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Dreifache Überraschung in der Tierarzt-Praxis


Dreifache Überraschung in der Praxis


Ein ganz normaler Vormittag in der Tierarztpraxis

Angemeldet waren 2 Katzen und ein Kater zur Kastration. Wird auch langsam Zeit, da hier im Landkreis alle Freigänger-Katzen mit 5 Monaten kastriert und gechippt sein müssen und spätestens im Februar die neue Saison anfängt –> Frühlingsgefühle bei den Katzen und Katern!

Doch dann kamen 3 Überraschungen:

1. Überraschung:

OMG! OMG! OMG! ist das niedlich!


2. Überraschung:

Ach du Schei… sind das viele Flöhe!


–> Flöhe auf Katzen sind kein „Makel“. Das passiert eben mal. Besonders bei Freigängern hier auf dem platten Land. Einmal mit der Nase in eine Igelhöhle / Igel Nest geschnuppert und schon haben dutzende von Flöhen ein neues Zuhause gefunden.
Gehen Sie rechtzeitig zum Tierarzt, lassen Sie sich ein wirksames Flohmittel mitgeben und verhindern so eine Invasion im Haus, denn dann wird´s aufwändig.
Doch auch dafür hat der Tierarzt die richtige Umgebungsbehandlung, bevor der Kammerjäger kommen muss.
–> Machen Sie einen Termin bei uns in der Praxis!

–> Flohmittel aus dem Internet, dem Baumarkt, dem Futterhandel oder dem Reformhaus wirken nur, wenn keine Flöhe da sind! Wirksame Flohmittel unterliegen der Rezept- bzw. Verschreibungspflicht. Behandeln Sie immer ALLE Tiere im Haus gegen Flöhe!

–> Flöhe können Würmer übertragen, also denken Sie auch an eine Entwurmung der Katzen. 

–> Eine echte Flohinvasion im Haus, die tatsächlich plötzlich auftreten kann, wobei dann auch Menschen gebissen werden können. ist wirklich ein Notfall und sollte auch am Wochenende im Notdienst behandelt werden. Ein einzelner Floh oder ein bisschen Flohkot im Fell hat bis Montag Zeit!

3. Überraschung:

Oh, die eine Katze ist ja ein Kater – gut, dass ich immer noch mal unter den Schwanz schaue, bevor ich den Bauch rasiere oder Schlimmeres … (ohne Foto) 

Dorfidylle in der Elbtalaue oder trügt das Bild?


Dorfidylle in der Elbtalaue oder trügt das Bild?


In einem kleinen Dorf in der Elbtalaue herrscht Idylle, Gottesfürchtigkeit und Gemeinschaftssinn.

Die Kühe grasen auf der Weide, die Elbe fließt dahin und die Katzen spielen mit Ihren Kitten auf dem Dorfplatz.

Für jeden Besucher ein Bilderbuchdörfchen.

Doch wenn man genauer hinschaut, sehen die Katzen gar nicht so gut aus. Und es sind eine ganze Menge Katzen, einige mit verklebten Augen, alle irgendwie etwas klein und mit dickem Bauch, ohne wirklich fett zu sein.

Da fragt sich doch der geneigte Besucher „Wem die denn wohl gehören?“

Jeder im Dorf weiß zwar wem oder wohin die Tiere gehören, doch keiner sagt oder tut was.

Kastrationspflicht und Chippflicht

Dabei gibt es in Lüchow-Dannenberg schon seit Jahren eine Kastrations- und Chippflicht. Es drohen empfindliche Geldstrafen, wer dieser Verpflichtung nicht nachkommt, doch es ändert sich nichts. Es wird ja auch nicht kontrolliert…

Die offiziellen Stellen stellten sich erst taub, fühlten sich nicht zuständig, hatten keine Zeit, kein Geld, keine Lust oder kein Interesse.

Da muss dann erst eine besorgte Bürgerin kommen und auf Eigeninitiative eine Kastrationsaktion in Gang setzen.

Und weil sich die Politik immer noch nicht auf ein kreisweites Tierheim geeinigt hat, und die „Tierhilfe“ aus Personal und vor allem Geldmangel praktisch nicht mehr existent ist, müssen Hilfsorganisationen aus Lüneburg und Uelzen und der deutsche Tierschutzbund helfen.

23 Katzen und Kater, tragend oder nicht wurden in 30 Tagen gefangen, kastriert, gechippt, entwurmt, entfloht, ggf. behandelt und entweder weitervermittelt oder an Ort und Stelle wieder eingegliedert (TNR-Methode).

Doch anstatt diese Eigeninitiative zu würdigen und die Aktion aktiv durch Mithilfe zu unterstützen, wird sie boykottiert und die ausgeliehenen Fallen werden teilweise unbrauchbar gemacht. Und jetzt wird das Ordnungsamt gerufen, weil sich jemand um die vernachlässigten, kranken, unkontrolliert vermehrenden Katzen kümmert.

Tierschutz

Die Zeiten, in denen Katzen als Mäusefänger gehalten wurden, ohne sich groß darum zu kümmern, ohne tiermedizinische Versorgung, ohne adäquates Katzenfutter, ohne Geburtenkontrolle und ohne Verantwortungsgefühl sind vorbei oder sollten zumindest vorbei sein!
Was früher vielleicht „normal“ war, ist heutzutage strafbar. 

Die Menschheit entwickelt sich weiter, sozial, ethisch und moralisch. Es wird Zeit, dass das auch im Bereich (Haus-)Tierschutz hier im Landkreis ankommt.

PS: Dieser Beitrag ist rein fiktiv. Etwaige Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen. Orten oder Institutionen wären rein zufällig.

PPS: Ein einfaches „Füttern“ der wilden Katzen löst das Problem nicht, sondern verschlimmert es!

PPPS: Dieses idyllische Dorf in der Elbtalaue steht stellvertretend für viele andere Dörfer hier in unserem sonst so schönen Landkreis …

PPPPS: Nach vielen Telefonaten, eMails, Einschaltung der Medien etc. hat sich die Samtgemeinde dann doch (ohne grundsätzliche Anerkennung einer Rechtspflicht – versteht sich …) entschlossen, die Kosten zu übernehmen. Die Arbeit, der Zeitaufwand und die Fahrerei bleiben dem persönlichen Einsatz überlassen und wenigsten eine einmalige, jedoch nicht lebensnotwendige, Entwurmung und Flohbehandlung steuerte die Tierarztpraxis dazu bei…

Hier der Artikel dazu in der EJZ vom 6.12.2021 (s. Facebook)