31. August 2022 - Hund Katze Heimtier Kleintier Haustier

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Was bedeutet „Notdienst“?

 

Was bedeutet „Notdienst“?


Fünf Tierarztpraxis in Lüchow-Dannenberg und Dömitz haben sich zusammengeschlossen, um für Sie einen geregelten Notdienst für Kleintiere (Hunde, Katzen, Heimtiere) zu organisieren, damit Sie auch am Wochenende und an Feiertagen in Notfällen immer einen Ansprechpartner haben.

Streng genommen gilt dieser Notdienst also nur für diese 5 Tierarztpraxen (Dr. Bruchhaus / Hilke Berger / Inken Höhne / Dirk Schäfer / Dr. Goy) und den jeweiligen Patienten. Alle anderen Tierärzte (Großtier-, Pferde oder Gemischtpraxen) sind eigentlich für ihre eigenen Kunden zuständig.

Sollte der Haustierarzt jedoch für ihren Hund oder Ihre Katze nicht zur Verfügung stehen, so helfen wir dann natürlich auch gerne weiter.

Die Aufgabe des Notdienstes ist es vor allem, akute, also plötzlich auftretende Erkrankungen, die nicht bis zum Montag Zeit haben, soweit zu behandeln, dass die Tiere das Wochenende möglichst schmerz- und und leidensfrei überstehen, um dann am Montag in der Haustierpraxis weiter behandelt und ggf. weiter diagnostiziert werden zu können.

Hierfür wird alles getan, was der einzelnen Praxis möglich ist.

Schwerste Verletzungen, umfangreiche oder komplizierte Operationen oder spezielle bildgebende Diagnostik bzw. ein Sofortlabor ist jedoch nicht immer möglich. Dann muss eine der umliegenden Kliniken einspringen, die sowohl personell als auch gerätetechnisch besser ausgestattet sind.


Notdienst ist … – ist nicht …:


Notdienst bedeutet nicht, dass man 24 Stunden am Tag in der Praxis steht und darauf wartet, dass ein krankes Tier ohne Voranmeldung einfach vor der Tür steht  und zur Behandlung vorbei kommt.

Notdienst bedeutet, dass man 24 Stunden am Tag in Rufbereitschaft ist, um bei einem wirklichen Notfall nach Terminabsprache in der Praxis helfen, oder nach Rücksprache in eine Klinik überweisen kann.

Notdienst bedeutet, dass z.B. eine akute Augenentzündung evtl. durch eine Granne im Auge sofort nach Terminabsprache behandelt wird. Dieses geschieht jedoch immer erst nach einer telefonischen Anamnese (Vorbericht), um zu entscheiden, ob es sich um eine tatsächliche Verletzung handelt, die vom Tierarzt behandelt werden muss, oder eine Bindehaut-Reizung, die durch Kühlung und Spülung selbst gelindert werden kann, oder ob das Auge selbst verletzt ist und die Tierklinik in Anspruch genommen werden sollte.

Notdienst bedeutet nicht, dass eine umfangreiche dermatologische Diagnostik vorgenommen wird bei einem Tier, welches sich schon seit 2 Wochen die Haut von Leib kratzt. 

Notdienst bedeutet, dass dem Tier über das Wochenende der Juckreiz genommen wird, damit die aufwändige und notwendige Diagnostik dann im Laufe der Woche gemacht werden kann. 

Notdienst bedeutet nicht, dass man Nachts um 5:00 Uhr einen Hausbesucht in 30 km Entfernung macht, weil die Besitzer stundenlang dem Tier beim quälenden Sterben zugeschaut haben und jetzt müde sind.

Notdienst bedeutet aber schon, dass ein Tier in der Praxis ggf. erlöst wird, weil es sich quält und/oder unheilbar krank ist.

Eine Behandlung Ihres Lieblings im Notdienst bedeutet auch, dass Sie mit erheblich höheren Gebühren als zu den regulären Sprechzeiten zu rechnen haben. Das sieht die Gebührenordnung für Tierärzte verpflichtend so vor.


Notdienst bedeutet nicht, dass jedes Wildtier, jeder Vogel oder ähnliches einfach beim Tierarzt abgegeben werden kann und diese/r sich dann darum kümmert. Wer ein Tier aus der Natur entnimmt, ist erst einmal auch dafür verantwortlich, zum einen für die anfallenden Kosten und zum anderen für die artgerechte Unterbringung sowie ggf. die rechtlichen Konsequenzen.

Notdienst bedeutet nicht, dass Sie bei dem diensthabenden Tierarzt eine gebührenfreie Servicehotline für alle Probleme der Welt haben.

Notdienst bedeutet, dass Sie mit dem Tierarzt zusammen auch am Telefon entscheiden, ob ein Besuch in der Tierarztpraxis oder der Tierklinik nötig ist, oder ob eine gebührenpflichtige telefonische Beratung ggf. ausreicht.

Notdienst bedeutet nicht, dass die verstopften Analdrüsen am Wochenende ausgedrückt werden müssen, obwohl der Hund schon seit Wochen „rutscht“, man aber am Wochenende einfach mal Zeit hat zum Tierarzt zu fahren und das ganze dann auch noch mit einem Familienausflug verbinden kann.

Notdienst bedeutet, dass ein hochakuter schmerzhafter Analdrüsenabszess, der sich im Laufe von wenigen Stunden entwickelt hat natürlich sofort behandelt wird.

Notdienst bedeutet schon, dass die Granne im Ohr entfernt werden muss, die sich der Hund oder die Katze gerade eben beim Spielen auf dem Feld eingefangen hat.

Notdienst ist nicht, dass man den Tierarzt nachts rausklingelt, weil „das Tier so traurig guckt“, die Wurmmittel alle sind, oder man einen Floh im Bett gefunden hat.


Wie können Sie selbst besser erkennen, ob es sich um einen wirklichen Notfall handelt, oder nicht? Die beiden eBooks (PDF) könnten ihnen dabei helfen:
(Anmelden und die eBooks kommen dann per eMail)

1. Für Hunde:

2. Für Katzen:

Grenzen der tierärztlichen Notversorgung


Grundsätzlich stehen immer weniger Tierkliniken zur Verfügung und somit wird die Belastung der verbleibenden Klinken sowie der praktizierenden Tierärzte vor Ort immer größer.
Zudem nehmen nicht alle Kollegen und Kolleginnen am geregelten Notdienst teil, sodass bisweilen bei uns an einem Wochenende Patienten aus Salzwedel, Bleckede und Ludwigslust aufschlagen, weil niemand sonst erreichbar scheint.

An Wochentagen gibt es sowieso keinen geregelten Notdienst und generell ist jeder Tierarzt seinen eigenen Kunden verpflichtet. Den „schwarzen Peter“ hat dann manchmal der Kollege / die Kollegin, die den Telefonhörer abhebt…

Zusammenfassend sind wir natürlich jederzeit für Sie und Ihre Tiere da und helfen auch Nachts bei Notfällen – wenn es denn wirklich Notfälle sind … 

Was ist ein Notfall?



Notdienst bedeutet, dass Sie unbedingt den Tierarzt (an)rufen müssen, wenn das Tier plötzlich eine schwere Lahmheit hat, wenn die Atmung plötzlich deutlich verändert (abgeflacht, oder stark verstärkt) ist, wenn sich das Tier wirklich heiß oder kalt anfühlt, wenn es krampft oder wässrigen Durchfall hat, wenn es wiederholt erbricht oder eine starke Wesensveränderung aufweist wenn etwas blutet, anschwillt oder ungewöhnlich beweglich ist. Wenn das Tier etwas aufgenommen hat, was giftig oder ein Fremdkörper ist, wenn die Geburt nicht weiter geht, wenn das Tier blass, blau oder rot ist.
Zur Not lieber anrufen und zusammen mit dem Tierarzt entscheiden, ob es ein wirklicher Notfall ist, oder nicht.
Auch Fotos, Videos etc. können dann weiterhelfen, die Sie entweder mitbringen oder nach Absprache zur Beurteilung dem Tierarzt zusenden.

… und falls es mal etwas länger dauert …


… oder Sie etwas weiter fahren müssen, denken Sie bitte daran, dass der menschliche Samstags- und Sonntags-Notdienst in Lüchow Dannenberg morgens nur 2 und abends 1 Stunde geöffnet hat Sie keine telefonische Beratung vom Arzt bekommen, da sie niemanden anrufen können, weil es keinen 24-Stunden-Bereitschaftsdienst gibt und Sie dann auch noch oftmals woanders in die Apotheke fahren müssen.