn Sie ein Tier mit den oben genannten Symptomen finden, sofort Wärmflasche machen und ab mit Tier und Wärmflasche zum Tierarzt

3. Sprechen Sie Freunde, Nachbarn und alle in der Umgebung darauf an, damit die Giftquelle gefunden und beseitigt werden kann und evtl. weitere Vergiftungen von Katzen (und Hunden) vermieden bzw. wenigstens schnell erkannt werden.

4. Sammeln Sie alle verendeten Kleinnager ein, die in der Nähe des Köders liegen bzw. hindern Sie die Mäuse & Ratten daran, aus dem Raum zu flüchten.

————————————————————————-

Nach Rücksprache mit dem Unternehmen wurde darauf hingewiesen, dass sich alle Vergiftungen nur durch unsachgemäßen Gebrauch der Köder ereignet haben. Was wohl auch stimmt. Dennoch wäre meines Erachtens ein deutlicherer Warnhinweis über die schwere Giftwirkung auf Hunde und Katzen angebracht.

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Ergänzungen:


1) Facebook-Artikel einer Tierklink genau zu diesem Thema:
https://www.facebook.com/tierklinik.im.tierzentrum/posts/2567635470117728

2) Wie die Herstellerfirma Neudorff zu diesem Thema Stellung nimmt, lesen Sie hier:
https://www.neudorff.de/rat-service/forum/indoor-archiv/ungeziefer/betreff-ihrer-auskunft-ungiftigkeit-von-alpha-chloralose-fuer-katzen-und-hunde-31953/thema.html?fbclid=IwAR2JA9bzVjdHf3FoyYpxiuObbLGsQMaNuzpdDgOzeyvrgLV8G9T7R9wfDtY

3) letale (tödliche) Dosis: 
100 g Köder 4,4% = 4,4 g α-Chloralose –> 4400 mg
Die minimale letale Dosis für die Katze: ca. 100 mg/kg
–> für eine 4 kg Katze ist die minimale (kleinste) letale ( = tödliche) Dosis: 400 mg / Tier
–> das sind nur etwa 10 g Giftköder
–> das bedeutet etwa einen Teelöffel voll oder ein bis Mäuse mit der Köderpaste im Magen


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Hinweis: Weitere Expertenvideos zu verschieden Katzen-Themen!


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Vorheriger Artikel:


(https://tierarzt-gusborn.blogspot.com/2019/12/achtung-gift-gefahrlich.html)

Wir haben im letzten Monat 3 Katzen mit schweren Vergiftungen durch dieses neue Mäuse- und Rattengift in der Praxis gehabt.

Das GIFT ist frei verkäuflich praktisch ohne deutlich sichtbare Warnhinweise.


Anscheinend wird der Giftstoff – eine schwarze Paste – sogar direkt von den Katzen aufgenommen und nicht nur indirekt über vergiftete Mäuse oder Ratten.

Die Katzen kommen zu uns mit schwerer Untertemperatur (normal 38,5°C – ein Patient lag sogar nur bei 32° C), Apathie bis hin zur Bewusstlosigkeit und gleichzeitigen peripheren Krampfanfällen.
Eine gezielte Behandlung oder ein Gegenmittel gegen den Wirkstoff „α-Chloralose“ gibt es nicht.

Die Therapie ist langwierig und ungewiss. Bisher haben wir zum Glück alle Patienten durchbekommen. Man kann nur versuchen die Tiere symptomatisch zu behandeln und sie so lange am Leben zu erhalten, bis das Gift wieder aus dem Körper ist.

Das bedeutet vor allem Wärme, etwas gegen die Krämpfe geben künstliche Ernährung / Infusion und Anregung der Ausscheidung über die Niere.


Sollten Sie ein Tier in diesem Zustand vorfinden, dann ist die 1. Maßnahme eine Wärmflasche und und dann zum Tierarzt.


Hinweis zu dem Giftstoff: https://www.vetpharm.uzh.ch/clinitox/toxdb/KLT_016.htm

Hinweise zu dem Produkt: https://www.neudorff.de/

Weitere Artikel:

Vergiftung einer Katze mit alpha #Chloralose (schon wieder)

Ergänzungen vom 17.05.2020

Vergiftung mit Chloralose bei einer Katze

Lange hatten wir Ruhe, doch jetzt ist schon wieder ein Fall aufgetreten


War jedoch zum Glück nicht ein so ganz schwerer Fall.
Leichte Untertemperatur, Miosis, Zuckungen und Apathie in Seitenlage.
Zum Glück keine extreme Untertemperatur, und keine Lähmung von Schluck- und Blasenreflex. 
Kann heute schon wieder nach Hause nach stationärer Aufnahme und symptomatischer Behandlung.

Hinweis: Auch beim Hund gibt es natürlich Vergiftungserscheinungen, die jedoch nicht so ausgeprägt sind und vor allem muss – besonders bei großen Hunden – die Menge an Gift deutlich höher sein, als bei Katzen. In unserer Praxis hatten wir selbst noch keine Vergiftungen durch alpha Chloralose beim Hund.
Hier (hier klicken) gibt es einen Bericht von 2009 mit einer Vergiftung bei sehr kleinen und leichten Hunden. Die Befürchtung ist, dass demnächst auch für „Mini-Hunde“ deutlich mehr Vergiftungsfälle auftreten werden.


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Ergänzungen vom 30.01.2020

Schon wieder …

Immer mehr Fälle von Vergiftungen bei Katzen durch einen neuen Mäuse- & Rattenköder.
Wahrscheinlich nehmen die Katzen den Giftstoff sogar direkt auf und nicht nur indirekt über Mäuse.
Wir haben jetzt Fälle aus Damnatz, Siemen, Zadrau, Streetz und Quickborn.

Wie sehen die Vergiftungserscheinungen aus?

Das erste, was man sieht ist „Ataxie“.
Die Katze torkelt, kann nicht mehr Stehen oder Laufen, fällt wieder um.
Man könnte an Schwäche, Lähmungen oder einen Autounfall denken.
Das tritt plötzlich auf und dann sollte auch schon der Tierarzt angerufen werden.



Danach folgt die „Hypothermie“:
Die Körpertemperatur sinkt ab – bis auf Werte von unter 32°C. Die Katze wird kalt und stirbt, wenn nichts gemacht wird.
Zudem können Miosis und spontane Hanrblasenentleerung am Anfang festgestellt werden.

Zusätzlich noch „Hyperästhesie“:
Das ist eine Übererregbarkeit der Sinne besonders der Haut. Also ein Zusammenzucken bei Berührung. Das ist ein ziemlich typisches Anzeichen, welches bei einem Schädel-Hirn-Trauma sehr selten auftritt. Aber auch auf Geräusche reagieren diese Tiere mit verstärkter Kranmpfneigung / Zittern.

Das endet dann in allgemeinen „Konvulsionen“:
Also generalisierten Krampfanfällen.

Als Letztes kommt „Apathie“, „Stupor“ und „Koma“:
Das bedeutet nicht ansprechbar auf Reize, Bewegungslosigkeit bis hin zur Bewusstlosigkeit und dem Erliegen kommen des Schluckreflexes und der Blasenfunktion.

Die Zeit vom Aufnehmen des Giftes bis zum Auftreten erster Vergiftungserscheinungen scheint bei 15 – 30 Minuten zu liegen, es geht als ziemlich schnell.


Je früher das Tier vom Tierarzt behandelt wird, desto besser sind die Überlebensaussichten.

1. Wärme (Sofort Wärmflasche selbst machen!)
Ab hier nur vom Tierarzt:
1. Evtl. ein Erbrechen durch Medikamente auslösen
2. Förderung der Giftausscheidung (Nierenanregung / Bindung der Giftstoffe im Darm)
3. Flüssigkeitsinfusionen (DTI)
4. Behandlung der Krämpfe
5. Zwangsfütterung und manuelle Blasenentleerung
6. Ruhe, dunkel, reizarm und mit Wärmedecke

Sollten Sie direkt gesehen haben, wie Ihre Katze die schwarze Paste aufleckt, kann auch noch das Auslösen von Erbrechen zum Ziel führen.
–> KEIN Salzwasser oder sonst. Hausmittel, sondern vom Tierarzt mit einem speziellen Medikament!

Meistens kommt man jedoch zu spät, denn wenn die Katze schon Symptome zeigt, also Verhaltensänderungen aufweist, wirkt das Gift schon.

Es gibt kein gezieltes Gegenmittel. Man kann nur symptomatisch behandeln. Meistens verschlechtert sich der Zustand trotz Behandlung erst noch bis zur „Koma-Stufe“.
Die Tiere müssen in ruhiger Umgebung beobachtet und vom Tierarzt gezielt behandelt werden. Dann haben sie nach unseren bisherige Erfahrungen eine gute Überlebenschance. 

Nach 2 bis 3 Tagen intensiver Behandlung (s.o.), wenn das Gift den Körper wieder verlassen hat, oder vom Körper abgebaut worden ist, geht es den Tieren meistens wieder gut und es scheint bisher keine Folgeschäden zu geben.

Wie sieht das Gift aus?

Es scheint eine schwarze wohlschmeckende Paste zu sein.
Der Gift-Wirkstoff heißt „α-Chloralose“ (alpha-Chloralose).

Die Verpackung s. Bild: (gibt es z.B. bei der Saatbau in Dannenberg)


Raus die Maus …
und Aus die Katze!
sicher – sauber – zuverlässig –
und bringt Katzen um!

Was können Sie machen?

1. Verwenden Sie selbst nicht dieses Gift oder wenn, dann nur in geschlossenen Räumen, so wie es in der Beschreibung auch steht.

2. Wenn Sie ein Tier mit den oben genannten Symptomen finden, sofort Wärmflasche machen und ab mit Tier und Wärmflasche zum Tierarzt

3. Sprechen Sie Freunde, Nachbarn und alle in der Umgebung darauf an, damit die Giftquelle gefunden und beseitigt werden kann und evtl. weitere Vergiftungen von Katzen (und Hunden) vermieden bzw. wenigstens schnell erkannt werden.

4. Sammeln Sie alle verendeten Kleinnager ein, die in der Nähe des Köders liegen bzw. hindern Sie die Mäuse & Ratten daran, aus dem Raum zu flüchten.

————————————————————————-

Nach Rücksprache mit dem Unternehmen wurde darauf hingewiesen, dass sich alle Vergiftungen nur durch unsachgemäßen Gebrauch der Köder ereignet haben. Was wohl auch stimmt. Dennoch wäre meines Erachtens ein deutlicherer Warnhinweis über die schwere Giftwirkung auf Hunde und Katzen angebracht.

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Ergänzungen:


1) Facebook-Artikel einer Tierklink genau zu diesem Thema:
https://www.facebook.com/tierklinik.im.tierzentrum/posts/2567635470117728

2) Wie die Herstellerfirma Neudorff zu diesem Thema Stellung nimmt, lesen Sie hier:
https://www.neudorff.de/rat-service/forum/indoor-archiv/ungeziefer/betreff-ihrer-auskunft-ungiftigkeit-von-alpha-chloralose-fuer-katzen-und-hunde-31953/thema.html?fbclid=IwAR2JA9bzVjdHf3FoyYpxiuObbLGsQMaNuzpdDgOzeyvrgLV8G9T7R9wfDtY (Dieser Link führt auf eine Fehlerseite – Die Firma Neudorff hat gar keine Infos mehr zu a-Chloralose. Ich habe eine Alternativ-Seite verlinkt.))

3) letale (tödliche) Dosis: 
100 g Köder 4,4% = 4,4 g α-Chloralose –> 4400 mg
Die minimale letale Dosis für die Katze: ca. 100 mg/kg
–> für eine 4 kg Katze ist die minimale (kleinste) letale ( = tödliche) Dosis: 400 mg / Tier
–> das sind nur etwa 10 g Giftköder
–> das bedeutet etwa einen Teelöffel voll oder ein bis Mäuse mit der Köderpaste im Magen



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Hinweis: Weitere Expertenvideos zu verschieden Katzen-Themen!


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Vorheriger Artikel:


(https://tierarzt-gusborn.blogspot.com/2019/12/achtung-gift-gefahrlich.html)


Wir haben im letzten Monat 3 Katzen mit schweren Vergiftungen durch dieses neue Mäuse- und Rattengift in der Praxis gehabt.

Das GIFT ist frei verkäuflich praktisch ohne deutlich sichtbare Warnhinweise.


Anscheinend wird der Giftstoff – eine schwarze Paste – sogar direkt von den Katzen aufgenommen und nicht nur indirekt über vergiftete Mäuse oder Ratten.

Die Katzen kommen zu uns mit schwerer Untertemperatur (normal 38,5°C – ein Patient lag sogar nur bei 32° C), Apathie bis hin zur Bewusstlosigkeit und gleichzeitigen peripheren Krampfanfällen.
Eine gezielte Behandlung oder ein Gegenmittel gegen den Wirkstoff „α-Chloralose“ gibt es nicht.

Die Therapie ist langwierig und ungewiss. Bisher haben wir zum Glück alle Patienten durchbekommen. Man kann nur versuchen die Tiere symptomatisch zu behandeln und sie so lange am Leben zu erhalten, bis das Gift wieder aus dem Körper ist.

Das bedeutet vor allem Wärme, etwas gegen die Krämpfe geben künstliche Ernährung / Infusion und Anregung der Ausscheidung über die Niere.



Sollten Sie ein Tier in diesem Zustand vorfinden, dann ist die 1. Maßnahme eine Wärmflasche und und dann zum Tierarzt.


Hinweis zu dem Giftstoff: https://www.vetpharm.uzh.ch/clinitox/toxdb/KLT_016.htm

5. Fall in 4 Wochen – Vergiftung durch neues Rattengift (alpha Chloralose)

Hund Katze Heimtier Haustier Kleintier
 

Schon wieder …

Immer mehr Fälle von Vergiftungen bei Katzen durch einen neuen Mäuse- & Rattenköder.
Wahrscheinlich nehmen die Katzen den Giftstoff sogar direkt auf und nicht nur indirekt über Mäuse.

Wie sehen die Vergiftungserscheinungen aus?

Das erste, was man sieht ist „Ataxie“.
Die Katze torkelt, kann nicht mehr Stehen oder Laufen, fällt wieder um.
Man könnte an Schwäche, Lähmungen oder einen Autounfall denken.

Das tritt plötzlich auf und dann sollte auch schon der Tierarzt angerufen werden.


Danach folgt die „Hypothermie“:
Die Körpertemperatur sinkt ab – bis auf Werte von unter 32°C. Die Katze wird kalt und stirbt, wenn nichts gemacht wird.

Zusätzlich noch „Hyperästhesie“:
Das ist eine Übererregbarkeit der Sinne besonders der Haut. Also ein Zusammenzucken bei Berührung.

Das endet dann in allgemeinen „Konvulsionen“:
Also generalisierten Krampfanfällen.

Als Letztes kommt „Apathie“ und „Stupor“:
Das bedeutet nicht ansprechbar auf Reize, Bewegungslosigkeit bis hin zur Bewusstlosigkeit und dem Erliegen kommen des Schluckreflexes.

Die Zeit vom Aufnehmen des Giftes bis zum Auftreten erster Vergiftungserscheinungen scheint bei 15 – 30 Minuten zu liegen, es geht als ziemlich schnell.
 
 
Je früher das Tier vom Tierarzt behandelt wird, desto besser sind die Überlebensaussichten.
 
1. Wärme (Sofort Wärmflasche selbst machen!)
Ab hier nur vom Tierarzt:
2. Förderung der Giftausscheidung (Nierenanregung / Bindung der Giftstoffe im Darm)
3. Behandlung der Krämpfe
4. Zwangsfütterung, Flüssigkeitsinfusionen und manuelle Blasenentleerung
 
Sollten Sie direkt gesehen haben, wie Ihre Katze die schwarze Paste aufleckt, kann auch noch das Auslösen von Erbrechen zum Ziel führen.
–> KEIN Salzwasser oder Hausmittel, sondern vom Tierarzt mit einem speziellen Medikament!
 
Meistens kommt man jedoch zu spät, denn wenn die Katze schon Symptome zeigt, als Verhaltensänderungen aufweist, wirkt das Gift schon.
Es gibt kein gezieltes Gegenmittel. Man kann also nur symptomatisch behandeln. Meistens verschlechtert sich der Zustand trotz Behandlung erst noch. Die Tiere müssen in ruhiger Umgebung beobachtet werden und gezielt behandelt werden.
Nach 2 bis 3 Tagen, wenn das Gift den Körper wieder verlassen hat, oder vom Körper abgebaut worden ist, geht es den Tieren meistens wieder gut und es scheint keine Folgeschäden zu geben.
 

Wie sieht das Gift aus?

Es scheint eine schwarze wohlschmeckende Paste zu sein.
Der Gift-Wirkstoff heißt „α-Chloralose“.
Die Verpackung s. Bild:
 
 

Was können Sie machen?

1. Verwenden Sie selbst nicht dieses Gift oder wenn, dann nur in geschlossenen Räumen, so wie es in der Beschreibung auch steht.
2. Wenn Sie ein Tier mit den oben genannten Symptomen finden, sofort Wärmflasche und ab zum Tierarzt damit
3. Sprechen Sie Freunde, Nachbarn und alle in der Umgebung darauf an, damit die Giftquelle gefunden und beseitigt werden kann.
 
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Vorheriger Artikel:
(https://tierarzt-gusborn.blogspot.com/2019/12/achtung-gift-gefahrlich.html)

Wir haben im letzten Monat 3 Katzen mit schweren Vergiftungen durch dieses neue Mäuse- und Rattengift in der Praxis gehabt.
Das GIFT ist frei verkäuflich praktisch ohne deutlich sichtbare Warnhinweise.
Anscheinend wird der Giftstoff – eine schwarze Paste – sogar direkt von den Katzen aufgenommen und nicht nur indirekt über vergiftete Mäuse oder Ratten.

Die Katzen kommen zu uns mit schwerer Untertemperatur (normal 38,5°C – ein Patient lag sogar nur bei 32° C), Apathie bis hin zur Bewusstlosigkeit und gleichzeitigen peripheren Krampfanfällen.
Eine gezielte Behandlung oder ein Gegenmittel gegen den Wirkstoff „α-Chloralose“ gibt es nicht.

Die Therapie ist langwierig und ungewiss. Bisher haben wir zum Glück alle Patienten durchbekommen. Man kann nur versuchen die Tiere symptomatisch zu behandeln und sie so lange am Leben zu erhalten, bis das Gift wieder aus dem Körper ist.

Das bedeutet vor allem Wärme, etwas gegen die Krämpfe geben künstliche Ernährung / Infusion und Anregung der Ausscheidung über die Niere.


Sollten Sie ein Tier in diesem Zustand vorfinden, dann ist die 1. Maßnahme eine Wärmflasche und und dann zum Tierarzt.

Hinweis zu dem Giftstoff: https://www.vetpharm.uzh.ch/clinitox/toxdb/KLT_016.htm
Hinweise zu dem Produkt: https://www.neudorff.de/produkte/sugan-maeusekoeder-paste.html